2001

Postbank steigt ins Factoring ein

PB Factoring GmbH startet Anfang 2002 / großes Wachstumspotenzial / Schwerpunkt Logistik-Branche

Presseinformation vom 18.12.2001

Die Postbank steigt ins Factoring ein. Anfang kommenden Jahres nimmt die PB Factoring GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Postbank mit Sitz in Bonn, die Geschäfte auf. Sie wird sich zunächst auf den nationalen Markt konzentrieren. In einer Ausbaustufe ab 2003 steht auch der Ankauf ausländischer Forderungen auf dem Programm. Die PB Factoring wird eng mit anderen Töchtern des Konzerns Deutsche Post World Net zusammenarbeiten sowie sich externer Partner (z.B. Kreditversicherungs-Unternehmen) bedienen. Den Kunden und Subunternehmen im Konzern Deutsche Post World Net kann die PB Factoring Finanzdienstleistungen anbieten, die die Logistikdienstleistungen ergänzen. Damit ist die PB Factoring ein weiterer Schritt zur Realisierung von Cross-Selling-Potentialen im Konzern Deutsche Post World Net sowie eine zusätzliche Facette im Angebot der Postbank für ihre Firmenkunden.

Factoring gilt als erstrangiger Wachstumsmarkt mit wachsender Dynamik. Seit 1995 ist der Markt für Factoring in Deutschland durchschnittlich um 12 Prozent pro Jahr gewachsen. Im europäischen Vergleich ist das Entwicklungspotenzial in Deutschland besonders hoch: während im europäischen Durchschnitt rund vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes mittels Factoring finanziert werden, ist es in Deutschland erst rund ein Prozent.

 


Experten erwarten zusätzliche Schubkraft durch die steigende Tendenz zum Outsourcing von Logistik-Leistungen. Hieraus ergeben sich besondere Chancen für die Entwicklung integrierter Financial Logistic Solutions, bei denen die Logistik einschließlich der Finanzierung im One-Stop-Shopping angeboten wird. Gemeinsam mit Logistik-Spezialisten im Konzern Deutsche Post World Net wird die PB Factoring Komplett-Lösungen anbieten, bei denen der Kunde z.B. den Transport an die Logistik-Partner und die Forderungsfinanzierung, die Rechnungsstellung und den Forderungseinzug an die Postbank-Gruppe vergibt. Auf diese Weise kann der Kunde sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und Liquiditätsengpässe durch den zeitlichen Abstand zwischen Lieferung und Bezahlung seiner Güter vermeiden.

Beim Factoring verkauft der Erbringer einer Leistung (z.B. ein Zulieferer der Automobilindustrie) seine Geldforderung gegen den Empfänger der Leistung (z.B. den Automobilhersteller) an einen Factor. Der Factor bezahlt dem Leistungserbringer unmittelbar den Großteil seiner Forderung und rechnet selbst mit dem Empfänger der Leistung ab. Der Erbringer der Leistung ist dadurch sofort wieder liquide, braucht sich nicht um die Einbringung der Forderung zu kümmern und hat kein Ausfallrisiko. Dafür erhält der Factor für seinen Dienst einen Teil des Rechnungsbetrages, der in der Regel im Skonto-Bereich liegt.