2011

Spenden – aber richtig!

Presseinformation vom 09.12.2011

Der Dezember versetzt die Deutschen in Geberlaune: Durchschnittlich 470 Millionen Euro spenden sie in der Weihnachtszeit. Laut einer aktuellen Postbank Umfrage entscheidet sich jeder Sechste spontan oder nach Bauchgefühl für einen Spendenempfänger. Doch hier ist Vorsicht geboten.

Haben in der Weihnachtszeit wieder Hochkonjunktur: Spenden.
Haben in der Weihnachtszeit wieder Hochkonjunktur: Spenden.
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Quelle: Postbank

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Aber die Auswahl der Organisation, an die das Geldgeschenk gehen soll, ist nicht leicht. Denn hierzulande ist der Spendenmarkt riesig: Rund 600.000 gemeinnützige Vereine und 15.000 gemeinnützige Stiftungen werben um finanzielle Unterstützung. Darunter tummeln sich auch viele schwarze Schafe. Um nicht auf einen unseriösen Spendenaufruf hereinzufallen, wählt die Mehrheit der Deutschen den Empfänger ihrer Spende mit Bedacht aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank. Rund 39 Prozent spenden nur für bekannte Organisationen wie das Rote Kreuz oder den Kinderschutzbund. 17 Prozent recherchieren im Vorfeld genau, wohin ihr Geld fließt. Andere Befragte sind da unbedachter: Jeder Zehnte entscheidet aus dem Bauch heraus, an wen die Spende geht, besonders wenn jemand sein Mitleid erregt. Und acht Prozent spenden spontan, wenn sie auf der Straße oder an der Haustür angesprochen werden.

Keine Chance für schwarze Schafe

„Bei der Wahl des Spendenempfängers sollte ein Spender Vorsicht walten lassen", rät Isabell Gusinde von der Postbank. „Denn hierzulande gibt es so gut wie keine staatliche Kontrolle von Spendenorganisationen." Seriöse Hilfsorganisationen sind in der Regel vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Für solche Organisationen stellt das Amt regelmäßig einen Freistellungsbescheid aus. Spender sollten sich deshalb besser nicht an der Haustür oder auf der Straße zu einer Spende überreden lassen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine Organisation auf die Mitleidsmasche setzt. Seriöse Organisationen vermeiden in der Regel bewusst mitleidsbetonte Spendenwerbung. Ein weiterer Anhaltspunkt sind freiwillige Qualitätssiegel. Das bekannteste wird vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) verliehen. Das Institut veröffentlicht zweimal im Jahr eine Liste der Organisationen, denen das DZI-Siegel zuerkannt wurde. Darüber hinaus gibt das DZI Auskünfte über zahlreiche Organisationen ohne Spendensiegel. Weitere Informationen unter www.dzi.de.

Steuertipps für Spender

Spenden sind bei der Steuererklärung als Sonderausgaben absetzbar. Allerdings nur, wenn einige Regeln beachtet werden.

Geldstücke
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Quelle: Postbank

Spenden können bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte bei der jährlichen Steuererklärung abgesetzt werden. Wird der Höchstbetrag überschritten, lassen sich die unberücksichtigt gebliebenen Spendenbeiträge einfach ins nächste Jahr vortragen. Das Finanzamt definiert eine Spende als Zuwendung, die unentgeltlich und ohne Gegenleistung erfolgen muss. Daher sind Lose einer Wohlfahrtstombola oder Eintrittsgelder zu einer Spendenveranstaltung nicht absetzbar. Ausgenommen sind nur UNICEF-Grußkarten. Zudem muss eine Spende für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke bestimmt und der Empfänger eine steuerbegünstigte Organisation sein. "Für die steuerliche Anerkennung einer geleisteten Spende verlangt das Finanzamt eine Zuwendungsbestätigung, die vom Spendenempfänger ausgestellt ist. Diese muss der Steuererklärung stets im Original beigelegt werden", erläutert Isabell Gusinde von der Postbank. Ein vereinfachter Spendennachweis genügt dem Finanzamt nur dann, wenn es sich um eine Spende von bis zu 200 Euro an gemeinnützige Organisationen, staatliche Behörden, politische Parteien oder um Spenden zur Hilfe in Katastrophenfällen handelt. "In diesen Fällen reicht der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung der Bank aus. Hierauf müssen der Name, die Kontonummer von Spender und Spendenempfänger sowie der Betrag und der Buchungstag ausgewiesen sein", so die Postbank Steuerexpertin.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch-Reichelt
Pressesprecherin
iris.laduch-reichelt@postbank.de
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