Spenden: Jeder sechste Deutsche vertraut „blind“

Presseinformation vom 20.12.2012

In der Weihnachtszeit hat das Spenden Hochsaison. Allerdings tummeln sich unter den Organisationen, die zu Spenden aufrufen, auch etliche schwarze Schafe. Trotzdem entscheidet fast jeder sechste Spendenwillige aus dem Bauch heraus, wem er sein Geld anvertraut, wie eine aktuelle Postbank Studie zeigt.

Damit Spenden ihr Ziel erreichen, sollte man den Empfänger genau prüfen
Bild Nr. 1183, Quelle: Postbank

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Zum Ende des Jahres klimpert es wieder laut in den Sammelbüchsen: Knapp ein Viertel der für 2012 erwarteten rund vier Milliarden Euro an Zuwendungen von Privatpersonen fallen laut Deutschem Spendenrat in den Monat Dezember. Die Auswahl an Spendenempfängern ist groß: Derzeit gibt es rund 600.000 gemeinnützige Vereine in Deutschland und noch einmal rund 15.000 gemeinnützige Stiftungen. „Viele werben um Spenden. Doch nicht alle arbeiten seriös“, betont Isabell Gusinde von der Postbank. Eine aktuelle Umfrage von Emnid im Auftrag der Postbank zeigt, dass aus diesem Grund viele Spender (42  Prozent) nur bekannte Organisationen unterstützen, wie das Rote Kreuz, den Kinderschutzbund oder das Tierheim in der Nähe. Andere (19 Prozent) recherchieren im Vorfeld genau, was mit ihrem Geld passiert. Und vier Prozent der Spender verlassen sich auf die Empfehlung von Freunden.

So kommen Spenden an

Bild Nr. 1184, Quelle: Postbank

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Allerdings entscheidet immer noch jeder Sechste (18 Prozent) entweder aus dem Bauch heraus, vor allem wenn jemand sein Mitleid erregt, oder spontan, wenn er auf der Straße oder an der Haustür angesprochen wird. Das Problem: „Eine staatliche Kontrolle, ob der Spendenzweck auch wirklich eingehalten wird, existiert nicht“, so Isabell Gusinde. Doch es gibt Orientierungshilfen: Das wichtigste Kriterium ist, dass der Spendenempfänger als steuerbegünstigt anerkannt ist, weil er gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgt. Dazu muss ein sogenannter Freistellungsbescheid vorliegen. Auch sollte die Organisation auf Wunsch aussagekräftiges Material über ihre Aktivitäten zur Verfügung stellen sowie einen Geschäfts- oder Jahresbericht mit Informationen über die Mittelverwendung veröffentlichen. Bei aggressiver, mitleidserregender Werbung ist dagegen Vorsicht geboten.
Steuertipp: Bis zu einer Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte können Spenden als Sonderausgaben abgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass es sich zum Beispiel um Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen, staatliche Behörden oder für die Hilfe im Katastrophenfall handelt. Zuwendungen an politische Parteien sind bis zu 1.650 Euro (bei Ehepaaren 3.300 Euro) im Kalenderjahr als Sonderausgabe abzugsfähig, wenn der Spender dafür noch keine Steuerermäßigung erhalten hat.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch-Reichelt
Pressesprecherin
iris.laduch-reichelt@postbank.de
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