Postbank: Wohnungsbau im Aufwärtstrend

Presseinformation vom 20.12.2012

Die Postbank rechnet damit, dass der Aufwärtstrend im deutschen Wohnungsbau sich auch im kommenden Jahr fortsetzen wird. „Die Voraussetzungen für weitere Steigerungen sind günstig“, sagt Dr. Marco Bargel, der Chefvolkswirt der Deutschen Postbank AG. „Niedrige Finanzierungskosten, die zunehmende Nachfrage nach Wohnraum sowie steigende Mieten dürften den Bau von Eigenheimen ebenso wie auch Investitionen in den Geschosswohnungsbau fördern.“ Dafür spricht auch, dass die Baugenehmigungen in den letzten Jahren wesentlich stärker gestiegen sind als die Investitionen, sodass es hier Nachholbedarf geben sollte. Nach den bis September vorliegenden Daten ist die Zahl der Baugenehmigungen im laufenden Jahr bereits das vierte Jahr in Folge gestiegen.

Für das laufende Jahr 2012 rechnen die Postbank Volkswirte beim Wohnungsbau mit einem Investitionsplus von 2,8 Prozent, für 2013 erwarten sie noch einen Zuwachs gut zwei Prozent. Von einem Bauboom kann trotzdem keine Rede sein. Der Wohnungsbau kommt aus einem derart tiefen Tal, dass die Zuwächse lediglich als Bestandteile eines Normalisierungsprozesses zu werten sind. Dies gilt insbesondere für die Neubautätigkeit. So wurden im Jahr 2011 zwar fast 15 Prozent mehr Wohnungen fertig gestellt als im Vorjahr. Mit rund 183.000 Fertigstellungen wurden aber gerade einmal 43 Prozent des Niveaus des Jahres 2000 erreicht.

Der Wohnungsmangel, der zurzeit in Ballungsgebieten deutlich sichtbar wird, ist mit der aktuellen Neubautätigkeit nicht zu beseitigen. Nach Berechnungen der Postbank würden in Deutschland in den kommenden zehn Jahren jährlich zwischen 250.000 und 300.000 neu errichtete Wohnungen benötigt, um den Ersatzbedarf sowie die zunehmende Nachfrage nach Wohnungen zu befriedigenden. Die zunehmende Nachfrage nach Wohnungen erklärt sich bei gleichzeitig schrumpfender Bevölkerung auf den ersten Blick nicht selbst. Sie ergibt sich daraus, dass die durchschnittliche Haushaltsgröße kontinuierlich sinkt. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes überkompensiert dies den Effekt der sinkenden Einwohnerzahl bis zum Jahre 2024. Vor allem bis zum Ende dieses Jahrzehnts steigt die Zahl der Haushalte danach weiter, gemessen an dem Niveau von 2011 um gut 700.000 bis zum Jahr 2020. In den alten Bundesländern erreicht die Zahl der Privathaushalte danach sogar erst 2029 ihren Höhepunkt. Zu berücksichtigen sind zudem Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands, vor allem der seit Jahren zu beobachtende Trend der Verlagerung von Wohnsitzen vom Land in die Städte. Derartige Veränderungen führen dazu, dass vorhandener Wohnraum nicht dort ist, wo er benötigt wird. Dies erhöht den Neubaubedarf zusätzlich.

Dies ist einer der Gründe, warum Deutschland von einer Immobilienblase bei Wohnbauten weit entfernt ist. Das betrifft auch die Preise. Wegen der zunehmenden Nachfrage nach Wohnraum haben die Mieten in den Ballungsräumen deutlich zu steigen begonnen. Auch die Immobilienpreise haben vor allem in den beiden letzten Jahren eine für deutsche Verhältnisse beachtlich Rallye hingelegt. Bezogen auf den Jahresbeginn 2009, als die Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreichte, haben sich die Preise sowohl für den Wohnungsbestand als auch für neu errichtete Wohnimmobilien jeweils um rund 12 Prozent erhöht. Deswegen bereits von einer Immobilienpreisblase zu sprechen, wäre jedoch überzogen. Allein schon durch die historisch günstigen Zinsen für Baugeld werden die höheren Immobilienpreise im langjährigen Vergleich wieder wettgemacht.

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Hartmut Schlegel

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Dr. Marco Bargel – Chef-Investmentstratege der Deutschen Postbank AG

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