Falsches Vertrauen kann teuer werden

Presseinformation vom 27.12.2012

Die große Liebe, das schnelle Geld oder der beste Job – Versprechungen mit nur einem Ziel: das Ersparte von ahnungslosen Opfern. Im Internet floriert der "Vorschussbetrug".

Bitten Bekanntschaften aus dem Internet um finanzielle Unterstützung, ist immer Skepsis angebracht.

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Sie spielen mit den Gefühlen, Hoffnungen und Wünschen ihrer Opfer und nutzen sie schamlos aus. "Scammer" oder "Vorschussbetrüger" werden diese Kriminellen genannt. Mit Lockangeboten im Internet, in personalisierten E-Mails oder in Chats drängen sie ihre Opfer zu finanziellen Vorleistungen. Die Betrüger beweisen dabei viel Fantasie und Ideenreichtum: Sie stellen den Hauptgewinn einer ausländischen Lotterie oder eine unschlagbar günstige Traumimmobilie in Aussicht. Der Erhalt ist allerdings an Bedingungen geknüpft. Zunächst müsse das Opfer Tausende von Euros für Anwaltskosten oder die erste Miete im Voraus bezahlen – und zwar bevorzugt per Geldtransfer, wie ihn Western Union anbietet. Michaela Geilen von der Postbank rät: "Schicken Sie nur Geld an Personen, die Sie persönlich kennen und denen Sie vertrauen. Betrüger fälschen Ausweisdokumente, holen damit das Geld ab und verschwinden auf Nimmerwiedersehen." Der Absender hat dann den Schaden – denn bereits ausbezahlte Geldtransfers lassen sich nicht rückgängig machen.

Böses Erwachen

"Scamming beschränkt sich mittlerweile nicht mehr auf Massenmails mit absurden Gewinnversprechen, sondern tritt in vielfältigen Formen in Erscheinung", erläutert Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Eine besonders abgebrühte Form ist das "Love-" oder "Liebes-Scamming". Der Täter knüpft über Online-Partnerbörsen oder soziale Netzwerke wie Facebook eine Beziehung zu seinem Opfer, überhäuft es mit Aufmerksamkeit und Liebesbekundungen. Hat er den Fisch an der Angel, bittet er seinen virtuellen Partner um finanzielle Hilfe – etwa weil ihm seine Geldbörse auf einer Geschäftsreise gestohlen wurde. Das Geld soll auf schnellem Wege per Geldtransfer übermittelt werden. Nach der Auszahlung meldet sich der Betrüger nie wieder oder fordert unter einem neuen Vorwand noch mehr Geld. Auch in Jobbörsen tummeln sich Scammer. Nach einem telefonischen Vorstellungsgespräch versprechen sie einen gut bezahlten Traumjob. Zuvor muss der Bewerber allerdings einige Hundert Euro zum Beispiel für Arbeitskleidung transferieren. Michaela Geilen: "Angebote, die unrealistische Vorteile versprechen, sind mit Vorsicht zu genießen. Besonders wenn Geschäftspartner auf Geldtransfers als angeblich einziger Zahlungsmöglichkeit bestehen, sollte man skeptisch sein. Im Internet tummeln sich zahlreiche Betrüger, die an der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen verdienen wollen."

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.polizei-beratung.de.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch-Reichelt
Pressesprecherin
iris.laduch-reichelt@postbank.de
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