2014
Schrittweise zur Schwellenlosigkeit
Nur ein Prozent der Bestandsimmobilien in Deutschland ist nach Schätzungen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung altersgerecht gestaltet. Wer seinen Altbau schrittweise von Barrieren befreit, schafft sich neue Wohnqualität und behält die Kosten im Auge.
Eine geräumige Dusche, schwellenlose Türen und blendfreies Licht: Barrierefreiheit ist ein Stück Lebensqualität. Ein guter Grund für Altbaubesitzer, mit jeder Sanierung Barrieren abzubauen. Stehen neue Elektroleitungen an, sollten gleich Lichtschalter und Steckdosen auf 85 Zentimeter Höhe angebracht werden. Diese können später sogar vom Rollstuhl aus oder mit Gehhilfe bequem erreicht werden. Eine bodengleiche Dusche erleichtert nicht nur alten Menschen den Einstieg, sondern auch kleinen Kindern.
Staatliche Förderung nutzen
Beim Fensteraustausch können Sanierer die Fenster bis in Bodennähe verlängern und mit einer Absturzsicherung versehen. So hat jeder – ob groß, klein oder sitzend – einen guten Ausblick. Breite, schwellenlose Schiebetüren erleichtern das Durchkommen, mit Kinderwagen ebenso wie mit Rollator. Der Bedarf für solche Umbauten ist groß: Fast die Hälfte aller Seniorenhaushalte ab 65 Jahren lebt in den eigenen vier Wänden. "Mit dem KfW-Programm 'Altersgerecht Umbauen' profitieren Modernisierer von zinsgünstigen Krediten", rät Experte Bernd Neuborn von der BHW Bausparkasse. Die staatliche KfW-Bankengruppe (www.kfw.de) vergibt über die BHW Bausparkasse Kredite in einer Höhe von bis zu 50.000 Euro mit einem Zinssatz ab einem Prozent.
10-Punkte-Programm zur altersgerechten Modernisierung
Schritt für Schritt barrierefrei! Die BHW Bausparkasse gibt Tipps, wie Modernisierer ihren Altbau in zehn Etappen altersgerecht umbauen: von der Haustür bis zu intelligenter Gebäudetechnik.
- Für stolperfreien Eintritt
Beseitigung von Stolperfallen im Außenbereich: Erneuerung beschädigter Gehwege (circa 70 Euro pro Quadratmeter für Betonverbundpflaster), Bau einer Rampe (3.000 bis 10.000 Euro) oder eines Hublifts (8.000 bis 12.000 Euro) zur Überwindung von Stufen im Eingangsbereich. Meist Voraussetzung für beide Maßnahmen: Vergrößerung des Eingangspodestes (3.000 bis 5.000 Euro). - Türverbreiterung
Verbreiterung der Türen von der Standardbreite von 60 bis 70 Zentimeter auf mindestens 80 Zentimeter, für Rollstuhlfahrer auf 90 cm (2.000 bis 4.000 Euro). - Schwellenabbau
Höhenausgleich zwischen Wohnung und Balkon oder Terrasse durch Holzbalkenrost (100 bis 130 Euro pro Quadratmeter), bei hoher Türschwelle Austausch der Balkon- oder Terrassentür (circa 3.500 Euro inklusive Einbau). - Erreichbarkeit von Schaltern und Griffen
Verlegung der Steckdosen und Lichtschalter auf 85 Zentimeter Höhe (Neuverlegung der Elektroleitungen: circa 120 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche), Montage neuer barrierefreier Türdrückergarnituren (circa 200 bis 300 Euro pro Tür, exklusive Montage). - Treppensicherheit
Einbau von zweitem Handlauf (ab 100 Euro pro Meter inklusive Montage), Treppenlift (circa 5.000 bis 14.000 Euro pro Stockwerk) oder Aufzug (30.000 bis 35.000 Euro pro Station). - Komfort im Bad
Austausch der Dusche durch ein ebenerdiges Modell mit Duschsitz und Haltegriffen, Einbau einer höhenverstellbaren Toilette mit Haltegriff und eines für Rollstuhlfahrer erreichbaren Waschbeckens, Verlegung von rutschhemmenden Fliesen (komplett circa 20.000 Euro). - Bodentiefe Fenster
Verlängerung des Fensters bis Bodennähe (etwa 2.500 Euro inklusive neues Fenster) und Einbau einer Absturzsicherung. - Beleuchtung
Einsatz von indirektem, blendfreiem Licht: bessere Ausleuchtung der Treppenstufen und zusätzliche Tisch- und Stehleuchten (ab 10 Euro pro Leuchte). - Orientierungshilfen
Boden und Wände sollten sich farblich deutlich voneinander abheben, um die Orientierung zu erleichtern. Antritt und Austritt von Treppen farblich markieren, der Handlauf muss sich farblich von der Wand absetzen. - Intelligente Gebäudetechnik
Installation intelligenter Gebäudetechnik, zum Beispiel automatische Steuerung der Jalousie (ab 140 Euro, exklusive Rohrmotor).

