Kontoauszüge: Archiv oder Schredder?

Presseinformation vom 04.02.2015

Der Ordner mit den Kontoauszügen platzt aus allen Nähten – doch müssen Privatpersonen die Bankbelege eigentlich aufbewahren? Und wenn ja, wie lange?

Kontoauszüge sollten archiviert und nicht vorschnell entsorgt werden
Bild Nr. 1287, Quelle: Postbank
© Kati Neudert

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Es wird mal wieder Zeit, die angestaubten Aktenordner auszumisten: Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank haben sich 61 Prozent der Bundesbürger für das neue Jahr vorgenommen, endlich ihre Finanzunterlagen zu sortieren und abzulegen. Neben Versicherungspolicen, Rechnungen und Steuerbescheiden finden sich oft stapelweise Kontoauszüge der vergangenen Jahre. Diese sollten nicht vorschnell in den Schredder wandern. Im Streitfall können sie zum Beispiel beweisen, dass eine Rechnung beglichen wurde. "Da Rechnungen in der Regel nach drei Jahren ihre Gültigkeit verlieren, sollten die entsprechenden Kontoauszüge erst nach dieser Frist entsorgt werden", so Christof Götz von der Postbank. Doch aufgepasst: "Die Aufbewahrungsfrist beginnt erst am Ende des Jahres, in dem die Rechnung ausgestellt wurde. Verwahrt man die Auszüge also vier Jahre lang, ist man auf der sicheren Seite." Zudem können Kontoauszüge auch Abbuchungen im Rahmen eines Vertrages, beispielsweise eines Miet- oder Versicherungsvertrages, belegen.

Nachweis fürs Amt

Wer haushaltsnahe Dienstleistungen, wie etwa eine Reinigungskraft oder einen Gärtner, oder Handwerkerleistungen steuerlich absetzt, sollte die Kontoauszüge mit den entsprechenden Abbuchungen aufbewahren, bis der Steuerbescheid eingeht und die Einspruchsfrist abgelaufen ist. Der Steuerzahler muss dem Finanzamt – auf Verlangen – nachweisen, dass nicht in bar bezahlt wurde. So soll Schwarzarbeit verhindert werden. Zudem müssen Zahlungsbelege für Handwerker- und Dienstleistungen rund um ein Grundstück zwei Jahre lang archiviert werden. "Der Fiskus kann im Bedarfsfall kontrollieren, ob die beauftragten Firmen die Umsatzsteuer korrekt ausgewiesen haben. Allerdings kommen solche Kontrollen bei Privatpersonen sehr selten vor", räumt Christof Götz ein. Für Gewerbetreibende, Selbstständige, Unternehmer sowie Vielverdiener mit einem Einkommen von mehr als 500.000 Euro im Jahr gelten besondere Regelungen. Sie haben sehr viel umfangreichere Fristen zu beachten. "Sollte ein Kontoauszug fehlen, kann er bei der Bank nachbestellt werden", sagt der Postbank Experte. "Die Kreditinstitute archivieren die Belege mindestens zehn Jahre lang. Die Nachbestellung ist dann allerdings mit Kosten verbunden."

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch-Reichelt
Pressesprecherin
iris.laduch-reichelt@postbank.de
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