2015

Postbank: Inflation meldet sich demnächst zurück

Presseinformation vom 24.04.2015

Die Analysten der Postbank rechnen in ihrer jüngsten Prognose mit einer Trendwende der Inflationsentwicklung gegen Ende des Jahres. „Für die nächsten Monate erwarten wir zwar noch ein Pendeln der EWU-Inflationsrate um die Null-Prozentmarke“, so Dr. Marco Bargel, Chef-Anlagestratege der Postbank. „Dies wird sich aber gegen Jahresende schlagartig ändern. Im kommenden Winter dürfte die Inflationsrate bis auf 1,5 Prozent steigen.“, so Bargel weiter.

Dr. Marco Bargel,
Chefvolkswirt Postbank

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Kerninflation und Ölpreis erholen sich

Das aktuell sehr niedrige Niveau der EWU-Inflationsrate wird im Wesentlichen durch zwei Faktoren getragen. Zum einen liegt die Kerninflationsrate, also ohne Einrechnung der Komponenten Energie, Nahrungsmittel, Tabak und Alkoholika derzeit mit 0,6 Prozent auf einem historischen Tiefstand. Zum anderen wurde der Rückgang der Inflationsrate bis in den negativen Bereich vor allem durch den Einbruch des Ölpreises geprägt, der Mitte 2014 eingesetzt hatte. So fiel der Preis für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent allein von Oktober 2014 bis Januar 2015 von rund 75 Euro auf etwa 40 Euro, also um gut 45 Prozent.

Für beide Einflussgrößen rechnen die Postbank Analysten mit einer spürbaren Erholung. So hat sich die Kerninflation zuletzt bereits auf niedrigem Niveau stabilisiert. Vor allem aber lässt die positive konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone, verbunden mit sinkender Arbeitslosigkeit und steigenden Zuwächsen bei Löhnen und Lohnstückkosten einen allmählichen Aufwärtstrend erwarten. Bis Ende 2016 könnte die Kerninflation deshalb auf 1,5 Prozent zulegen.

Ausschlaggebend für den zu erwartenden sprunghaften Anstieg der Inflationsrate wird aber die Energiekomponente sein. Die preisdämpfende Wirkung des Ölpreises wird, so Marco Bargel, sukzessive nachlassen. Die Notierungen haben sich bereits erholt und könnten im Verlauf der kommenden zwölf Monate noch etwas weiter steigen. „Im Dezember dürfte der Einfluss der Energiepreise auf die Inflationsrate erstmals wieder positiv werden und diese im Januar 2016 sogar um rund einen halben Prozentpunkt nach oben treiben.“, fasst Bargel zusammen. „Dieser Effekt wird sich in den darauffolgenden Monaten zwar wieder abschwächen. Im Vergleich zu diesem Jahr wird sich die EWU-Inflation in 2016 aber insgesamt auf einem höheren Level einstellen“. Auf Jahressicht rechnen die Analysten der Postbank mit einem Anstieg der Teuerungsrate auf 1,4 Prozent nach 0,0 Prozent im aktuellen Jahr.

Kontakt

Tim Rehkopf

Tim Rehkopf
Pressesprecher
presse@postbank.de
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