2015

Postbank-Studie: Auch in Hamburg findet sich finanzierbarer Wohnraum

Presseinformation vom 11.06.2015

Wandsbek lockt kinderlose Paare mit vergleichsweise günstigen Eigentumswohnungen • Finkenwerder bietet ein gutes Angebot an Einfamilienhäusern • Kaufen ist teilweise die günstigere Alternative - in einigen Stadtteilen lassen sich 200 Euro pro Monat sparen

Hamburg ist eine beliebte Großstadt, die ihren Bewohnern viel bietet. Diese Attraktivität spiegelt sich auch in den Immobilienpreisen wider. Viele Hamburger, die in der Stadt arbeiten, wohnen daher bereits im Umland der Hansestadt. Trotzdem gibt es auch innerhalb der Metropole noch Stadtteile, in denen Eigenheime - mit dem nötigen Einkommen - finanzierbar sind. Dazu gehören Othmarschen, Horn, Farmsen-Berne und Rahlstedt. In einigen Lagen ist die Finanzierung eines Eigenheims sogar die günstigere Alternative, da Miete zahlen bis zu 260 Euro teurer ist. Das zeigt die Sonderanalyse der Postbank-Studie „Wohnatlas 2015“ für die Stadt Hamburg, die für Paare, Familien und Singles die jeweils attraktivsten Gegenden für einen Immobilienkauf ausweist.

Paare haben Auswahl – Interessante Objekte finden sich in Wandsbek

Kinderlose Paare mit durchschnittlichem Einkommen haben in Hamburg die besten Chancen auf eine Eigentumswohnung. Der Kauf einer 110 Quadratmeter großen Wohnung ist fast für die Hälfte von ihnen möglich. Da das Angebot im Stadtkern allerdings begrenzt ist, sollten Paare auf der Suche nach der Traumimmobilie ihren Radius vergrößern. Die meisten Gelegenheiten zum Kauf bieten sich im Bezirk Wandsbek. Besonders das verkehrsgünstig liegende Poppenbüttel ist für Paare eine gute Option. Die  Belastung für die Finanzierung liegt hier bei rund 28 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens. In Stadtteilen wie Meiendorf oder Rahlstedt müssen oft weniger als 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für die Eigentumswohnung ausgegeben werden. Recht citynah können Paare beispielsweise im östlichen Stadtteil Horn wohnen. Hier fallen knapp 34 Prozent Finanzierungslast an. 30 bis 35 Prozent ihres Einkommens zahlen Paare im westlichen Stadtteil Othmarschen für relativ zentrales Wohnen. „Paare, die mit weniger Platz als den angenommenen 110 Quadratmetern auskommen, haben größere Chancen auf eine Immobilie in der Innenstadt. Auch mehr Eigenkapital als die standardmäßig zugrunde gelegten 20 Prozent erweitern hier die Möglichkeiten“, sagt Dirk Kuckerz, Regionaldirektor der Postbank Filialvertrieb AG. Weitere Optionen gibt es in den nördlichen Stadtteilen Niendorf und Schnelsen, im westlichsten Stadtteil Rissen sowie im südöstlichen Bergedorf. Damit liegen viele Optionen unter der von Immobilienexperten empfohlenen Grenze von 40 Prozent des Einkommens. Bei der Finanzierung von Wohneigentum wird eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent zugrunde gelegt, die auch zehn Prozent Nebenkosten beim Immobilienkauf abdeckt.

Duvenstedt lockt Familien mit finanzierbaren Eigentumshäusern

Wer mehr Platz braucht, sollte sich verstärkt am Stadtrand umsehen. Familien mit einem Kind, die ein 130 Quadratmeter großes Haus suchen, werden am ehesten im nordöstlichen Stadtteil Duvenstedt fündig. Dort liegt die Finanzierungslast bei unter 40 Prozent. Südlich der Elbe ist Finkenwerder die dem Stadtkern nahegelegenste Option. Hier liegt die Belastung bei 35 Prozent des Nettoeinkommens. Zudem sind Teile von Harburg und Bergedorf bezahlbar.

Wem das kleine Häuschen nicht reicht, weil zwei oder mehr Kinder zur Familie gehören, muss eine höhere Finanzierungslast auf sich nehmen oder am Stadtrand schauen. Ein 150 Quadratmeter großes Haus ist für knapp 41 Prozent im grünen Kirchwerder an der Grenze zu Niedersachsen zu haben. Knapp über der empfohlenen Höchstbelastung liegen Häuser in Finkenwerder, Waltershof und den Bergedorfer Stadtteilen Neuengamme und Altengamme. „Wer mehr Eigenkapital mitbringt, etwa durch eine Erbschaft, kann auch hier den Traum vom eigenen Zuhause verwirklichen“, sagt Postbank-Baufinanzierungsspezialist Kuckerz.

Singles werden am Hamburger Stadtrand fündig

Alleinstehende, die in Hamburg nach Eigentumswohnungen Ausschau halten, können innenstadtnah in Horn Erfolg haben. Hier liegt die Finanzierungslast bei 34,4 Prozent des Monatseinkommens. Etwas weiter außerhalb sind Rissen, im Norden Schnelsen und im Süden Wilstorf attraktiv. Die Belastung liegt hier jeweils deutlich unter 40 Prozent.

Auch der Bezirk Wandsbek im Osten bietet beispielsweise in Farmsen-Berne, Rahlstedt und Wellingsbüttel noch Eigentumswohnungen für Singles. Im Innenstadtring und südlich der Elbe ist dagegen kaum noch ein passendes Angebot zu finden. Dort können sich nur wohlhabende Alleinstehende Eigentum leisten, denn für eine 70-Quadratmeter-Wohnung müssen sie 50 Prozent und mehr eines durchschnittlichen Nettoeinkommens aufbringen. Kaufen ist für Singles trotzdem oft noch die günstigere Option. Nur in Randlagen wie Bergedorf, Rahlstedt, Rissen und Wohldorf-Ohlstedt kann mieten günstiger sein.

Kauf auch bei steigenden Zinsen oft günstiger

Generell ist bei den derzeitigen Finanzierungsbedingungen der Kauf von Eigentumswohnungen in einigen Stadtteilen günstiger als die Miete. Beim Erwerb einer 70-Quadratmeter-Wohnung können beispielsweise in Billstedt, Groß Flottbek, Horn, Lurup und Schnelsen mehr als 200 Euro im Monat gespart werden. Im zentralen Stadtteil Horn lassen sich bis rund 260 Euro sparen, wenn der Kauf dem Mietverhältnis vorgezogen wird. Wer im trendigen Stadtteil Ottensen nahe der Elbe eine passende Eigentumswohnung findet, hat monatlich bis zu 220 Euro mehr auf dem Konto. In vielen Gebieten der Bezirke Nord oder Wandsbek beläuft sich die Ersparnis immerhin auf 100 bis 199 Euro im Monat. Das Angebot ist allerdings begrenzt.

Selbst bei steigenden Zinsen kann es in Hamburg noch attraktive Kaufgelegenheiten geben – beispielsweise in Bahrenfeld, Barmbek-Nord, Eidelstedt und Horn. Auch der Bezirk Wandsbek bietet einige finanzierbare Stadtteile wie Rahlstedt oder Tonndorf. Erst wenn der Zinssatz auf 3,7 Prozent steigt, lohnt sich im Durchschnitt aller angebotenen Wohnungen der Kauf nicht mehr. Denn dann ist nur noch die Hälfte der angebotenen 70-m²-Eigentumswohnungen günstiger als eine durchschnittliche Mietwohnung gleicher Größe. „Da wir diesen Zinssatz aber mittelfristig nicht erwarten, haben die Hamburger weiter gute Aussichten, ihr eigenes Zuhause nicht nur günstig zu finanzieren, sondern auch noch Geld zu sparen“, ist der Immobilien-Experte Dirk Kuckerz überzeugt.

Hintergrundinformationen zur Städteanalyse Hamburg im Rahmen der Studie „Postbank Wohnatlas 2015“

Für die Studie hat das Wirtschaftsinstitut Prognos aktuelle Einkommens- und Immobilienmarktdaten aus Hamburg ausgewertet, um für verschiedene Haushaltstypen die jeweilige Wohnkaufkraft zu ermitteln.
Für jeden Haushaltstyp wurde ermittelt, in welchem Stadtteil passender Wohnraum in Bezug auf Immobilientyp und -größe zur Miete und zum Kauf bei einem ortstypischen mittleren Haushaltseinkommen bezahlbar ist.

Bezahlbar bedeutet, dass die Kaltmiete nicht mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens beträgt und beim Immobilienkauf die Finanzierungslast maximal 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ausmacht. Die Annahmen sind konservativ gerechnet. Laut Statistischem Bundesamt liegt die Mietbelastungsquote in Deutschland durchschnittlich zwischen 20 Prozent und 25 Prozent. Beim Kauf orientiert sich der Wert für die Belastungsgrenze an dem, was Verbraucherzentralen empfehlen. Bei der Finanzierung von Wohneigentum wird eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent zugrunde gelegt, welche auch die angenommenen zehn Prozent Nebenkosten beim Immobilienkauf abdeckt.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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