2015

Postbank-Studie: In Frankfurt ist kaufen oft günstiger als mieten

Presseinformation vom 25.06.2015
  • Immobilienkäufer können selbst in beliebten Stadtteilen rund 270 Euro pro Monat sparen
  • Singles finden Eigentumswohnungen besonders in Heddernheim und Teilen von Bornheim
  • Schwanheim lockt Familien mit günstigen Einfamilienhäusern

Gute Voraussetzungen für alle Frankfurter, die mit einem Eigenheim liebäugeln: Durchschnittsverdiener können sich in vielen Stadtteilen außerhalb des Zentrums eine eigene Immobilie leisten. Besonders günstig sind Bergen-Enkheim und Nieder-Eschbach. Aber auch zentrale Viertel wie Ginnheim, Dornbusch oder Teile des Trendviertels Bornheim bieten noch Chancen. In vielen Lagen bleiben bei der Finanzierung eines Eigenheims sogar monatlich bis zu 350 Euro mehr in der Tasche. Das zeigt die Auswertung der Postbank-Studie "Wohnatlas 2015" für die Stadt Frankfurt am Main. Dafür wurden für Paare, Familien und Singles die jeweils attraktivsten Gegenden für einen Immobilienkauf ermittelt.

Kaufen vs. Miete in Frankfurt
Quelle: Postbank

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Paare haben Auswahl – zentrumsnah und günstig wohnt man in Ginnheim und Dornbusch

Doppelverdiener können sich fast überall in Frankfurt eine Eigentumswohnung leisten. Im zentralen Ginnheim, dem nördlichen Nieder-Erlenbach und dem nordöstlichen Berkersheim müssen Paare nicht mehr als 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für eine 110-Quadratmeter-Eigentumswohnung ausgeben. Knapp 36 Prozent des Einkommens kostet das Wohnen im zentralen Stadtteil Dornbusch. Doch auch in anderen Vierteln gibt es bezahlbaren Wohnraum, der mit weniger als 40 Prozent ihres gemeinsamen Einkommens finanziert werden kann. Das ist die Obergrenze, die Experten für die Immobilienfinanzierung empfehlen. Da das Angebot großzügiger Eigentumswohnungen im Stadtkern jedoch begrenzt ist, sollten Paare nach ihrer Traumwohnung auch am Stadtrand Ausschau halten.

Im östlichsten Stadtteil Bergen-Enkheim sind die Konditionen am besten: Hier kostet eine 110 Quadratmeter große Eigentumswohnung nur knapp 25 Prozent des Nettoeinkommens. Dafür lockt der Stadtteil mit Streuobstwiesen und Aussicht auf den Odenwald.

In einigen zentralen Stadteilen wie dem trendigen Gallus, steigt die Finanzierungslast auf bis zu 48 Prozent. "Paare, die mehr Eigenkapital als die standardmäßig zugrunde gelegten 20 Prozent mitbringen, können aber auch hier fündig werden", sagt Peter Eickmeier Baufinanzierungsexperte von der Postbank.

Schwanheim und Sossenheim locken Familien mit finanzierbaren Einfamilienhäusern

Familien finden außerhalb der City bezahlbare Einfamilienhäuser mit 130 Quadratmetern. Im westlichen Stadtteil Schwanheim sind die Konditionen am attraktivsten: Hier kostet ein 130-Quadratmeter-Haus unter 29 Prozent des Nettoeinkommens. Auch in Nieder-Eschbach und Fechenheim müssen Paare mit einem Kind nicht mehr als 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für Wohneigentum ausgeben. In Frankfurts westlichen Stadtteilen wie Unterliederbach und dem angrenzenden Sossenheim gibt es Einfamilienhäuser, die mit weniger als 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens finanziert werden können.

Größere Familien, die Häuser mit 195 Quadratmetern oder mehr suchen, haben es im Stadtgebiet nicht ganz so leicht. Die günstigsten Konditionen bietet das westliche Schwanheim. "Der Stadtteil eignet sich mit seinem dörflichen Charakter und der Nähe zu Main und Naturschutzgebiet hervorragend für Familien. Wer zum Beispiel durch eine Erbschaft etwas mehr Kapital mitbringt, wird hier noch fündig", sagt Immobilienexperte Peter Eickmeier. Knapp 46 Prozent des Einkommens müssen für ein Haus in dieser Lage bezahlt werden.

Singles finden im Westen bezahlbare Eigentumswohnungen

Auch Singles finden in der Main-Metropole finanzierbare Eigentumswohnungen. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung müssen sie beispielsweise im nordwestlichen Stadtteil Heddernheim nur etwa 30 Prozent ihres Nettoeinkommens aufbringen. Besonders günstig ist es im Frankfurter Osten, in Bergen-Enkheim. Hier liegt die Finanzierungslast bei unter 30 Prozent. Sogar in Teilen der Trendviertel Riederwald und Fechenheim kommen Singles mit 34,7 Prozent ihres Einkommens aus. Auch in den westlichen Stadtteilen Schwanheim und Griesheim bleiben Alleinstehende trotz Nähe zum Main unter der 35-Prozent-Grenze.

Über 200 Euro Ersparnis beim Immobilienkauf

Bei den derzeit niedrigen Zinsen ist der Kauf von Eigentumswohnungen in vielen Stadtteilen deutlich günstiger als Mieten. Vor allem im Westen und entlang der Flüsse Nidda und Main können beim Erwerb einer 70-Quadratmeter-Wohnung 200 Euro und mehr im Monat gespart werden. Im Nordwesten der City, in Heddernheim und Niederursel lässt sich mit 359 Euro die größte Ersparnis realisieren, wenn eine Wohnung zwischen beschaulichen Fachwerkhäusern gekauft und nicht gemietet wird. Zentrumsnah lassen sich bei Eigentumswohnungen in Dornbusch, Ginnheim und Praunheim mehr als 250 Euro einsparen. Wer im Kneipenviertel Sachsenhausen noch ein Kaufobjekt findet, hat dort bis zu 276 Euro mehr in der Tasche. "Eine etwas größere Auswahl an Immobilien findet sich im angrenzenden Stadtteil Niederrad, in dem der Kauf einen Vorteil von bis zu 277 Euro monatlich hat", rät Immobilienexperte Eickmeier. In den westlichen Stadtteilen wie Griesheim, Nied und Schwanheim lassen sich mit passenden Kaufobjekten ebenfalls Vorteile von bis zu 300 Euro erzielen.

Das gilt auch für 110-Quadratmeter-Wohnungen: Kaufen ist in den meisten Fällen günstiger als Mieten. Doch hier sind die Unterschiede zwischen den Stadtteilen größer. Wer nördlich der Innenstadt in Ginnheim fündig wird, kann sogar 518 Euro gegenüber der Mietwohnung einsparen. Auch in den angrenzenden Stadtteilen Dornbusch und Bockenheim sind bis zu 450 Euro Ersparnis möglich.

Konditionen bleiben auch bei steigenden Zinsen gut

Selbst wenn die Zinsen steigen sollten, bleiben Immobilien in Frankfurt am Main finanzierbar. Vor allem im westlichen Griesheim und nord-westlichen Heddernheim sind 70-Quadratmeter-Wohnungen attraktiv zu finanzieren. Erst wenn der Zinssatz 4,1 Prozent erreicht, gilt das nicht mehr. "Da wir Zinsen in dieser Höhe aber mittelfristig nicht erwarten, haben die Frankfurter weiterhin gute Aussichten, ihr eigenes Zuhause nicht nur günstig zu finanzieren, sondern im Vergleich zur Miete auch noch Geld zu sparen", sagt Immobilienfachmann Eickmeier. Bei größeren Wohnungen mit 110 Quadratmetern liegt der Grenzzinssatz bei 3,6 Prozent. Doch auch hier sind bei steigenden Zinsen im Nord-Osten und dem Stadtteil Berge-Enkheim noch attraktive Kaufvorteile möglich.

Hintergrundinformationen zur Städteanalyse Frankfurt im Rahmen der Studie "Postbank Wohnatlas 2015"

Für die Studie hat das Wirtschaftsinstitut Prognos aktuelle Einkommens- und Immobilienmarktdaten aus Frankfurt am Main ausgewertet, um für verschiedene Haushaltstypen die jeweilige Wohnkaufkraft zu ermitteln. Für jeden Haushaltstyp wurde untersucht, in welchem Stadtteil passender Wohnraum in Bezug auf Immobilientyp und -größe zur Miete und zum Kauf bei einem ortstypischen mittleren Haushaltseinkommen bezahlbar ist.

Bezahlbar bedeutet, dass die Kaltmiete nicht mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens beträgt und beim Immobilienkauf die Finanzierungslast maximal 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ausmacht. Die Annahmen sind konservativ gerechnet. Laut Statistischem Bundesamt liegt die Mietbelastungsquote in Deutschland durchschnittlich zwischen 20 Prozent und 25 Prozent. Beim Kauf orientiert sich der Wert für die Belastungsgrenze an dem, was Verbraucherzentralen empfehlen. Bei der Finanzierung von Wohneigentum wird eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent zugrunde gelegt, welche auch die angenommenen zehn Prozent Nebenkosten beim Immobilienkauf abdeckt.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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