2015
Postbank-Studie: In Bremen ist kaufen häufig günstiger als mieten
- Selbst in beliebten Stadtteilen lassen sich beim Immobilienkauf 300 Euro pro Monat sparen
- Oberneuland lockt Familien mit günstigen Einfamilienhäusern
- Paare finden Eigentumswohnungen im Osten der Hansestadt
Gute Nachrichten für alle Bremer, die mit einem Eigenheim liebäugeln: Ob Horn-Lehe, östliche Vorstadt oder Schwachhausen – Durchschnittsverdiener können sich sogar in begehrten Stadtteilen eine eigene Immobilie leisten. In vielen Lagen bleiben bei der Finanzierung eines Eigenheims sogar monatlich bis zu 300 Euro mehr in der Tasche als bei der Miete. Das zeigt die Auswertung der Postbank-Studie "Wohnatlas 2015" für die Stadt Bremen. Dabei wurden für Paare, Familien und Singles die jeweils attraktivsten Gegenden für einen Immobilienkauf ermittelt.
Kaufen vs. Mieten in Bremen
Quelle: Postbank
Über 500 Euro monatliche Ersparnis möglich
"Bei den derzeitigen Finanzierungsbedingungen ist der Kauf von Eigentumswohnungen in vielen Bremer Stadtteilen deutlich günstiger als Mieten. Vor allem im Westend können beim Erwerb einer 70-Quadratmeter-Wohnung mehr als 300 Euro im Monat gespart werden", sagt Werner Oest, Direktor der Postbank Immobilien GmbH in Bremen. In einigen Gebieten des Bezirks Ost wie beispielsweise Hastedt und Mahndorf, sowie im südlichen Huchting sind immerhin noch mehr als 250 Euro Ersparnis möglich. Bei 110-Quadradmeter-Wohnungen ist die Bilanz sogar noch attraktiver: Wer in der Neustadt fündig wird, kann monatlich 557 Euro im Vergleich zur Miete sparen. Im östlichen Gete und nördlichen Lesum sind mehr als 350 Euro Ersparnis machbar.
Paare haben freie Auswahl – besonders günstige Objekte finden sie im Osten
Doppelverdiener können sich fast überall in Bremen eine Eigentumswohnung leisten. Selbst in beliebten Gegenden wie Schwachhausen oder der östlichen Vorstadt gibt es für sie 110-Quadratmeter-Wohnungen, die sie mit weniger als 40 Prozent ihres gemeinsamen Nettoeinkommens finanzieren können. Das ist die Obergrenze, die Experten für die Immobilienfinanzierung empfehlen. Das Angebot großzügiger Eigentumswohnungen und älterer Reihenhäuser des begehrten Typs "Bremer Haus" ist zwar begrenzt, doch in den beliebten Wohngegenden entstehen zunehmend Neubauten. Besonders günstig ist es im Stadtteil Burglesum. Hier sind gerade einmal 12,7 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens zur Finanzierung nötig.
Ein breites und günstiges Angebot gibt es im Bremer Osten: Für Objekte in Gete, Horn-Lehe und Oberneuland müssen kinderlose Paare meist weniger als 25 Prozent ihres Nettoeinkommens aufbringen. Nur in einigen Teilen der historischen Altstadt steigt die Finanzierungslast auf knapp über 40 Prozent. "Paare, die mehr Eigenkapital als die standardmäßig zugrunde gelegten 20 Prozent mitbringen, können aber selbst hier fündig werden", sagt Immobilienexperte Oest.
Oberneuland, Blumenthal und Grohn locken Familien mit Einfamilienhäusern
Familien finden außerhalb der City fast in jedem Ortsteil bezahlbare Einfamilienhäuser mit 130 Quadratmetern Wohnfläche. Oberneuland im Osten Bremens ist lebendig und grün. Selbst in diesem noblen dörflichen Stadtteil mit seinen Parks und Bauernhöfen zahlen Familien oft weniger als 25 Prozent ihres Einkommens für ein Haus. In den Ortsteilen Farge und Blumenthal am rechten Ufer der Unterweser sind die Konditionen besonders gut: Hier müssen Familien für ein 130-Quadratmeter-Haus durchschnittlich nicht mehr als 23 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens aufwenden. Auch im nordwestlichen Grohn gibt es ausreichend Häuser, die mit weniger als 25 Prozent finanziert werden können. Dort, wo die Lesum in die Weser mündet, wohnen Familien im Grünen und etwa 20 Kilometer von der Bremer City entfernt. Für große Familien, die ein Haus mit rund 195 Quadratmetern suchen, wird es in der Innenstadt schwierig. Sie finden aber beispielsweise im südlichen Habenhausen Eigentum, das sie mit rund 30 Prozent ihres Einkommens finanzieren können.
Eigentumswohnungen für Singles in Mahndorf und Lindenhof
Auch Singles finden in der Hansestadt finanzierbare Eigentumswohnungen. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung müssen sie im Schnitt weniger als 25 Prozent ihres Nettoeinkommens aufbringen. Besonders günstig ist es im südöstlichen Mahndorf, hier sind nur 14,7 Prozent nötig. Das etwa acht Kilometer von der Innenstadt entfernte Viertel mit seinem beliebten Badesee ist gut an Autobahn, S- und Bundesbahn angeschlossen. "Zentraler gibt es im Neustädter Hafen zwischen alten Speichern bezahlbare Wohnungen für Singles. Hier werden im Schnitt 23 Prozent des Einkommens fällig", sagt Fachmann Oest. Auch im zentralen Lindenhof-Viertel kommen Singles mit 22 Prozent ihres Einkommens aus. In das trendige "Multikulti-Viertel" ziehen zunehmend Studenten und Künstler.
Konditionen bleiben gut
Selbst falls die Zinsen steigen sollten, bleiben Immobilien in Bremen finanzierbar. Erst wenn der Zinssatz 6,3 Prozent erreicht, ist Mieten günstiger als Kaufen. Bei größeren Wohnungen mit 110 Quadratmetern ist diese Grenze bereits bei 4,5 Prozent erreicht. "Da wir Zinsen in dieser Höhe aber mittelfristig nicht erwarten, haben die Bremer weiterhin gute Aussichten, ihr eigenes Zuhause nicht nur günstig zu finanzieren, sondern im Vergleich zur Miete auch noch Geld zu sparen", so Werner Oest.
Hintergrundinformationen zur Städteanalyse Bremen im Rahmen der Studie "Postbank Wohnatlas 2015"
Für die Studie hat das Wirtschaftsinstitut Prognos aktuelle Einkommens- und Immobilienmarktdaten aus Bremen ausgewertet, um für verschiedene Haushaltstypen die jeweilige Wohnkaufkraft zu ermitteln. Für jeden Haushaltstyp wurde untersucht, in welchem Stadtteil passender Wohnraum in Bezug auf Immobilientyp und -größe zur Miete und zum Kauf bei einem ortstypischen mittleren Haushaltseinkommen bezahlbar ist.
Bezahlbar bedeutet, dass die Kaltmiete nicht mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens beträgt und beim Immobilienkauf die Finanzierungslast maximal 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ausmacht. Die Annahmen sind konservativ gerechnet. Laut Statistischem Bundesamt liegt die Mietbelastungsquote in Deutschland durchschnittlich zwischen 20 Prozent und 25 Prozent. Beim Kauf orientiert sich der Wert für die Belastungsgrenze an dem, was Verbraucherzentralen empfehlen. Bei der Finanzierung von Wohneigentum wird eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent zugrunde gelegt, welche auch die angenommenen zehn Prozent Nebenkosten beim Immobilienkauf abdeckt.
