2015
Postbank-Studie: In Karlsruhe ist kaufen fast immer günstiger als mieten
- Selbst in beliebten Stadtteilen lassen sich beim Immobilienkauf 200 Euro pro Monat gegenüber der Miete sparen
- Durlach und Knielingen locken Familien mit günstigen Einfamilienhäusern
- Singles finden Eigentumswohnungen vor allem in Grötzingen
Gute Chancen für alle Karlsruher, die von den eigenen vier Wänden träumen: Sogar in beliebten Lagen der westlichen Innenstadt oder im neuen Stadtteil Nordstadt können sich auch Durchschnittsverdiener häufig eine eigene Immobilie leisten. Besonders günstig ist der Osten der baden-württembergischen Großstadt. In vielen Lagen bleiben beim Kauf eines Eigenheims sogar monatlich bis zu 250 Euro mehr in der Tasche. Das zeigt die Auswertung der Postbank-Studie "Wohnatlas 2015" für Karlsruhe. Dabei wurden für Paare, Familien und Singles die jeweils attraktivsten Gegenden für einen Immobilienkauf ermittelt.
Kaufen vs. Miete in Karlsruhe
Quelle: Postbank
Paare haben freie Auswahl – besonders günstig ist es im Norden und Osten
Doppelverdiener können sich fast überall in Karlsruhe eine Eigentumswohnung leisten. Selbst in Teilen der begehrten Innenstadt gibt es für sie noch 110-Quadratmeter-Wohnungen, die mit weniger als 40 Prozent des gemeinsamen Nettoeinkommens finanzbar sind. Das ist die Obergrenze, die Experten für die Immobilienfinanzierung empfehlen. Zentral und grün ist der jüngste Stadtteil Nordstadt, der sich seit dem Abzug der US-Streitkräfte zu einer begehrten, aber dennoch bezahlbaren Wohngegend entwickelt. "In Teilen der Hardtwaldsiedlung finden Paare Eigentumswohnungen, für die sie monatlich unter 30 Prozent ihres Einkommens ausgeben müssen", sagt Vertriebsdirektorin Ortrud Mau, Baufinanzierungsexpertin Postbank Filialvertrieb in Karlsruhe. Besonders günstig ist es im östlichen Durlach. In Karlsruhes größtem Bezirk werden in einigen Bereichen nur knapp über 21 Prozent des gemeinsamen Nettoeinkommens für eine Eigentumswohnung fällig. Auch im Bezirk Nord bleiben Doppelverdiener meist sogar unter 30 Prozent ihres Einkommens.
Knielingen lockt Familien mit günstigen Einfamilienhäusern
Familien finden außerhalb der City noch in etwa der Hälfte der Stadtteile bezahlbare Einfamilienhäuser mit 130 Quadratmetern. Besonders gut sind die Konditionen in Durlach. Hier müssen Familien für ein Haus mit 130 Quadratmetern nur rund 27 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens aufwenden. Auch im Bezirk Ost gibt es ausreichend Einfamilienhäuser, die mit rund 30 Prozent des Einkommens finanziert werden können. In Karlsruhe Nord sind durchschnittlich 35,5 Prozent notwendig. Potenzial besteht hier besonders in der familienfreundlichen amerikanischen Siedlung nah am Naturschutzgebiet.
Im Westen sind beispielsweise im Stadtteil Knielingen am gleichnamigen See noch einige Häuser zu finden, die sich mit weniger als 35 Prozent des Einkommens finanzieren lassen. Auch im Norden Knielingens wurde nach Abzug der US-Truppen ein rund 30 Hektar großes Gebiet frei, das nun mit Reihenhäusern und Wohnungen bebaut wird. Im früheren Fischerdorf Daxlanden wohnen Familien idyllisch unweit von Innenstadt und Rhein. Dafür werden jedoch etwas mehr als die empfohlenen 40 Prozent des Einkommens fällig. "Wer mehr als die standardmäßig zugrunde gelegten 20 Prozent Eigenkapital mitbringt, kann aber auch hier fündig werden", sagt Immobilienexpertin Mau.
Singles finden im Osten der Stadt ihre Traumwohnung
Auch für Singles gibt es in Karlsruhe Eigentumswohnungen, die sie als Alleinverdiener finanzieren können. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung müssen sie oft weniger als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens ausgeben. Die günstigsten Konditionen finden Alleinstehende in Teilen von Durlach, hier bleibt die finanzielle Belastung unter 24 Prozent. Auch im angrenzenden Bezirk Ost kommen Singles mit unter 30 Prozent ihres Einkommens aus. Grötzingen bietet ein Waldgebiet und guten S-Bahn-Anschluss an die Innenstadt.
Über 200 Euro Ersparnis beim Kauf möglich
Bei den günstigen Finanzierungsbedingungen ist der Kauf von Eigentumswohnungen in vielen Karlsruher Stadtteilen deutlich günstiger als die Miete. "Vor allem im westlich des Schlosses gelegenen Teil der Innenstadt können beim Kauf einer 70-Quadratmeter-Wohnung teilweise mehr als 200 Euro im Monat gespart werden", so Mau. Auch in Teilen der Bezirke Ost und Süd sieht die Bilanz ähnlich aus. Bei 110-Quadratmeter-Wohnungen sind vor allem in Teilen von Karlsruhe Nord und Durlach noch Immobilien zu finden, die monatlich mehr als 250 Euro günstiger sind als Mietwohnungen.
Konditionen bleiben auch bei steigenden Zinsen gut
Selbst wenn die Zinsen steigen sollten, bleiben Immobilien in Karlsruhe finanzierbar. Erst wenn der Zinssatz 4,6 Prozent erreicht, sind 70-Quadratmeter-Wohnungen nicht mehr attraktiv. Bei größeren Wohnungen mit 110 Quadratmetern ist bereits bei 3,9 Prozent die Grenze erreicht, bis zu der sich ein Kauf gegenüber der Miete rechnet. „Da wir Zinsen in dieser Höhe aber mittelfristig nicht erwarten, haben die Karlsruher weiterhin gute Aussichten, ihr eigenes Zuhause nicht nur günstig zu finanzieren, sondern im Vergleich zur Miete auch noch Geld zu sparen“, erläutert Immobilienfachfrau Mau.
Hintergrundinformationen zur Städteanalyse Karlsruhe im Rahmen der Studie "Postbank Wohnatlas 2015"
Für die Studie hat das Wirtschaftsinstitut Prognos aktuelle Einkommens- und Immobilienmarktdaten aus Karlsruhe ausgewertet, um für verschiedene Haushaltstypen die jeweilige Wohnkaufkraft zu ermitteln. Für jeden Haushaltstyp wurde untersucht, in welchem Stadtteil passender Wohnraum in Bezug auf Immobilientyp und -größe zur Miete und zum Kauf bei einem ortstypischen mittleren Haushaltseinkommen bezahlbar ist.
Bezahlbar bedeutet, dass die Kaltmiete nicht mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens beträgt und beim Immobilienkauf die Finanzierungslast maximal 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ausmacht. Die Annahmen sind konservativ gerechnet. Laut Statistischem Bundesamt liegt die Mietbelastungsquote in Deutschland durchschnittlich zwischen 20 Prozent und 25 Prozent. Beim Kauf orientiert sich der Wert für die Belastungsgrenze an dem, was Verbraucherzentralen empfehlen. Bei der Finanzierung von Wohneigentum wird eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent zugrunde gelegt, welche auch die angenommenen zehn Prozent Nebenkosten beim Immobilienkauf abdeckt.
