Wenn der Ehepartner stirbt: Diese Leistungen stehen mir zu

Presseinformation vom 23.09.2015

Beim Tod des Partners können viele Versorgungsansprüche für den Hinterbliebenen bestehen. Gesetzliche Rente, Betriebsrente, Unfallrente oder Pension. Am häufigsten ist allerdings der Anspruch aus der gesetzlichen Rente.

Man sollte zu Lebzeiten mit seinem Partner das Thema Hinterbliebenenversorgung besprechen
Bild Nr. 1322, Quelle: Postbank
© Jochen Manz

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Wenn das Haupteinkommen einer Familie wegbricht, hängt von der Höhe der Hinterbliebenenrente vieles ab: Reicht das Geld, um die gemeinsame Wohnung auch alleine zu finanzieren? Ist die Rente so klein, dass soziale Hilfen beantragt werden müssen? Es kann ratsam sein, sich bei der Ermittlung der Ansprüche von einem Rentenberater unterstützen zu lassen. Er klärt, bei welchem Versorgungsträger Rentenansprüche bestehen und in welcher Höhe. Für die Anmeldung der Rente haben die Hinterbliebenen bzw. der Rentenberater drei Monate lang Zeit. In diesem "Sterbevierteljahr" erhalten Witwen und Witwer die volle Rente, die ihrem Partner bereits als Altersrente gezahlt wurde oder zugestanden hätte, wenn er aus dem Erwerbsleben ausgeschieden wäre. Voraussetzung ist, dass er mindestens fünf Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt hat. War der Verstorbene Rentner, kann sich der verbliebene Ehepartner diese „Überbrückungszahlung“ als Vorschuss auf einen Schlag auszahlen lassen. Denn vielleicht sind die Kosten für die Beerdigung höher als die Ersparnisse. Eines ist nämlich klar: Die Witwen- oder Witwerrente ist mindestens 40 Prozent niedriger als die Rente des Verstorbenen. Hinterbliebene dürfen eine wichtige Frist nicht verstreichen lassen: "Der Vorschuss muss innerhalb von 30 Tagen nach dem Ableben beantragt werden. Die Deutsche Post zahlt die Rente über den Rentenservice aus und gibt Auskünfte allgemeiner Art", erläutert Anja Maultzsch von der Postbank. Bei der Beantragung muss neben dem eigenen Personalausweis auch die Sterbeurkunde am Schalter vorgelegt werden.

Wie hoch ist meine Rente?

Ist der gewohnte Lebensstandard für eine Zeit gesichert, stellt sich nun die Frage, wie es danach weitergeht. Und hier kommt es auf die Details an: Je nach Datum der Eheschließung und Alter der Ehepartner haben die Hinterbliebenen einen unterschiedlich hohen Anspruch auf die Rente des Verstorbenen sowie die Dauer der Zahlung. Die mögliche Höhe reicht von 25 Prozent ("kleine Witwen-/Witwerrente") bis 60 Prozent („große Witwen-/Witwerrente“). "Die Regelungen zur Hinterbliebenenrente sind komplex und die Ansprüche müssen im Einzelfall geprüft werden, etwa mithilfe des Rentenberaters", rät Anja Maultzsch. "Die Hinterbliebenenrente wird bei dem Rentenversicherungsträger, an den zuletzt Beiträge gezahlt wurden, oder beim Versicherungsamt der Gemeinde beantragt." Zusätzlich zur Überbrückungszahlung und zur Witwen- oder Witwerrente besteht möglicherweise Anspruch auf Leistungen aus einer Betriebs- oder Unfallrente. "Es ist wichtig, die Verträge genau zu prüfen", so Anja Maultzsch, "und schon zu Lebzeiten mit den Angehörigen über Rentenansprüche zu sprechen." Weiterführende Informationen dazu sowie zur Regelung für Beamte und den Ansprüchen für Geschiedene finden Interessierte in dem Postbank Ratgeber "Wichtige Informationen für Hinterbliebene" unter www.postbank.de/ratgeber-fuer-hinterbliebene. Konkrete Fragen zur Erbabwicklung beantworten Postbank Experten persönlich unter der Rufnummer 0800-1008904 (Montag bis Freitag 8–20 Uhr, ­Samstag 10–16 Uhr).

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch-Reichelt
Pressesprecherin
iris.laduch-reichelt@postbank.de
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