2015

Postbank mit unvermindert positivem Geschäftsverlauf nach neun Monaten

Presseinformation vom 12.11.2015
  • Bereinigtes Vorsteuerergebnis steigt stark um 13,8 Prozent auf 453 Millionen Euro
  • Verwaltungsaufwand sinkt um 7,8 Prozent
  • Harte Kernkapitalquote steigt auf 10,7 Prozent
  • Kreditgeschäft und Digitalisierung etablieren sich als Wachstumstreiber
  • Frank Strauß: „Werden Hausaufgaben konsequent abarbeiten“

Die positive Entwicklung bei der Postbank hat sich auch im dritten Quartal 2015 fortgesetzt. Das um wesentliche Sondereffekte bereinigte Vorsteuerergebnis stieg um 13,8 Prozent, von 398 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2014, auf 453 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2015. Hier konnten die Ergebnisbelastungen aus der Zinsentwicklung und den veränderten Vertragsbedingungen mit der Deutsche Post AG durch die gute Entwicklung des operativen Geschäfts, insbesondere im Kreditgeschäft mit privaten Kunden, mehr als ausgeglichen werden. Erfreulich entwickelte sich auch der Verwaltungsaufwand. Er sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro (9M 2014: 2,05 Milliarden Euro). Neben strukturellen Einsparungen durch die Verlängerung des Vertrags mit der Deutsche Post AG hat sich hierbei einmal mehr auch das operative Kostenmanagement der Postbank positiv ausgewirkt.

Das Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche wuchs in den ersten neun Monaten des Jahres um 34,4 Prozent auf 383 Millionen Euro (Vorjahr: 285 Millionen Euro).

Die Bilanzsumme wurde weiter verringert und betrug zum 30. September 2015 151,7 Milliarden Euro nach 155,5 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2014.

Die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1 fully phased-in) stieg erfreulich an und lag bei 10,7 Prozent (31. Dezember 2014: 10,5 Prozent). Die Eigenkapitalrendite (Return-on-Equity) vor Steuern betrug 8,0 Prozent (nach Steuern: 7,6 Prozent) und liegt damit unvermindert auf einem im Marktvergleich guten Niveau. 

Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Postbank, sagte: „Die Postbank kommt in ihrem Transformationsprozess weiterhin gut voran. Die Zahlen der ersten neun Monate dieses Jahres unterstreichen die Wettbewerbsfähigkeit unseres Geschäftsmodells auch in einem unvermindert schwierigen Marktumfeld. Dabei nähern wir uns stetig unserem Ziel einer ausgeglichenen Bilanzstruktur aus Kundeneinlagen und -krediten. Unsere Kostendisziplin ist bemerkenswert. Und viele unserer Kennziffern bewegen sich deutlich in die richtige Richtung. Gleichwohl werden wir unsere Hausaufgaben weiterhin konsequent abarbeiten.“

Als Treiber der positiven Geschäftsentwicklung zeigte sich unverändert das Kreditgeschäft mit Privat- und Firmenkunden. Im Segment Privatkunden (Ratenkredite) wuchs das Neugeschäftsvolumen um rund 165 Millionen Euro bzw. 9,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.
Bei der Kreditvergabe an Firmenkunden konnte die Postbank um rund 654 Millionen Euro (+28,7 Prozent) auf 2,9 Milliarden Euro zulegen. Dabei wuchs das Neugeschäft bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung kräftig um 485 Millionen Euro (+31,0 Prozent).

Beim Neugeschäft in der privaten Baufinanzierung verzeichnete die Postbank insgesamt ein kräftiges Wachstum von 19,7 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro (9M 2014: 6,77 Milliarden Euro).

Die wachsende Bedeutung des Vertriebskanals Online zeigte sich auch mit Ablauf des dritten Quartals 2015. So entfielen von den insgesamt 320.000 neu abgeschlossenen Girokonten 20 Prozent auf diesen Vertriebskanal. Im Vorjahr waren es 16 Prozent. Der Anteil der onlinefähigen Girokonten stieg zum Ende des dritten Quartals auf 79 Prozent nach 76 Prozent im Vergleichszeitraum 2014.

Frank Strauß: „In Vorbereitung auf die Eigenständigkeit der Postbank zeigt sich, dass wir u.a. mit unserem Wachstum im Kreditgeschäft sowie dem Ausbau unserer starken Marktposition als Digitalbank die Basis für eine anhaltend positive Entwicklung in der Zukunft legen können.“

Erfolgsrechnung

Das bereinigte Ergebnis vor Steuern der Postbank (d.h. ohne Berücksichtigung der wesentlichen Sondereffekte) stieg um 13,8 Prozent von 398 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2014 auf 453 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2015. Bereinigt wurden dabei die Entkonsolidierung der Servicegesellschaften (2014: 361 Millionen Euro), Integrationsaufwendungen (2014: -44 Millionen Euro, 2015: -50 Millionen Euro), Aufwendungen für Rechtsrisiken (2014: -52 Millionen Euro), Zinsen auf eine Steuernachzahlung für vorhergehende Geschäftsjahre (2014: -34 Millionen Euro) sowie eine Nachzahlung der Bankenabgabe (2014: -9 Millionen Euro).

Die Postbank erzielte in den ersten neun Monaten 2015 trotz des Wegfalls der im Vorjahr enthaltenen anteiligen wesentlichen Sondereffekte aus der Bündelung der Servicegesellschaften in den fortgeführten Geschäftsbereichen ein Ergebnis vor Steuern von 403 Millionen Euro (9M 2014: 401 Millionen Euro).

Der Gewinn nach Steuern in den fortgeführten Geschäftsbereichen betrug 383 Millionen Euro (Vorjahr: 285 Millionen Euro). In den ersten neun Monaten des Vorjahres entfielen zusätzlich 147 Millionen Euro auf den durch die Bündelung der Servicegesellschaften im Konzern Deutsche Bank aufgegebenen Geschäftsbereich.

Das Ergebnis vor Steuern (einschließlich des in 2014 aufgegebenen Geschäftsbereichs) lag mit 403 Millionen Euro um 217 Millionen Euro unter dem Vorjahreszeitraum. Wesentlicher Grund hierfür war die im Vorjahr vorgenommene Bündelung der Servicegesellschaften im Konzern Deutsche Bank, die sich im zweiten Quartal 2014 mit einem positiven Entkonsolidierungseffekt von 349 Millionen Euro sowie dem Abgang von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 12 Millionen Euro im Finanzanlageergebnis niederschlug.

Das Ergebnis nach Steuern lag mit 383 Millionen Euro um 11,3 Prozent unter dem Vorjahreswertwert (9M 2014: 432 Millionen Euro). Ausschlaggebend hierfür war ebenfalls der Entkonsolidierungseffekt der Servicegesellschaften in Höhe von 361 Millionen Euro, der im Vergleichszeitraum 2014 positiv zu Buche geschlagen hatte.

Der Entkonsolidierungseffekt war mit 199 Millionen Euro dem aufgegebenen Geschäftsbereich zuzuordnen, für den in den ersten neun Monaten 2014 ein Ergebnis vor Steuern von 219 Millionen Euro erzielt wurde. Trotz der Zurechnung positiver Entkonsolidierungseffekte in Höhe von 162 Millionen Euro zu den fortgeführten Geschäftsbereichen im Jahr 2014 stieg das Vorsteuerergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 Millionen Euro auf 403 Millionen Euro.
Das Ergebnis nach Steuern in den fortgeführten Geschäftsbereichen stieg um 98 Millionen Euro oder 34,4 Prozent, da sich die außergewöhnlichen Steuerbelastungen aufgrund einer Steuernachzahlung für vorhergehende Geschäftsjahre im Vorjahr im Berichtszeitraum nicht wiederholten.

Die folgende Darstellung basiert auf den fortgeführten Geschäftsbereichen:

Die Gesamterträge gingen aufgrund der genannten Faktoren von 2.801 Millionen Euro auf 2.577 Millionen Euro zurück. Bereinigt um die wesentlichen Einmaleffekte in den jeweiligen Zeiträumen, war die Ertragsentwicklung trotz der anhaltend schwierigen Marktbedingungen nur leicht rückläufig. Gründe hierfür sind einerseits die Übertragung der Servicegesellschaften zum 1. April 2014 und andererseits die seit Jahresbeginn 2015 geltenden neuen Vertragsbedingungen für die Zusammenarbeit mit der Deutsche Post AG, die bei geringeren Provisionserträgen für die Erbringung von Postdienstleistungen verminderte Verwaltungsaufwendungen für die Leistungen der Postagenturen und weitere Serviceleistungen vorsehen.

Der Zinsüberschuss blieb mit 1.880 Millionen Euro gegenüber 1.881 Millionen Euro im Vorjahr nahezu unverändert. Das anhaltend niedrige Zinsniveau stellt für alle einlagenstarken Banken eine Herausforderung dar, wirkte sich jedoch auch positiv auf die Entwicklung der Zinsaufwendungen aus, die auch als Folge der De-Risking-Strategie der Postbank im Jahresvergleich um 16,5 Prozent zurückgingen.

Das Handelsergebnis verbesserte sich von -7 Millionen Euro im Vorjahr auf 35 Millionen Euro im Berichtszeitraum. Im Vorjahreszeitraum war das Ergebnis primär durch eine veränderte Bewertung von Derivatepositionen geprägt, während im laufenden Jahr u. a. positive Wechselkurseffekte verzeichnet wurden, denen ein negativer Effekt aus der weiterentwickelten Abzinsung von Derivaten gegenüberstand.
 
Der Provisionsüberschuss reduzierte sich um 96 Millionen Euro bzw. 13,7 Prozent auf 605 Millionen Euro. Ursächlich hierfür waren die seit Jahresbeginn 2015 geltenden neuen Vertragsbedingungen für die Zusammenarbeit mit der Deutsche Post AG, die bei geringeren Provisionserträgen für die Erbringung von Postdienstleistungen verminderte Verwaltungsaufwendungen für die Leistungen der Postagenturen und sonstige Serviceleistungen vorsehen.

Der Verwaltungsaufwand fiel im Berichtszeitraum um 135 Millionen Euro auf 1.893 Millionen Euro nach 2.028 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2014. Grund hierfür sind im Wesentlichen wiederum die seit Jahresbeginn geltenden Vertragsbedingungen für die Zusammenarbeit mit der Deutsche Post AG sowie die anhaltend große Kostendisziplin.

Der Saldo der Sonstigen Erträge und Aufwendungen betrug -136 Millionen Euro nach -180 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Im Vorjahr waren außergewöhnliche Belastungen in Höhe von -88 Millionen Euro enthalten, die u. a. aus Klagen und Beschwerden im Bereich der Anlageberatung, aus Aufwendungen für erwartete bzw. bereits erfolgte Rückerstattungen von Bearbeitungsgebühren für Verbraucherdarlehen und aus Zinsen auf eine Steuernachzahlung für vorhergehende Geschäftsjahre resultierten.

Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern in Höhe von -20 Millionen Euro (Vorjahr: -116 Millionen Euro) ergibt sich für die fortgeführten Geschäftsbereiche ein Gewinn nach Steuern von 383 Millionen Euro nach 285 Millionen Euro im Vorjahr. Im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn nach Steuern in dem aufgegebenen Geschäftsbereich bei 147 Millionen Euro, weshalb der Konzerngewinn im Jahresvergleich von 431 Millionen Euro auf 383 Millionen Euro zurückging.

Die Eigenkapitalrendite vor Steuern lag bei 8,0 Prozent.

Bilanzentwicklung

Die Bilanzsumme der Postbank lag zum 30. September 2015 bei 151,7 Milliarden Euro nach 155,5 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2014. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die fortgesetzte Fokussierung des Geschäfts mit dem weiteren Abbau von Risikopositionen in Verbindung mit dem Auslaufen langfristiger Passivpositionen zurückzuführen. Auf der Aktivseite der Bilanz spiegelt sich der erfolgreich fortgesetzte Abbau kapitalmarktbezogener Bestände und Risiken wider.

Ausblick

Die Postbank erwartet für das Gesamtjahr unter dem Vorbehalt der Prüfung der Beschlüsse zur Entkonsolidierung aus dem Deutsche Bank-Konzern aufgrund entfallender substanzieller Belastungen aus Steuerzahlungen im Vorjahr einen leicht erhöhten Anstieg des Nachsteuerergebnisses. Der Anstieg wird im mittleren bis höheren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen und damit etwas über dem bisher unterstellten kleineren bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Wegen der nicht wiederkehrenden positiven Sondereffekte aus der Entkonsolidierung der Servicegesellschaften im Jahr 2014 erwartet die Postbank weiterhin einen Rückgang des Ergebnisses vor Steuern, nunmehr um rund 100 Millionen Euro, etwas über dem bisher erwarteten höheren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Kontakt

Alexander Adler
Abteilungsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
alexander.adler@postbank.de
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