Postbank schliesst Geschäftsjahr 2015 mit zufriedenstellendem Ergebnis ab

Presseinformation vom 23.03.2016
  • Bereinigtes Vorsteuerergebnis von 522 Millionen Euro
  • Verbesserung wesentlicher Kennziffern
  • Sinkender Verwaltungsaufwand dank Kostendisziplin
  • Frank Strauß: „Geschäftsmodell erweist sich als nachhaltig stabil“

Die Postbank hat im Geschäftsjahr 2015 ihren erfolgreichen Weg trotz anhaltend schwieriger Marktbedingungen fortgesetzt und dabei die Robustheit und Leistungsfähigkeit ihres Geschäftsmodells erneut unter Beweis gestellt. Vor Steuern erzielte sie einen Ergebniszuwachs auf 582 Millionen Euro nach 213 Millionen Euro (ohne aufgegebene Geschäftsbereiche) im Vorjahr. Auch um wesentliche Sondereffekte bereinigt stieg das Ergebnis vor Steuern spürbar um knapp 10 Prozent auf 522 Millionen Euro (2014: 477 Millionen Euro). Auf Basis des guten Geschäftsverlaufs hat sich die Postbank im abgelaufenen Jahr in wesentlichen finanziellen und bilanziellen Kennziffern positiv weiterentwickelt. So wuchs die Rendite auf das Eigenkapital abzüglich immaterieller Vermögenswerte – Return on Tangible Equity – nach Steuern von 6,1 auf 13,0 Prozent. Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity vor Steuern) stieg von 6,9 Prozent auf 8,8 Prozent. Die harte Kernkapitalquote (CET-1, fully phased-in) stieg auf 11,4 Prozent, die Leverage Ratio (fully phased-in) der Postbank liegt mit 3,4 Prozent erstmals und deutlich über der 3-Prozent-Marke. Mit Kostendisziplin ist es außerdem gelungen, den Verwaltungsaufwand auf 2.724 Millionen Euro weiter zu senken – trotz steigender Belastungen zur Erfüllung regulatorischer Anforderungen sowie zusätzlicher Aufwendungen zur Entflechtung von der Deutschen Bank. Zudem konnte die Postbank weiter Risiken abbauen, dadurch sank die Bilanzsumme auf 150,6 Milliarden Euro (2014: 155,4 Milliarden Euro).

Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Postbank, sagte: „2015 war ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr. Unser Geschäftsmodell als Bank für Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden unter dem Leitsatz ‚digital und persönlich‘ erweist sich als nachhaltig stabil. Trotz des Niedrigzinsumfeldes, weiterhin gestiegener regulatorischer Anforderungen und einer für die Finanzbranche insgesamt volatilen Lage konnten wir uns bei wesentlichen Kennziffern verbessern. Die Postbank ist rentabel, hat ihre Kernkapitalquote deutlich gesteigert und macht gute Fortschritte, ihre Kapitalkosten zu verdienen. Insbesondere das margenstarke Kreditgeschäft wollen wir weiter ausbauen und unseren Einlagenüberhang für weiteres Wachstum nutzen. Klar ist aber auch, dass wir weiter unsere Hausaufgaben machen müssen, um künftig den Anforderungen des Kapitalmarktes noch besser gerecht werden zu können.“

Wachstumsimpulse kamen in 2015 aus dem Kreditgeschäft mit Privat- und Firmenkunden. Das Neugeschäft in der Baufinanzierung erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 10,5 Milliarden Euro (plus 16 Prozent), das Neugeschäft mit Ratenkrediten betrug 2,6 Milliarden Euro (plus 12 Prozent). Neu vergebene Kredite an Firmenkunden wuchsen auf 1,2 Milliarden Euro (plus 17 Prozent), gewerbliche Immobilienfinanzierungen auf 2,8 Milliarden Euro (plus 15 Prozent).

Erfolgreich entwickelten sich zudem die Neugeschäftsabschlüsse über digitale Kanäle: so stieg die Anzahl der digital eröffneten Girokonten um rund 19 Prozent, das Volumen der digital abgeschlossenen Ratenkredite wuchs um mehr als 8 Prozent.
Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2015 über 380.000 neue private Girokonten eröffnet. Damit führt die Postbank 5,25 Millionen Girokonten und bleibt unangefochten größter Anbieter im deutschen Markt.

Weichenstellungen für Eigenständigkeit und Weiterentwicklung der Organisation

Frank Strauß: „Mit der Vorbereitung unserer strukturellen Eigenständigkeit nehmen wir den nächsten Schritt in unserer Unternehmensgeschichte ins Visier. Für diesen weiteren Weg haben wir mit der Postbank Zukunftsagenda einen klaren Plan. Unser Ziel bleibt es, für unsere Kunden die ‚Bank fürs Leben‘ zu sein. Wir wollen ihnen ein fairer und verlässlicher Partner sein, sowohl für finanzielle als auch postalische Dienstleistungen. Vor allem aber wollen wir wachsen, unsere Effizienz steigern und erfolgreich sein. Die Digitalisierung wird hier ein wesentlicher Treiber sein.“

Um die Organisation auf die Umsetzung der Postbank Zukunftsagenda auszurichten, hat der Aufsichtsrat der Deutsche Postbank AG zum Dezember 2015 strukturelle Veränderungen im Vorstand beschlossen. Mit dem neu geschaffenen Ressort „Firmen und Märkte“ wird der Fokus auf das Mittelstandsgeschäft, die Immobilienfinanzierung sowie das Engagement an den Finanzmärkten im Vorstand neu verankert. Im Zuge der Entflechtung von der Deutschen Bank hat die Postbank zudem das neue Ressort „IT/Operations“ geschaffen, in das neben der IT u.a. die Postbank Servicegesellschaften wieder eingegliedert wurden. Zudem wurde das „Chief Digital Office“ auf Bereichsvorstandsebene eingerichtet, das die Digitalisierung der gesamten Postbank vorantreiben wird.

Beim Ausblick für 2016 erwartet die Postbank trotz einer geplanten positiven operativen Entwicklung ein um Sondereffekte bereinigtes moderat rückläufiges Vorsteuerergebnis. Unter Berücksichtigung der Sondereffekte aus 2015 und der geplanten Investitionen in ihre Zukunftsagenda erwartet  die Postbank für 2016 einen Rückgang des Ergebnisses vor Steuern um einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag, der sich auch im Konzerngewinn nach Steuern niederschlagen wird.

Erfolgsrechnung

Die Postbank erreichte im Geschäftsjahr 2015 trotz der anhaltend schwierigen Marktbedingungen in den fortgeführten Geschäftsbereichen einen Konzerngewinn vor Steuern von 582 Millionen Euro nach 213 Millionen Euro im Vorjahr. Einschließlich des ab dem 3. Quartal 2014 aufgegebenen Geschäftsbereichs Transaction Banking, der 2015 nicht mehr zum Ergebnis beitrug, lag das Ergebnis 2014 bei 432 Millionen Euro.

Das um wesentliche Sondereffekte bereinigte Vorsteuerergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr spürbar von 477 Millionen Euro um 9,6 Prozent auf 522 Millionen Euro. Zu den größten Bereinigungspositionen gehörten hierbei im Geschäftsjahr 2015 der Ertrag aus der Zugangsbewertung der Deutsche Postbank Funding Trusts I-IV (280 Millionen Euro), erhaltene Ausgleichzahlungen und zugehörige Aufwendungen aus der Beendigung der IT-Kooperation mit der Deutschen Bank (124 Millionen Euro) und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Integration in die bzw. Entflechtung von der Deutschen Bank (-204 Millionen Euro).
Im Vorjahr wurden insbesondere die Entkonsolidierung der Servicegesellschaften (361 Millionen Euro), Aufwendungen im Zusammenhang mit der Integration in die Deutsche Bank (-147 Millionen Euro) und Aufwendungen für Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Verbraucherschutzurteilen (-215 Millionen Euro) bereinigt.

Das Ergebnis nach Steuern stieg von 259 Millionen Euro im Vorjahr um 134,7 Prozent auf 609 Millionen Euro, wobei der positive Steuereffekt des Berichtsjahres in Höhe von 27 Millionen Euro im Wesentlichen durch Sonderabschreibungen begründet ist.

Die Gesamterträge in den fortgeführten Geschäftsbereichen der Postbank verminderten sich von 3.622 Millionen Euro im Jahr 2014 um 9,7 Prozent auf 3.272 Millionen Euro. Wesentliche Gründe waren die Entwicklung des Provisionsüberschusses aufgrund veränderter Bedingungen bei der Vertragsverlängerung mit der Deutsche Post AG sowie die substanziellen Einmaleffekte aus der Bündelung der Servicegesellschaften im Vorjahr.

Der Zinsüberschuss lag – entgegen der Erwartung – mit 2.403 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 2.485 Millionen Euro. Das anhaltend niedrige Zinsniveau stellt für alle einlagenstarken Banken eine Herausforderung dar, wirkte sich jedoch auch positiv auf die Entwicklung der Zinsaufwendungen aus, die im Jahresvergleich um 328 Millionen Euro bzw. 14,6 Prozent zurückgingen. Besonders positiv wirkte sich der Abbau von hochverzinslichen Verbindlichkeiten im Segment NCOU aus. Eine positive Entwicklung konnte die Postbank vor allem durch ein starkes Neukreditgeschäft im Segment Retail Banking verzeichnen. Die im Neugeschäft erzielten Margen liegen über denen der vergangenen Jahre, sodass sich die Bestandsmargen entsprechend positiv entwickeln.

Das Handelsergebnis stieg stärker als erwartet von -6 Millionen Euro im Vorjahr auf 56 Millionen Euro. Grund hierfür waren insbesondere substanzielle, per Saldo positive Bewertungsergebnisse der in der Fair-Value-Option befindlichen Baufinanzierungsbestände sowie der zugehörigen Zinsderivate.

Der Provisionsüberschuss ging erwartungsgemäß von 927 Millionen Euro um 15,2 Prozent auf 786 Millionen Euro zurück. Ursächlich hierfür sind die seit Jahresbeginn 2015 geltenden neuen Vertragsbedingungen für die Zusammenarbeit mit der Deutsche Post AG, die bei rund 180 Millionen Euro geringeren Provisionserträgen für die Erbringung von Postdienstleistungen verminderte Verwaltungsaufwendungen für die Leistungen der Postagenturen und sonstige Serviceleistungen vorsehen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft reduzierte sich von 265 Millionen Euro im Vorjahr stärker als erwartet um 21,1 Prozent auf 209 Millionen Euro. Darin spiegeln sich einerseits der positive Verlauf im Kundengeschäft, insbesondere die hohe Stabilität aus dem Privatkundenkreditgeschäft mit einem signifikanten Anteil an hoch besicherten deutschen Immobilienfinanzierungen, sowie andererseits das vorteilhafte makroökonomische Umfeld wider. Diese Entwicklung wurde zusätzlich durch einen im ersten Halbjahr 2015 vereinbarten Verkauf von zwei Portfolios notleidender Kredite begünstigt, aufgrund dessen 32 Millionen Euro Risikovorsorge aufgelöst werden konnten.

Der Verwaltungsaufwand im Jahr 2015 lag mit 2.724 Millionen Euro erwartungsgemäß leicht unter dem Vorjahreswert von 2.729 Millionen Euro. Ohne Berücksichtigung diverser Sondereffekte hätte sich die strenge Kostendisziplin in den Verwaltungsaufwendungen noch deutlich positiver bemerkbar gemacht. Die Verwaltungsaufwendungen beinhalteten insbesondere Sondereffekte durch  Sachkosten in Verbindung mit der Entflechtung von der Deutschen Bank sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf bisher gemeinsam mit der Deutschen Bank geplante IT-Projekte.

Der Saldo der Sonstigen Erträge und Aufwendungen lag nach -415 Millionen Euro bei 243 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2015. Der Vorjahreswert enthielt Belastungen u. a. aus dem vorfristigen Rückkauf von Passivpositionen sowie aus Aufwendungen für erwartete bzw. bereits erfolgte Rückerstattungen von Bearbeitungsgebühren bei Verbraucherdarlehen in Höhe von 129 Millionen Euro. Erwartungsgemäß entstanden 2015 keine weiteren nennenswerten Belastungen. Die Aufwendungen aus Klagen und Beschwerden im Bereich der Anlageberatung gingen von 79 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro zurück. Im Jahr 2015 wurden dagegen positive Effekte aus der Zugangsbewertung der Deutsche Postbank Funding Trusts I-IV (280 Millionen Euro) sowie erhaltene Ausgleichzahlungen und zugehörige Aufwendungen aus der Beendigung der IT-Kooperation mit der Deutschen Bank (124 Millionen Euro) verzeichnet.

Auf Basis des Tangible Equity ergibt sich ein Return on Tangible Equity (RoTE) nach Steuern in Höhe von 13,0 Prozent für 2015 nach 6,1 Prozent inklusive des aufgegebenen Geschäftsbereichs im Vorjahr.

Die Bilanzsumme der Postbank lag am Jahresende 2015 mit 150,6 Milliarden Euro um 3,1 Prozent unter dem Vorjahreswert von 155,4 Milliarden Euro. Auf der Aktivseite der Bilanz hat die Postbank den Abbau der Finanzanlagen weiter vorangetrieben. Die Struktur der Passivseite wurde entsprechend angepasst. Neben den Verbrieften Verbindlichkeiten reduzierten sich auch die Kundeneinlagen.

Kontakt

Alexander Adler
Abteilungsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
alexander.adler@postbank.de
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