2016

Postbank – Jahresstart im Rahmen der Erwartungen

Presseinformation vom 29.04.2016
  • Ergebnis vor Steuern 75 Millionen Euro
  • Erfreuliche Entwicklung im Kundengeschäft
  • Eigenkapitalquote steigt auf 11,8 Prozent
  • Frank Strauß: „Kommen bei Umsetzung unseres Plans gut voran“

Die Postbank ist in einem äußerst schwierigen Marktumfeld gemäß den eigenen Erwartungen ins Jahr 2016 gestartet. Das Ergebnis vor Steuern lag erwartungsgemäß im ersten Quartal 2016 mit 75 Millionen Euro um 56 Millionen Euro unter dem Vorjahreszeitraum. Sowohl das erste Quartal 2016 als auch das Vergleichsquartal des Vorjahres waren geprägt durch zahlreiche Sondereffekte. Das Ergebnis vor Steuern beinhaltet im ersten Quartal 2016 negative Effekte aus der EU-Einlagensicherung in Höhe von 10 Millionen Euro sowie um 9 Millionen Euro höhere Aufwendungen für strategische Initiativen, während das entsprechende Vorjahresquartal durch einen Umstellungseffekt bei der Vereinnahmung von Zinserträgen und Provisionen in Höhe von 25 Millionen Euro positiv beeinflusst war. Unter Berücksichtigung dieser Effekte lag das Ergebnis vor Steuern lediglich um 12 Millionen Euro unter dem Vorjahresquartal. Dieses Ergebnis konnte die Bonner Bank in einem schwierigen Marktumfeld durch konsequentes Management der Kosten und eine sinkende Risikovorsorge erreichen.

Im Kundengeschäft konnte die Postbank eine erfreuliche Entwicklung erzielen. So stieg das gesamte Kreditneugeschäft – über alle Kundengruppen hinweg – im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11,1 Prozent bzw. rund 460 Millionen Euro und erreichte damit ein Gesamtvolumen von etwa 4,6 Milliarden Euro.

Auch bei der Digitalen Transformation der Postbank  wurden weitere Fortschritte erreicht. Hier stieg das Neugeschäftsvolumen bei online abgeschlossenen Ratenkrediten gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 Prozent an. Mittlerweile werden 84 Prozent der Postbank Girokonten online geführt. Die Investitionen in die Automatisierung von Abläufen in Filialen wurden vorangetrieben. Allein im ersten Quartal wurden rund 300 neue Kassensysteme und Cash-Recycler zur Bargeldeinzahlung installiert.
 
Die Bilanzsumme der Postbank ging gegenüber dem Jahresende 2015 planmäßig um rund 2,0 Milliarden Euro auf 148,6 Milliarden Euro zurück. Die harte Kernkapitalquote (CET I, fully phased-in) unter Anrechnung des Zwischengewinns stieg im Vergleich zum 31.12.2015 von 11,4 Prozent auf 11,8 Prozent. Die Leverage Ratio (fully phased-in) unter Anrechnung des Zwischengewinns lag im Vergleich zum 31.12.2015 stabil bei 3,4 Prozent.
 
Den Ausblick für das Geschäftsjahr 2016 mit einem Rückgang des Ergebnisses vor Steuern um einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag bestätigt die Postbank unverändert.
 
Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Postbank, sagte: „Die Rahmenbedingungen und die allgemeine Marktentwicklung sind zur Zeit sehr herausfordernd. In diesem Umfeld setzen wir unseren Plan konsequent um. Bei den Kerninitiativen Digitale Transformation, Erreichen einer ausgeglichenen Kundenbilanz durch margenstarkes Kreditwachstum, verbesserte Kosteneffizienz und Kapitalisierung machen wir deutliche Fortschritte. Die Entflechtung von der Deutschen Bank liegt im Plan. Die Kundengeschäftsentwicklung stimmt uns positiv“.
 
Das Kreditneugeschäft mit Privatkunden konnte im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres bei Ratenkrediten um rund 19 Prozent bzw. 100 Millionen Euro auf 700 Millionen Euro zulegen. Der Bestand an Ratenkrediten wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal um 11 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro.

Das Neugeschäft in der privaten Baufinanzierung einschließlich ausgezahlter Bauspardarlehen wird nach wie vor von attraktiven Kundenkonditionen getragen und verzeichnete ein Rekordquartal. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres erzielte die Postbank mit einer Steigerung von über 300 Millionen Euro bzw. 13 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro ein sehr gutes Ergebnis.
 
Im Geschäft mit Firmenkundenkrediten und gewerblichen Immobilienfinanzierungen konnte das Neugeschäftsvolumen im ersten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahr mit rund 1 Milliarde Euro stabil gehalten werden. Der Bestand an Firmenkundenkrediten und gewerblichen Immobilienfinanzierungen erhöhte sich von 14,4 Milliarden Euro am 31. März 2015 auf 14,7 Milliarden Euro am 31. März 2016.
 
Im Bauspargeschäft, das die Postbank unter der Marke BHW betreibt, konnte im ersten Quartal 2016 bei der neu beantragten Bausparsumme mit einem Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro eine im Vergleich zum Vorjahresquartal stabile Entwicklung verzeichnet werden.
 
Die Postbank konnte im ersten Quartal 2016 rund 100.000 private Girokonten neu akquirieren und bleibt mit 5,3 Millionen privaten Girokonten weiterhin führender Anbieter im deutschen Markt.

Erfolgsrechnung

Das Ergebnis vor Steuern lag erwartungsgemäß mit 75 Millionen Euro um 56 Millionen Euro unter dem Vorjahresvergleichswert. Es beinhaltet im ersten Quartal 2016 jedoch negative Effekte aus der EU-Einlagensicherung in Höhe von 10 Millionen Euro sowie um 9 Millionen Euro höhere Aufwendungen für strategische Initiativen, während das entsprechende Vorjahresquartal durch einen Umstellungseffekt bei der Vereinnahmung von Zinserträgen und Provisionen in Höhe von 25 Millionen Euro positiv beeinflusst war. Unter Berücksichtigung dieser Effekte lag das Ergebnis vor Steuern lediglich um 12 Millionen Euro unter dem Vorjahresquartal.

Die Eigenkapitalrendite vor Steuern betrug entsprechend 4,3 Prozent nach 8,0 Prozent im Vorjahr. Die Postbank erzielte im ersten Quartal 2016 einen Konzerngewinn in Höhe von 66 Millionen Euro.

Die Gesamterträge sanken um 34 Millionen Euro auf 854 Millionen Euro, wobei die Erträge im ersten Quartal 2015 durch zwei durchgeführte Umstellungen bei der Vereinnahmung von Zinserträgen im Factoringgeschäft um 10 Millionen Euro sowie bei der Vereinnahmung von Provisionen für die Vermittlung von Restschuldversicherungen um 15 Millionen Euro profitiert hatten. Unter Berücksichtigung der durch die Eingliederung der Servicegesellschaften erzielten zusätzlichen Erträge von 21  Millionen Euro wirkte sich das herausfordernde Zinsumfelds trotz starkem Kreditneugeschäft insgesamt belastend auf die Gesamterträge aus.

Der Zinsüberschuss sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 23 Millionen Euro auf 595 Millionen Euro, vor allem aufgrund des für alle einlagenstarken Banken herausfordernden Zinsumfelds und des Umstellungseffekts im Factoringgeschäft. Der spürbare Rückgang der Zinsaufwendungen konnte die insgesamt rückläufigen Zinserträge nicht vollständig kompensieren.
 
Zwar konnte der Provisionsüberschuss seit Beginn des Jahres 2016 von der erneuten Konsolidierung der Postbank Servicegesellschaften mit zusätzlichen Erträgen in Höhe von 23 Millionen Euro profitieren, gleichzeitig entfielen positive Effekte aus der Umstellung der Vereinnahmung von Provisionen für die Vermittlung von Restschuldversicherungen in Höhe von 15 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Insgesamt lag der Provisionsüberschuss mit 206 Millionen Euro u.a. aufgrund der Kundenzurückhaltung im Wertpapier- und Versicherungsgeschäft um 9 Millionen Euro unter dem entsprechenden Vorjahreswert.
 
Das kombinierte Handels- und Finanzanlageergebnis bewegte sich im Vergleich zum ersten Quartal 2015 bei einem leichten Rückgang um 2 Millionen Euro auf vergleichbarem Niveau. Das Handelsergebnis sank um 17 Millionen Euro auf 9 Millionen Euro vor allem aufgrund marktbedingter Bewertungseffekte, u.a. aus Devisen und Derivaten, die im ersten Quartal 2015 mit 26 Millionen Euro außergewöhnlich positiv zu Buche geschlagen hatten. Das Ergebnis aus Finanzanlagen konnte u.a. durch einen positiven Effekt in Höhe von 22 Millionen Euro im Rahmen der Reduzierung eines Aktieninvestments, dem eine Vertriebskooperation zu Grunde liegt, um 15 Millionen Euro auf 44 Millionen Euro gesteigert werden.
 
Die Risikovorsorge sank im ersten Quartal 2016 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert um 13 Millionen Euro auf 41 Millionen Euro und spiegelt damit die hohe Kreditqualität und das konservative Geschäftsmodell der Postbank wider.
 
Die gesamthaft betrachteten Aufwendungen der Gesellschaft – d.h. der Verwaltungsaufwand sowie die sonstigen Aufwendungen – konnten im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal durch die anhaltend gute Kostendisziplin um 25 Millionen Euro reduziert werden, obwohl die um 9 Millionen Euro höheren Aufwendungen für strategische Initiativen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, Dissynergien aufgrund der Entflechtung von der Deutschen Bank und der Beitrag zur EU-Einlagensicherung in Höhe von 10 Millionen Euro die Kostenbasis im Vergleich zum ersten Quartal 2015 belasteten. Der Verwaltungsaufwand stieg technisch bedingt – im Wesentlichen durch die erneute Konsolidierung der Postbank Servicegesellschaften – um 92 Millionen Euro auf 740 Millionen Euro. Dieser Anstieg ist in Verbindung mit den um 117 Millionen Euro verringerten sonstigen Aufwendungen zu sehen, in denen die Entgelte für durch die Servicegesellschaften erbrachten Leistungen als solche im Vergleichsquartal 2015 erfasst worden waren.
 
Die Cost Income Ratio erhöhte sich im Quartalsvergleich von 81,1 Prozent auf 86,9 Prozent. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die um 34 Millionen Euro geringeren Gesamterträge zurückzuführen.
 

Ausblick

Unverändert gegenüber dem detaillierten Prognosebericht des Geschäftsberichts 2015 erwartet die Postbank für das Geschäftsjahr 2016 einen Rückgang des Ergebnisses vor Steuern um einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.
Aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus hat die Postbank die Erwartungen für den Zinsüberschuss moderat nach unten angepasst. Ausgleichend wirkt u.a. die Einführung weiterer Kostensenkungsmaßnahmen, die zu einem moderat verbessertem Verwaltungsaufwand führen sollten.

Kontakt

Alexander Adler
Abteilungsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
alexander.adler@postbank.de
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