2016

Postbank behauptet sich im zweiten Quartal 2016 trotz widrigen Marktumfelds

Presseinformation vom 29.07.2016
  • Ergebnis vor Steuern (ex ESI) 134,2 Millionen Euro
  • Weiterhin positive Entwicklung insbesondere im Kundenkreditgeschäft und bei der Digitalisierung
  • Fortschritte bei Umsetzung der Postbank Zukunftsagenda – Wichtiger Meilenstein "Eigenständigkeit" zum 30. Juni planmäßig erreicht
  • Frank Strauß: "Werden weiter konsequent unsere Hausaufgaben machen"

Die Postbank hat im zweiten Quartal 2016 trotz des für Banken äußerst schwierigen Marktumfelds ein im Vergleich zum Vorjahr stabiles Ergebnis erzielt.

Das Ergebnis vor Steuern (ex ESI, d.h. exklusive Sondereffekten aus der erneuten Konsolidierung der Servicegesellschaften sowie Aufwendungen für die Entflechtung und Zukunftsinvestitionen) stieg um rund 2 Prozent auf 134,2 Millionen Euro an (Q2 2015: 131,7 Millionen Euro).

Dieses Ergebnis konnte vor allem dank eines aufgrund sehr starken Kreditgeschäfts nur moderat gesunkenen Zinsüberschusses, konsequenten Kostenmanagements sowie gestiegener Erträge im Finanzanlageergebnis (u.a. durch Verkauf der Anteile an Visa Europe) erzielt werden. Dank der hohen Kreditqualität, des konservativen Geschäftsmodells und der stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland konnte die Postbank zudem historisch niedrige Aufwendungen für Risikovorsorge buchen.

Aktives Kostenmanagement trug dazu bei, dass der adjustierte Verwaltungsaufwand im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich trotz steigender Kosten für Regulatorik mit 690,8 Millionen Euro stabil gehalten werden konnte (Q2 2015: 692,2 Millionen Euro)

Die Bilanzsumme der Postbank lag zum 30. Juni 2016 bei 147,9 Milliarden Euro nach 150,6 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2015. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die fortgesetzte Fokussierung des Geschäfts mit dem weiteren Abbau von Risikopositionen in Verbindung mit dem Auslaufen langfristiger Passivpositionen zurückzuführen.

Die Kapitalisierung der Postbank konnte stabil gehalten werden. Die harte Kernkapitalquote (CET1 fully-phased) blieb im Vergleich zum 31. Dezember 2015 bei 11,5 Prozent. Die Leverage Ratio lag mit 3,3 Prozent ebenfalls nahezu stabil auf zufriedenstellendem Niveau.

Den Ausblick für das Geschäftsjahr 2016 mit einem Rückgang des Ergebnisses vor Steuern um einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag bestätigt die Postbank unverändert.

Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Postbank, sagte: "Das schwierige Marktumfeld mit insbesondere dem Niedrigzinsumfeld, stellt weiterhin eine große Herausforderung für Banken dar. Umso erfreulicher ist es, dass wir unser Ergebnis vor Steuern (ex ESI) im zweiten Quartal stabil halten konnten. Es zeigt sich, dass uns die Umsetzung unserer Strategie mit Fokus auf Kreditkundengeschäft, Effizienz und digitale Transformation weniger anfällig für das Marktumfeld macht. Diesen Weg werden wir im zweiten Halbjahr weitergehen und weiter konsequent unsere Hausaufgaben machen. Ein wichtiger Baustein wird hierbei ein neues Preismodell für unsere Girokonten sein, das eine faire Balance der Ansprüche unserer der Stakeholder bieten wird."

Bei der Umsetzung der Zukunftsagenda ist die Postbank im ersten Halbjahr 2016 gut vorangekommen und konnte im Geschäft mit Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden erneut erfreuliche Zuwächse erzielen.

Das gesamte Kreditneugeschäft mit Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden im ersten Halbjahr 2016 lag mit 9,5 Milliarden Euro um 12,1 Prozent über dem Vorjahr und damit auf Rekordniveau.

Starke Zuwächse von 22 Prozent verzeichnete die Postbank dabei im Ratenkreditgeschäft mit Privatkunden.

Weitere starke Wachstumsraten konnte die Postbank bei Krediten für Firmenkunden (+49 Prozent), Geschäftskunden (+34 Prozent) sowie in der gewerblichen Immobilienfinanzierung (+30 Prozent) verzeichnen.

Beim Vertriebskanal Digital konnte das Neugeschäft mit online abgeschlossenen Ratenkrediten im ersten Halbjahr 2016 um 11 Prozent gesteigert werden. Der Anteil onlinefähiger Girokonten lag im ersten Halbjahr weiterhin auf hohem Niveau bei 84 Prozent.

Dank der Ausweitung des Kreditbestands um 0,7 Milliarden Euro konnte der Einlagenüberhang im ersten Halbjahr 2016 um rund 0,5 Milliarden Euro gesenkt werden.

Frank Strauß: "Wir haben zum 30. Juni planmäßig die Entflechtung von der Deutschen Bank und damit einen Meilenstein für die Eigenständigkeit der Postbank erreicht. Nun können wir uns vollständig darauf konzentrieren, unsere Bank zukunftsfähig zu machen. Im Fokus bleiben dabei die digitale Transformation der Postbank, die Steigerung unserer Effizienz und das Ziel, eine ausgeglichene Kundenbilanz zu erreichen."

Erfolgsrechnung

Das Ergebnis vor Steuern (ex ESI, d.h. exklusive Sondereffekten aus der erneuten Konsolidierung der Servicegesellschaften sowie Aufwendungen für die Entflechtung und Zukunftsinvestitionen) im zweiten Quartal 2016 stieg um rund 2 Prozent auf 134,2 Millionen Euro an (Q2 2015: 131,7 Millionen Euro).

Das Ergebnis vor Steuern im ersten Halbjahr 2016 lag mit 166 Millionen Euro um 85 Millionen Euro bzw. 33,9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Wesentlichen Einfluss hatten das anhaltend schwierige Markt- und Zinsumfeld sowie marktbedingte Bewertungseffekte, die sich in der Vergleichsperiode positiv auf das Handelsergebnis auswirkten

Die Gesamterträge im ersten Halbjahr 2016 profitierten von einem deutlich verbesserten Finanzanlageergebnis sowie von der infolge der Erweiterung des Konsolidierungskreises vorgenommenen Erfassung der durch die Servicegesellschaften erzielten konzernexternen Erträge, sodass die Gesamterträge um 51 Millionen Euro bzw. 3,0 Prozent auf 1.764 Millionen Euro gesteigert werden konnten. Auch ohne die veränderte Erfassung der Erträge aus den Servicegesellschaften im Provisionsüberschuss hätte sich trotz der anhaltend schwierigen Marktbedingungen im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Wachstum der Gesamterträge ergeben.

Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds, das für alle einlagenstarken Banken eine Herausforderung darstellt, sank der Zinsüberschuss im zweiten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent auf 588 Millionen Euro.

Der Zinsüberschuss im ersten Halbjahr 2016 sank moderat um 69 Millionen Euro bzw. 5,5 Prozent auf 1.183 Millionen Euro. Die positiven Effekte aus dem erneut gesteigerten Neugeschäftswachstum bei Baufinanzierungen, Ratenkrediten und Firmenkundenkrediten sowie dem im ersten Halbjahr 2016 erzielten Netto-Bestandswachstum konnten die negativen Effekte aus der Belastung durch das Niedrigzinsszenario nicht vollständig kompensieren.

Das Handelsergebnis im ersten Halbjahr 2016 sank um 16 Millionen Euro bzw. 64,0 Prozent auf 9 Millionen Euro, vor allem aufgrund marktbedingter Bewertungseffekte, u.a. aus Devisen und Derivaten, die im ersten Halbjahr 2015 mit 39 Millionen Euro positiv zu Buche geschlagen hatten.

Beim Ergebnis aus Finanzanlagen im zweiten Quartal 2016 profitierte die Postbank insbesondere von dem Verkauf der strategischen Beteiligung an Visa Europe Ltd. und erzielte dadurch eine deutliche Verbesserung auf 129 Millionen Euro nach 10 Millionen Euro im zweiten Quartal 2015.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen im ersten Halbjahr 2016 war von dem Verkauf der strategischen Beteiligung an Visa Europe Ltd. ebenfalls positiv beeinflusst und konnte deutlich um 130 Millionen Euro bzw. 295,5 Prozent auf 174 Millionen Euro gesteigert werden. Neben dem positiven Ergebniseffekt aus der Visa Europe Ltd. Transaktion konnte im ersten Halbjahr 2016 durch die Reduzierung eines strategischen Aktieninvestments, dem eine Vertriebskooperation zugrunde liegt, ein weiterer positiver Ergebniseffekt in Höhe von 22 Millionen Euro realisiert werden.

Der Provisionsüberschuss im ersten Halbjahr 2016 stieg begründet durch die Erweiterung des Konsolidierungskreises leicht um 6 Millionen Euro bzw. 1,5 Prozent auf 398 Millionen Euro. Die Erweiterung des Konsolidierungskreises der Postbank Gruppe um die Servicegesellschaften führte dazu, dass die von den Servicegesellschaften erzielten Erträge aus der Abwicklung des Zahlungsverkehrs für konzernexterne Kunden im ersten Halbjahr 2016 den Provisionsüberschuss erhöhten.

Die Risikovorsorge im ersten Halbjahr 2016 im Kreditgeschäft verringerte sich moderat um 5 Millionen Euro bzw. 6,2 Prozent auf 76 Millionen Euro. Die auf Basis des zweiten Quartals 2016 annualisierte Nettozuführungsquote – bezogen auf den Kundenkreditbestand – lag mit 15 Basispunkten trotz der im ersten Halbjahr 2015 vorgenommenen Auflösung von Risikovorsorge in Höhe von 29 Millionen Euro bedingt durch den Verkauf zweier Kreditportfolios moderat unter dem sehr niedrigen Niveau des zweiten Quartals 2015 von 16 Basispunkten. Die weiterhin erfreulich geringe Nettozuführungsquote spiegelt die unverändert hohe Kreditqualität und das konservative Geschäftsmodell der Postbank wider.

Aktives Kostenmanagement trug dazu bei, dass der adjustierte Verwaltungsaufwand im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich trotz steigender Kosten für Regulatorik mit 690,8 Millionen Euro stabil gehalten werden konnte (Q2 2015: 692,2 Millionen Euro)

Der Verwaltungsaufwand im ersten Halbjahr 2016 erhöhte sich – vor allem bedingt durch die Erweiterung des Konsolidierungskreises, die den Verwaltungsaufwand in Höhe von 141 Millionen Euro belastete – um etwa 201 Millionen Euro bzw. 15,7 Prozent auf 1.484 Millionen Euro. Maßgeblich zu Buche schlugen darüber hinaus die mit 35 Millionen Euro deutlich erhöhten Aufwendungen für strategische Initiativen im Zusammenhang mit der Erreichung der Eigenständigkeit sowie die erstmalige Belastung aus dem Beitrag zur EU-Einlagensicherung in Höhe von 19 Millionen Euro.

Die Eigenkapitalrendite vor Steuern betrug im ersten Halbjahr 2016 entsprechend 4,7 Prozent nach 7,7 Prozent im Vorjahr.

Die Cost Income Ratio verzeichnete mit 86,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 82,6 Prozent einen Anstieg um 4,1 Prozentpunkte.

Ausblick

Im Hinblick auf den erwarteten Geschäftsverlauf des Postbank Konzerns im Geschäftsjahr 2016 geht die Postbank per 30. Juni 2016 gegenüber der Darstellung im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2015 unverändert von einem Rückgang des Ergebnisses vor Steuern um einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag aus.

Kontakt

Alexander Adler
Abteilungsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
alexander.adler@postbank.de
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