2016

Aktienfonds: Kosten versus Chancen

Presseinformation vom 24.08.2016

Darf es ein bisschen mehr Ertrag sein? Investmentfonds locken mit der Chance auf eine hohe Rendite, verursachen aber auch Kosten. Indexfonds geben sich hingegen mit Gewinnen im Marktdurchschnitt zufrieden – zu einem unschlagbar günstigen Preis. Eine Entscheidungshilfe für Einsteiger

Bild Nr. 1372, Quelle: Postbank
© Andriy Popov

Download Bild-Datei (JPG, 169 KB)

Fonds sind in Deutschland die beliebteste Wertpapieranlage. Kein Wunder, denn im Vergleich zu Einzelaktien haben sie einen entscheidenden Vorteil: "Fonds sind in sich breit gestreut, das heißt, sie investieren in eine große Zahl verschiedener Wertpapiertitel. So können Anleger bereits mit kleinen Beträgen von Anlagechancen an den Börsen profitieren – ohne ein unüberschaubares Risiko einzugehen", erklärt Helma Eckhardt, Wertpapierexpertin der Postbank. "Zum Vergleich: Im Rahmen eines Sparplans beträgt die Mindesteinlage vieler Fonds nur 50 Euro; wer auf Einzelaktien setzt, sollte mindestens 5.000 Euro in rund zehn Titel investieren." Grundsätzlich unterscheidet man zwischen aktiv und passiv gemanagten Aktienfonds, die sich hinsichtlich Chancen und Kosten deutlich voneinander unterscheiden. Erstere werden Investmentfonds genannt und sind die beliebteste Börsenanlage der Deutschen. Jeder zweite Wertpapierbesitzer (51 Prozent) verfügt über Anteile, so eine aktuelle Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank. Ein Investmentfonds will die Gelder der Anleger mehren, indem die Fondsgesellschaft sie möglichst geschickt an der Börse handelt. Beweist der Fondsmanager dabei ein gutes Händchen, sind Gewinne weit über dem Marktdurchschnitt möglich. Die Leistungen und Chancen lassen sich Fondsgesellschaften jedoch bezahlen: Beim Kauf von Anteilen wird der Ausgabeaufschlag, der sogenannte Agio, fällig, der etwa vier bis fünf Prozent beträgt. Hinzu kommen außerdem laufende Gebühren von durchschnittlich zwei Prozent, unter anderem für Transaktionskosten. Wer in einen Investmentfonds einsteigen will, sollte dessen Strategie und Zusammensetzung genau prüfen. Liegen die Anteile dann im Depot, sollte der Anleger die Wertentwicklung des Fonds stets im Blick behalten.

Überdurchschnittlich günstig

Passiv gemanagte Fonds, auch Indexfonds oder ETFs ("Exchange-traded Funds") genannt, sind ein verhältnismäßig junger Fondstyp und in Deutschland erst seit 1998 zugelassen. Jeder sechste deutsche Wertpapierbesitzer (16 Prozent) hat ETF-Anteile im Depot. Anders als Investmentfonds versuchen ETFs nicht, bessere Ergebnisse als der Marktdurchschnitt zu erzielen. Ganz im Gegenteil: Sie wollen den Markt, in den sie investieren, möglichst genau abbilden, zum Beispiel den deutschen Aktienindex. Dies macht sie unbeweglich, da sie beispielsweise nicht auf Krisen reagieren oder in aussichtsreiche Aktien investieren können – aber dafür sehr günstig. Die Verwaltungskosten bei einem ETF sind deutlich geringer als bei einem Investmentfonds, zudem entfällt der Ausgabeaufschlag. Als Auswahlkriterium gilt: Je größer das Anlagespektrum, desto geringer das Risiko. Der MSCI-World-Index bildet beispielsweise die Entwicklung von über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrienationen ab.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
Download JPG