Postbank stabil in schwierigem Umfeld

Presseinformation vom 09.11.2016
  • Ergebnis vor Steuern ohne Sondereffekte mit 338 Millionen Euro um rund 20 Prozent rückläufig
  • Kreditneugeschäft auf Rekordniveau
  • Gesamterträge gegenüber Vorjahr konstant
  • Frank Strauß: „Kommen bei der Umsetzung unserer Strategie gut voran“

Die Postbank konnte sich in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 vor allem dank ihres Kundengeschäfts behaupten. Dabei konnte die Bank bei der Realisierung ihrer wesentlichen strategischen Zielsetzungen Fortschritte erzielen: Die Weichenstellung für weitere Effizienzsteigerungen, eine ausgeglichene Kundenbilanz sowie Wachstum bei Geschäften über digitale Kanäle. So wurden das Kreditneugeschäft und das Bestandsvolumen gesteigert. Dies eröffnet der Postbank Potenzial für eine Stabilisierung des Zinsüberschusses im Niedrigzinsumfeld. Mit der neuen Postbank Girokontowelt wurde zudem ein ausbalanciertes Kontomodell etabliert, das die Interessen sämtlicher Stakeholder berücksichtigt.

Das Ergebnis der ersten neun Monate 2016 beinhaltet u.a. Sonderaufwendungen für gestiegene Belastungen aus Beiträgen zu Einlagensicherungssystemen, strategische Initiativen sowie außergewöhnliche Aufwendungen für Rechtsrisiken ebenso wie etwa den kompensierend wirkenden Verkauf der strategischen Beteiligung an Visa Europe Ltd. und positive Sondereffekte des Vorjahreszeitraumes. Ohne diese Sondereffekte hätte das Ergebnis vor Steuern mit 338 Millionen Euro um 86 Millionen Euro oder 20 Prozent unter dem Ergebnis der Vergleichsperiode gelegen, dies vor allem aufgrund des für alle einlagenstarken Banken herausfordernden Zinsumfelds.

Das Ergebnis vor Steuern lag in den ersten neun Monaten 2016 mit 214 Millionen Euro um 177 Millionen Euro bzw. 45,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Gesamterträge konnte die Bank mit 2.566 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert nahezu konstant halten. Die deutlich negative Entwicklung im Zinsumfeld konnte durch ein starkes Kreditneugeschäft in Höhe von 14,6 Milliarden Euro im Vorjahresvergleich abgemildert werden. Der Kreditbestand wuchs im gleichen Zeitraum ebenfalls trotz auslaufender Finanzierungen und verstärkter Tilgungsaktivität unserer Kunden um 1,6 Milliarden Euro auf 91,1 Milliarden Euro.

Auf der Kostenseite konnte die Postbank den gesamthaften Aufwand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum durch striktes Kostenmanagement um 29 Millionen Euro bzw. 1,2 Prozent reduzieren.

Die Risikovorsorge verzeichnete einen Rückgang. Sie sank gegenüber den ersten neun Monaten 2015 um 24 Millionen Euro bzw. 16,6 Prozent auf 121 Millionen Euro und spiegelt damit die hohe Kreditqualität und das konservative Geschäftsmodell der Postbank wider.

Die Bilanzsumme konnte die Postbank gegenüber dem Jahresende 2015 um knapp 3,2 Milliarden Euro bzw. 2,1 Prozent auf 147,4 Milliarden Euro reduzieren.

Unter Anrechnung des Zwischengewinns für die ersten neun Monate 2016 konnte die harte Kernkapitalquote (CET I, fully phased-in) nach 11,5 Prozent zum Jahresende 2015 leicht auf 11,6 Prozent zum 30. September 2016 gesteigert werden. Die Leverage Ratio (fully phased-in) ging im Vergleich zum Jahresende 2015 (3,4 Prozent) leicht zurück auf 3,3 Prozent.

Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Postbank, sagte: „Insgesamt betrachtet kommen wir trotz des widrigen Umfelds bei der Umsetzung unserer Strategie gut voran. Wir haben unser Kundengeschäft steigern und die Kosten senken können, haben weitere Fortschritte bei der digitalen Transformation der Bank gemacht und konnten unseren Einlagenüberhang senken. Dies bringt uns unserem strategischen Ziel näher, eine ausgeglichene Kundenbilanz zu erzielen. Unser risikoarmes Geschäftsmodell hat sich damit im Vergleich zum Markt in den ersten neun Monaten des Jahres weiterhin als robust erwiesen. Herauszuheben ist dabei vor allem, dass nicht nur unser Kreditneugeschäft für Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden wächst, sondern auch unsere Bestände größer werden. Zudem zeichnet sich ab, dass unsere Kunden die Ankündigung der neuen Girokontowelt mit dem neuen Preismodell zum 1. November durchaus positiv und mit Verständnis aufnehmen.“

Im Vergleich zum Jahresende 2015 war am Ende des dritten Quartals 2016 im Bestand der privaten Girokonten nur eine leichte Abnahme um 0,3 Prozent zu verzeichnen. Mit weiterhin rund 5,2 Millionen privaten Girokonten bleibt die Postbank unverändert führend im deutschen Markt. Der Anteil der online-fähigen Girokonten erhöhte sich von 83 Prozent auf 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im September konnte die Postbank ihren Kunden erstmals einen voll-digitalisierten, unter zehn Minuten dauernden Eröffnungsprozess für ein Girokonto anbieten. Zudem berief die Postbank zur Unterstützung der laufenden digitalen Transformation des Unternehmens mit dem „Digital Expert Board“ ein hochkarätig besetztes Gremium erfahrener Digital-Profis.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2016 konnte die Postbank eine positive Entwicklung im Neugeschäft mit Kreditprodukten verzeichnen und bewegt sich damit im Vergleich zu den vergangenen Jahren auf Rekordniveau. Das gesamte Kreditneugeschäft mit Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden erreichte ein Volumen von 14,6 Milliarden Euro und legte damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,6 Milliarden Euro bzw. 12,6 Prozent zu.

Im Privatkundengeschäft stieg das Kreditneugeschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 0,6 Milliarden Euro bzw. 6,2 Prozent. Das Neugeschäft der privaten Baufinanzierung einschließlich ausgezahlter Bauspardarlehen wuchs um ca. 0,4 Milliarden Euro bzw. 4,8 Prozent und erzielte ein Gesamtvolumen von mehr als 9,3 Milliarden Euro. Das Ratenkreditneugeschäft konnte um mehr als 0,2 Milliarden Euro bzw. 12,5 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 2,1 Milliarden Euro gesteigert werden.

Das verbesserte Kreditneugeschäft machte sich zusätzlich positiv in der Bestandsentwicklung bemerkbar. Der Kreditbestand wuchs um 1,6 Milliarden Euro bzw. 1,8 Prozent auf 91,1 Milliarden Euro. Insbesondere der Bestand an Ratenkrediten erhöhte sich im Vergleich zum Jahresende 2015, und zwar um über 0,5 Milliarden Euro bzw. 8,3 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Im Baufinanzierungsgeschäft lag der Bestand im dritten Quartal 2016 bei rund 65 Milliarden Euro und blieb damit im Vergleich zum Jahresende 2015 stabil.

Das Neugeschäft mit Firmenkundenkrediten und gewerblichen Immobilienfinanzierungen konnte in den ersten neun Monaten 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich um rund 1 Milliarden Euro bzw. bzw. 33,8 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gesteigert werden. Der Bestand an Firmenkundenkrediten und gewerblichen Immobilienfinanzierungen konnte somit weiter ausgebaut werden und erhöhte sich von 13,8 Milliarden Euro am Jahresende 2015 auf 14,4 Milliarden Euro am 30. September 2016.

Erfolgsrechnung

Das Ergebnis vor Steuern lag in den ersten neun Monaten 2016 mit 214 Millionen Euro um 177 Millionen Euro bzw. 45,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Es beinhaltet um 26 Millionen Euro gestiegene Belastungen aus Beiträgen zu Einlagensicherungssystemen, um 49 Millionen Euro höhere Aufwendungen für strategische Initiativen und um 12 Millionen Euro niedrigere sonstige betriebliche Erträge aus strategischen Initiativen sowie außergewöhnliche Aufwendungen für Rechtsrisiken in Höhe von 56 Millionen Euro. Kompensierend wirkte der Verkauf der strategischen Beteiligung an Visa Europe Ltd. (104 Millionen Euro) im Betrachtungszeitraum, während der entsprechende Vergleichszeitraum des Vorjahres durch einen Umstellungseffekt bei der Vereinnahmung von Zinserträgen und Provisionen in Höhe von 53 Millionen Euro positiv beeinflusst war. Ohne diese Effekte hätte das Ergebnis vor Steuern mit 338 Millionen Euro um 86 Millionen Euro oder 20 Prozent unter dem Ergebnis der Vergleichsperiode gelegen.

Die Postbank erzielte in den ersten neun Monaten 2016 einen Konzerngewinn in Höhe von 179 Millionen Euro (Vergleichszeitraum 2015: 374 Millionen Euro). Die Gesamterträge konnte die Postbank mit 2.566 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert nahezu konstant halten. Unter Berücksichtigung der in den ersten neun Monaten 2016 aus dem Verkauf der strategischen Beteiligung an Visa Europe Ltd. sowie der durch die erneute Konsolidierung der Servicegesellschaften im Provisionsüberschuss erzielten Erträge aus konzernexternen Dienstleistungen in Höhe von insgesamt 70 Millionen Euro zeigt sich, dass sich das Zinsumfeld trotz des weiterhin starken Kreditneugeschäfts insgesamt negativ auf die Gesamterträge auswirkte.

Der Zinsüberschuss sank gegenüber dem Vorjahreswert um 104 Millionen Euro bzw. 5,5 Prozent auf 1.770 Millionen Euro, vor allem aufgrund des für alle einlagenstarken Banken herausfordernden Zinsumfelds.

Insgesamt lag der Provisionsüberschuss u. a. aufgrund der Zurückhaltung der Postbank Kunden im Wertpapier- und Versicherungsgeschäft mit 584 Millionen Euro um 17 Millionen Euro bzw. 2,8 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Seit Beginn des Jahres 2016 konnte der Provisionsüberschuss als Folge der erneuten Konsolidierung unserer Servicegesellschaften von zusätzlichen Erträgen in Höhe von 70 Millionen Euro profitieren, jedoch entfielen positive Effekte aus der Umstellung der Vereinnahmung von Provisionen für die Vermittlung von Restschuldversicherungen in Höhe von 43 Millionen Euro im Vergleichszeitraum.

Das kombinierte Handels- und Finanzanlageergebnis lag mit 212 Millionen Euro, insbesondere durch den Verkauf einer strategischen Beteiligung an der Visa Europe Ltd., deutlich über dem Ergebnis der ersten neun Monate 2015.

Die Risikovorsorge sank gegenüber den ersten neun Monaten 2015 deutlich um 24 Millionen Euro bzw. 16,6 Prozent auf 121 Millionen Euro und spiegelt damit die hohe Kreditqualität und das konservative Geschäftsmodell der Postbank wider.

Gesamthaft betrachtet – d. h. unter Berücksichtigung von Verwaltungsaufwand und Sonstigen Aufwendungen – konnten die Aufwendungen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum durch ein striktes Kostenmanagement um 29 Millionen Euro bzw. 1,2 Prozent reduziert werden. Damit zeigten sich durch die realisierten strategischen Ansätze wie die Investition in das Filialnetz, z.B. zur Ausstattung der Filialen mit SB-Automaten, oder die Optimierung der Prozesse in den Backoffice-Einheiten bereits erste positive Effekte in der Kostenentwicklung.

Der Verwaltungsaufwand stieg infolge der erneuten Konsolidierung unserer Servicegesellschaften um 306 Millionen Euro bzw. 16,1 Prozent auf 2.201 Millionen Euro. Dieser Anstieg ist in Verbindung mit den um 335 Millionen Euro bzw. 76,7 Prozent verringerten Sonstigen Aufwendungen zu sehen, in denen die Entgelte für durch die Servicegesellschaften erbrachten Leistungen im Vergleichszeitraum 2015 erfasst worden waren.

Die Eigenkapitalrendite vor Steuern betrug 4,0 Prozent nach 8,0 Prozent im Vorjahr.

Die Cost Income Ratio erhöhte sich von 81,3 Prozent auf 87,3 Prozent. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Sonstigen Erträge zurückzuführen, welcher sich im Verhältnis stärker als die leicht verbesserte Gesamtkostenbasis auswirkte.

Prognose

Im Hinblick auf den Geschäftsverlauf des gesamten Konzerns im Geschäftsjahr 2016 kann die Postbank nach Ablauf der ersten neun Monate 2016 die Erwartungen gegenüber der Darstellung im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2015 bzw. im Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2016 in einigen Punkten präzisieren. Aufgrund der im Vergleich zum Halbjahresfinanzbericht 2016 um einen mittleren zweistelligen Millionen Euro-Betrag korrigierten Erwartungen, die zum Teil auf zunehmende regulatorische Belastungen sowie das anhaltend niedrige Zinsniveau zurückzuführen sind, erwartet die Postbank, dass das Ergebnis vor Steuern anstatt um einen niedrigen nunmehr um einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag rückläufig sein wird. In Bezug auf das bereinigte Ergebnis vor Steuern bestätigt die Postbank jedoch unverändert die im Halbjahresfinanzbericht 2016 mitgeteilte Prognose.

Kontakt

Alexander Adler
Abteilungsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
alexander.adler@postbank.de
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