2017

Helfen ist mein Hobby

Presseinformation vom 26.04.2017

Die Zahl der Deutschen, die ehrenamtlich oder zum Spaß jobben, steigt – auch weil sich mehr Menschen in der Flüchtlingshilfe einbringen. Der Staat honoriert das Engagement mit Steuergeschenken für die Helfer. Wer davon profitieren will, muss allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Bild Nr. 1404, Quelle: Postbank
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Immer mehr Bundesbürger gehen ehrenamtlich oder zum Spaß einer Nebenbeschäftigung nach. Während sich 2012 jeder Achte (13 Prozent) ohne Entlohnung nebenberuflich engagierte, ist es heute bereits jeder Sechste (18 Prozent), so das Ergebnis einer aktuellen Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank. Gerade bei den Älteren hat das Ehrenamt an Beliebtheit gewonnen: Heute arbeitet jeder Fünfte über 60 Jahren (20 Prozent) ehrenamtlich; 2013 war es nur jeder Sechste (16 Prozent). Vor allem die Bundesbürger, die nebenberuflich in der Flüchtlingshilfe arbeiten, haben die Zahl der Ehrenamtler in die Höhe schnellen lassen. Laut einer Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung engagieren sich die Ehrenamtlichen besonders häufig in Sprachkursen, der Organisation und Vernetzung anderer Ehrenamtlicher und der Unterstützung von Flüchtlingen bei Behördengängen. Auch wenn die Motivation für diese Tätigkeiten in erster Linie Hilfsbereitschaft ist, erhalten viele ehrenamtlich Tätige eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Diese ist bis zu einer gewissen Grenze vor dem Zugriff durch den Fiskus geschützt: Helfer, die einer lehrenden oder pädagogischen Arbeit nachgehen, wie Lehrer, Betreuer oder Trainer, profitieren von der sogenannten Übungsleiterpauschale, die ihnen aber nur zusteht, wenn sie im Dienst einer öffentlich-rechtlichen oder einer gemeinnützigen Körperschaft tätig sind. „Ohne Abzug von Steuern und Sozialabgaben können Sie dann nebenberuflich 2.400 Euro im Jahr hinzuverdienen“, erklärt Isabell Gusinde von der Postbank. „Andere ehrenamtlich Tätige können im Rahmen der Ehrenamtspauschale 720 Euro pro Jahr steuerfrei verdienen.“ Kombiniert werden dürfen die beiden Pauschalen nicht.

Eine weitere Möglichkeit für Helfer, Steuern zu sparen, ist die sogenannte Vergütungsspende. Falls ein ehrenamtlicher Mitarbeiter kein Geld annehmen möchte, kann er eine Verzichtserklärung aussprechen. Dann „spendet“ er seine Arbeitszeit und erhält im Gegenzug dafür eine Zuwendungsbestätigung in entsprechender Höhe. Diese kann im Rahmen der Einkommensteuererklärung als Sonderausgabe geltend gemacht werden. „Voraussetzung ist, dass der Helfer und die Organisation im Vorfeld eine schriftliche Vereinbarung über einen Anspruch auf eine angemessene Vergütung getroffen haben. Außerdem muss der Helfer schriftlich auf die Entlohnung verzichten“, so Isabell Gusinde. Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich an Freiwilligenagenturen wenden, die den Interessierten beraten und ihn an eine passende Organisation vermitteln. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e. V. bietet auf ihrer Internetseite www.bagfa.de eine Übersicht über regionale Agenturen. Außerdem unterstützen einige Unternehmen das soziale Engagement ihrer Mitarbeiter. Zum Beispiel fördert die Postbank auf Vorschlag ihrer Mitarbeiter soziale Projekte mit bis zu 1.000 Euro Spende und befreit die Mitarbeiter für die Umsetzung des Vorhabens von ihrem Job.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch-Reichelt
Pressesprecherin
iris.laduch-reichelt@postbank.de
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