2017

Investitionschancen in und um Frankfurt am Main

Presseinformation vom 28.09.2017
  • Immobilienpreise in Main-Metropole um 29 Prozent gestiegen
  • Besonders gute Vorzeichen für ein Investment im Main-Taunus-Kreis

In Frankfurt am Main sind die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren kräftig in die Höhe geklettert. Zwischen 2012 und 2016 stiegen sie um real knapp 29 Prozent. 3.985 Euro mussten Kaufinteressierte 2016 für den Quadratmeter durchschnittlich einplanen. Noch etwas stärker zogen die Preise in diesem Zeitraum in der Nachbarstadt Offenbach an: Um 30 Prozent haben sich Wohnimmobilien dort verteuert. Um rund 28 Prozent teurer wurden Immobilien im Hochtaunuskreis. Ebenfalls nach oben, wenn auch weniger steil, ging es mit der Preisentwicklung vom Wetteraukreis bis Groß-Gerau. Dies sind Ergebnisse des Postbank Wohnatlas 2017, der sich in einer speziellen Analyse mit der Main-Region rund um Frankfurt befasst.

Leichtes Minus bei den Einwohnerzahlen

Die gesamte Region darf in Zukunft mit recht stabilen Bevölkerungszahlen rechnen. In Frankfurt am Main selbst gehen die Experten von einem leichten Minus von -0,3 Prozent aus. Leichte Einwohnerzuwächse sind aber in den angrenzenden Landkreisen zu erwarten.

Auf Grundlage der künftigen Bevölkerungsentwicklung und weiterer Parameter wie Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben berechnen die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die den Wohnatlas 2017 für die Postbank erstellt haben, die künftige Nachfrage auf dem Immobilienmarkt und erstellen eine Prognose für die Kaufpreisentwicklung bis 2030**. Demnach werden in Frankfurt – ähnlich wie in Berlin, Hamburg und München – auch künftig die Preise steigen. In der Main-Metropole wird ein Plus von 0,5 Prozent jährlich erwartet.

Mieten und Einkommen halten nicht Schritt

Dabei haben die Preise im Verhältnis zu den regionalen Mieten bereits heute ein beachtliches Niveau erreicht. So werden mittlerweile 27 Jahresnettokaltmieten für den Wohnungskauf fällig. Dem Plus von 28,9 Prozent bei den Kaufpreisen stehen Einkommenszuwächse von real immerhin 20,9 Prozent gegenüber. Im Schnitt 15,7 Pro-Kopf-Jahreseinkommen* kostet eine 100-Quadratmeter-Wohnung. Lediglich in Berlin (15,8 Jahreseinkommen), Hamburg (15,9) und München (21) müssen Immobilienkäufer noch tiefer in die Tasche greifen.

Auch in Wiesbaden haben die Kaufpreise die Mieten längst abgehängt. Der durchschnittliche Kaufpreis pro Quadratmeter lag 2016 bei 3.093 Euro. Umgerechnet 26 Jahresmieten kostet der Wohnungskauf in der hessischen Landeshauptstadt im Schnitt. Die Aussichten sind positiv: Wertsteigerungen von 0,4 Prozent jährlich prognostizieren die Experten im Postbank Wohnatlas.

Attraktive Möglichkeiten im Umland

Wer im Großraum Frankfurt eine Immobilie erwerben möchte, der sollte auch das Umland in den Blick nehmen – dabei aber sehr genau hinsehen. Im Hochtaunuskreis kostete der Quadratmeter im vergangenen Jahr bereits 2.808 Euro – ein stolzer Preis, auch im Verhältnis zu den regionalen Mieten. Umgerechnet 23,7 Jahresmieten kostet ein Eigenheim. Trotz enormer Preissteigerungen bleibt die Stadt Offenbach, direkt an der Frankfurter Stadtgrenze, vergleichsweise günstig: 20,6 Jahresmieten würde der Kauf kosten, für 2.240 Euro war im vergangenen Jahr der Quadratmeter zu haben. Allerdings prognostiziert der Wohnatlas der Stadt mit ihren rund 135.000 Einwohnern keine weiteren Preissteigerungen bis 2030. Im Gegenteil: Ein Minus von jährlich 0,3 Prozent wird erwartet. Im Vergleich zum Mietniveau ist auch in Groß-Gerau und im Landkreis Offenbach recht günstiges Wohneigentum zu haben: Dort liegen die Preise bei 19,3 bzw. 19,7 Jahresmieten und etwas mehr als 2.000 Euro pro Quadratmeter. Die Kaufpreisprognose fällt mit einem Plus von jährlich 0,4 bzw. 0,3 Prozent bis 2030 positiv aus.

Rosige Aussichten bieten sich im Main-Taunus-Kreis, der zu den 45 deutschen Kreisen und Städten mit besonders guten Investitionschancen gehört. Für diese Bewertung ziehen die Experten zwei Faktoren heran: moderate Preise von umgerechnet weniger als 22,5 Jahresnettokaltmieten für den Wohnungskauf und die Aussicht auf Wertsteigerung von real mehr als 0,5 Prozent pro Jahr bis 2030. Im Main-Taunus-Kreis werden aktuell 22 Jahresmieten fällig und das Kaufpreisplus bis 2030 liegt bei jährlich 0,7 Prozent.

Investitionschancen für Gutverdiener

„Mit Ausnahme der Stadt Offenbach entwickeln sich die Kaufpreise in der gesamten Frankfurter Region leicht positiv“, sagt Boris Staab, Regionaldirektor bei der Postbank Finanzberatung. „Frankfurts Einwohner haben im Deutschlandvergleich die zweithöchsten Einkommen, daher ist Wohneigentum hier für viele auch trotz des aktuell hohen Preisniveaus noch erschwinglich und lohnenswert.“

> Tabelle: Region Frankfurt am Main in Zahlen (PDF, 108 KB)

In jeder Hinsicht gut angebunden

Die Beurteilung der Infrastruktur, also der Anbindung an Autobahn, Fernbahnhof und Flughafen, der Gesundheitsversorgung und der Auswahl an Schulen, fällt in den Landkreisen der Region positiv aus. Mit dem Flughafendrehkreuz Frankfurt und einem dichten Autobahn- und Bahnnetz ist die Region verkehrstechnisch bestens ausgestattet. Lediglich im Main-Kinzig-Kreis ist die Verkehrsanbindung(1) nur durchschnittlich. Auch bei der Gesundheitsversorgung(2) schneidet der flächenmäßig vergleichsweise große Landkreis im Osten Frankfurts mit dem Urteil unterdurchschnittlich am schlechtesten ab. Durchschnittlich ist die Versorgung mit Ärzten und Krankenhäusern im Wetteraukreis, im Landkreis Offenbach und im Kreis Groß-Gerau. Die übrigen Kreise und Städte sind überdurchschnittlich ausgestattet. In Sachen Schulangebot(3) sieht es durchgehend gut aus: Es ist in allen Kreisen – gemessen am Bundesdurchschnitt – überdurchschnittlich.

Hintergrundinformationen zur Postbank Studie Wohnatlas 2017

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Forschungsbereichsleiter Hamburg, Städte und Regionen, vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Analysiert wurden 402 Landkreise und kreisfreie Städte (darunter noch der Landkreis Osterode am Harz, der am 1. November 2016 Teil des Landkreises Göttingen wurde). Im Fokus der vorliegenden Analyse steht Frankfurt am Main.

* Definition verfügbares Jahreseinkommen pro Kopf:

Netto-Gesamteinkommen der privaten Haushalte einer Stadt, umgerechnet auf ihre Einwohner, Kinder und Rentner eingeschlossen. Das Netto-Jahreseinkommen setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern, Einkommen aus selbstständiger Arbeit, Vermögenseinkommen in Form von Zinsen und anderen Kapitalerträgen, Mieteinnahmen sowie Sozialleistungen (Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen) – abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Das verfügbare Einkommen pro Kopf ist ein Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung in einer Region oder Stadt.

** Prognose reales Preiswachstum pro Jahr in Prozent bis 2030 nach dem HWWI-Wohnungsmarktmodell:

Anhand verschiedener Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben wurde die Nachfrageentwicklung berechnet. Die Entwicklung des Angebots bleibt davon nicht unberührt. In das HWWI-Wohnungsmarktmodell flossen sowohl die Entwicklung der Nachfrage als auch des Angebots ein. Mit diesem Prognose-Instrument lässt sich nachzeichnen, wie sich beide Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende steht die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2016-2030.

Untersuchte Indikatoren der Infrastruktur auf Kreisebene:

  • (1)Verkehrsanbindung: Minuten Autofahrt zur nächsten Autobahn, Fernbahn, Flughafen mit dem Automobil im Jahr 2015.
  • (2)Gesundheitsangebot: Ärzte pro Einwohner und Krankenhäuser im Verhältnis zum Kreisgebiet 2015.
  • (3)Schulangebot: Zahl der Grundschulen und weiterführende Schulen im Verhältnis zur Siedlungsfläche 2014.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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