2017

Immobilienkauf im Raum Bremen rechnet sich

Presseinformation vom 09.10.2017
  • Experten analysieren Wohnungsmärkte rund um die Hansestadt
  • Weit gespreizte Preisentwicklung in den Landkreisen

Die Immobilienpreise in Bremen sind seit 2012 um rund ein Drittel gestiegen. 1.826 Euro werden laut der aktuellen Postbank Studie Wohnatlas 2017 in der Hansestadt für einen Quadratmeter Wohnfläche fällig. Käufer, die erst in den kommenden Jahren Eigentum erwerben möchten, können aber auf ein Ende der Preissteigerung hoffen. Bis 2030 rechnen die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die die Studie für die Postbank erstellt haben, nur mit einem moderaten Anstieg der Preise** von durchschnittlich 0,23 Prozent im Jahr. Grund ist unter anderem die Entlastung des Wohnungsmarktes durch eine leicht schrumpfende Einwohnerzahl.

Wer nicht in Bremen selbst, sondern im Umland nach Eigentum sucht, sollte sich genau informieren. In kaum einer deutschen Region entwickeln sich die Preise so unterschiedlich wie im Bremer Umland: Im Landkreis Oldenburg ziehen die Preise massiv an, voraussichtlich um 1,33 Prozent pro Jahr bis 2030. Völlig entgegengesetzt verläuft die Entwicklung in Bremerhaven: Dort verlieren die Häuser jährlich um 2,29 Prozent an Wert.

Immobilienkauf in Bremen rechnet sich trotz Preisanstieg

In Bremen selbst haben sich die Immobilienpreise deutlich von der Einkommensentwicklung abgekoppelt: Dem realen Kostenanstieg um 33,8 Prozent seit 2012 stehen nur 2,8 Prozent reales Wachstum bei Löhnen und Gehältern gegenüber. Dennoch ist die Hansestadt im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten noch günstig: 8,7 durchschnittliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen* muss ein Bremer für eine 100-Quadratmeter-Wohnung einplanen. In Hamburg und Berlin ist der Wert fast doppelt so hoch, in Deutschlands teuerster Stadt München sind es 21 örtliche Jahreseinkommen. Auch in Relation zum Mietniveau ist die Investition in eine eigene Immobilie eine Überlegung wert: Im Schnitt kostet Wohneigentum in Bremen 19,8 Nettojahreskaltmieten.

> Tabelle: Region Bremen in Zahlen (PDF, 110KB)

Im Bremer Umland ist der Eigentumserwerb finanziell noch deutlich attraktiver. Am günstigsten ist der Quadratmeter in Bremerhaven zu haben – mit 974 Euro nur halb so teuer wie in der Hansestadt. In den anderen Landkreisen bewegt sich das Preisniveau zwischen rund 1.200 und 1.550 Euro.

Unterschiede bei der Infrastruktur

Neben der prognostizierten Preisentwicklung sollten Kaufinteressierte auch die Infrastruktur ihres Wunschortes im Blick haben. Diese ist im Bremer Raum sehr unterschiedlich: Der Ost-West-Gürtel mit Verden, Bremen, Delmenhorst und Oldenburg ist durch die Nähe zur Autobahn deutlich besser an den Fernverkehr angeschlossen als der Durchschnitt der Republik(1). Die nördlicheren Orte und Kreise Bremerhaven, Rotenburg (Wümme), Osterholz und Wesermarsch sind schlechter angebunden, der südliche Kreis Diepholz sogar deutlich schlechter. Bei der Gesundheits-(2) und Schulversorgung(3) müssen im Umland der Hansestadt deutliche Abstriche gemacht werden. Nur Bremen selbst, Bremerhaven und Delmenhorst bieten ein überdurchschnittliches Niveau. Die anderen Kreise haben in dieser Hinsicht nur ein durchschnittliches bis stark unterdurchschnittliches Angebot.

Individuelle Faktoren zählen

„Die Infrastruktur kann ein wichtiger Faktor für eine Kaufentscheidung sein. Allerdings sollten Immobilienkäufer genau hinsehen: Je nach Lage kann die Versorgung und Verkehrsanbindung auch hervorragend sein, obwohl die Gesamtbewertung des betreffenden Kreises das nicht vermuten lässt“, sagt Thomas Secker, Direktor Immobilienvertrieb von der Postbank Immobilien GmbH in Bremen.

So ist der Kreis Diepholz zwar in Bezug aufVerkehr, Gesundheitswesen und Schuldichte klar unterdurchschnittlich. Immobilien im nördlichen Kreisgebiet profitieren jedoch möglicherweise von der direkten Nachbarschaft zu Bremen. „Wie die strukturelle Ausstattung ist, sollte bei der Kaufentscheidung im Einzelfall geprüft werden. Denn welche Erfordernisse bestehen, ist auch von individuellen Bedürfnissen, Lebensumständen und Vorlieben abhängig“, erläutert Secker.

Hintergrundinformationen zur Postbank Studie Wohnatlas 2017

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Forschungsbereichsleiter Hamburg, Städte und Regionen, vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Analysiert wurden 402 Landkreise und kreisfreie Städte (darunter noch der Landkreis Osterode am Harz, der am 1. November 2016 Teil des Landkreises Göttingen wurde). Im Fokus der vorliegenden Analyse steht die Region Bremen.

* Definition verfügbares Jahreseinkommen pro Kopf:

Netto-Gesamteinkommen der privaten Haushalte einer Stadt, umgerechnet auf ihre Einwohner, Kinder und Rentner eingeschlossen. Das Netto-Jahreseinkommen setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern, Einkommen aus selbstständiger Arbeit, Vermögenseinkommen in Form von Zinsen und anderen Kapitalerträgen, Mieteinnahmen sowie Sozialleistungen (Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen) – abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Das verfügbare Einkommen pro Kopf ist ein Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung in einer Region oder Stadt.

** Prognose Reales Preiswachstum pro Jahr in Prozent bis 2030 nach dem HWWI-Wohnungsmarktmodell:

Anhand verschiedener Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben wurde die Nachfrageentwicklung berechnet. Die Entwicklung des Angebots bleibt davon nicht unberührt. In das HWWI-Wohnungsmarktmodell flossen sowohl die Entwicklung der Nachfrage als auch die des Angebots ein. Mit diesem Prognose-Instrument lässt sich nachzeichnen, wie sich beide Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende steht die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2016-2030.

Untersuchte Indikatoren der Infrastruktur auf Kreisebene:

  • (1) Verkehrsanbindung: Minuten Autofahrt zur nächsten Autobahn, Fernbahn, Flughafen mit dem Automobil im Jahr 2015.
  • (2) Gesundheitsangebot: Ärzte pro Einwohner und Krankenhäuser im Verhältnis zum Kreisgebiet 2015.
  • (3) Schulangebot: Zahl der Grundschulen und weiterführenden Schulen im Verhältnis zur Siedlungsfläche 2014.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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