2017

Chemnitz ist Deutschlands günstigste Grossstadt

Presseinformation vom 23.10.2017
  • Geringster Quadratmeterpreis unter den vierzig größten Städten der Republik
  • Kauf oft günstiger als Miete

In keiner deutschen Großstadt ab 200.000 Einwohnern kommt man günstiger in die eigenen vier Wände als in Chemnitz. Durchschnittlich 930 Euro pro Quadratmeter zahlten Kaufinteressenten im vergangenen Jahr. Quadratmeterpreise noch im dreistelligen Bereich gibt es in deutschen Großstädten sonst nur in Gelsenkirchen. Dabei haben Preissteigerungen in Chemnitz durchaus stattgefunden: Von 2012 bis 2016 kletterten die Immobilienpreise in der sächsischen Stadt um real 11,5 Prozent. Dies sind Ergebnisse des Postbank Wohnatlas 2017, der die Immobilienmärkte in 402 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten unter die Lupe nimmt.

Damit sind aber die Preise für Wohneigentum dennoch – wie fast überall in Deutschland – stärker gestiegen als die Einkommen. Die Chemnitzer hatten gegenüber 2012 nur durchschnittlich vier Prozent mehr im Portemonnaie. Dennoch ist der Immobilienkauf immer noch vergleichsweise günstig. Um eine 100-Quadratmeter-Wohnung zu erwerben, müssen Käufer in Chemnitz im Schnitt 4,8 örtliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen* investieren. Zum Vergleich: In Dresden werden 10,1 Jahreseinkommen fällig, in Leipzig 9,5. Auch im Vergleich zum Mietniveau rechnet sich Eigentum in Chemnitz schnell: Immobilien kosten im Schnitt 15,3 Jahresnettokaltmieten. „In Chemnitz rentiert es sich, von der Mietwohnung ins Eigentum zu wechseln“, erläutert Dr. Kurt Sonnenberg, Vertriebsdirektor der Postbank Filialvertrieb AG. „Die bisherige Miete kann zur Kredittilgung genutzt werden. Diese Rechnung dürfte in der aktuellen Niedrigzinsphase in vielen Fällen aufgehen.“

> Tabelle: Chemnitz in Zahlen (PDF, 90KB)

Allerdings sind die Zukunftsaussichten für den Chemnitzer Immobilienmarkt nicht so rosig. Die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die die Studie für die Postbank erstellt haben, sehen fallende Preise: Die Bevölkerungszahl in Chemnitz sinkt, die Prognosen zeigen Rückgänge um jährlich 1,09 Prozent bis 2030. Darum müssen Eigentümer mit einem jährlichen Wertverlust von 2,2 Prozent kalkulieren. Neben der künftigen Entwicklung der Einwohnerzahlen wurden auch weitere Parameter wie Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben in die Berechnungen für die Kaufpreisentwicklung bis 2030** einbezogen.

Wechsel ins Eigentum sinnvoll

Dennoch kann sich ein Immobilien-Investment auszahlen. Denn negative Preistrends in einer Region müssen bei weitem nicht auf jedes Objekt zutreffen. Die Wertentwicklung ist auch abhängig von Ausstattung, Bausubstanz und Lage. Zudem warnt Postbank Experte Sonnenberg vor einem häufigen Irrtum. „Potenzielle Käufer lassen sich von negativen Prognosen leicht verschrecken. Dabei ist das Risiko geringer als gedacht. Denn selbst wenn der Wert einer Immobilie fallen sollte: Im Gegensatz zu Mietern bauen Eigentümer Vermögen auf. Wer länger als ein paar Jahre in der Stadt bleibt, sollte den Umzug in die eigenen vier Wände ernsthaft prüfen.“

Hintergrundinformationen zur Postbank Studie Wohnatlas 2017

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Forschungsbereichsleiter Hamburg, Städte und Regionen, vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Analysiert wurden 402 Landkreise und kreisfreie Städte (darunter noch der Landkreis Osterode am Harz, der am 1. November 2016 Teil des Landkreises Göttingen wurde).

* Definition verfügbares Jahreseinkommen pro Kopf:

Netto-Gesamteinkommen der privaten Haushalte einer Stadt, umgerechnet auf ihre Einwohner, Kinder und Rentner eingeschlossen. Das Netto-Jahreseinkommen setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern, Einkommen aus selbstständiger Arbeit, Vermögenseinkommen in Form von Zinsen und anderen Kapitalerträgen, Mieteinnahmen sowie Sozialleistungen (Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen) – abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Das verfügbare Einkommen pro Kopf ist ein Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung in einer Region oder Stadt.

** Prognose reales Preiswachstum pro Jahr in Prozent bis 2030 nach dem HWWI-Wohnungsmarktmodell:

Anhand verschiedener Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben wurde die Nachfrageentwicklung berechnet. Die Entwicklung des Angebots bleibt davon nicht unberührt. In das HWWI-Wohnungsmarktmodell flossen sowohl die Entwicklungen der Nachfrage als auch des Angebots ein. Mit diesem Prognose-Instrument lässt sich nachzeichnen, wie sich beide Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende steht die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2016-2030.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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