2017

Halle an der Saale: Wohneigentum wird günstiger

Presseinformation vom 30.10.2017
  • Trendwende nach Preisrallye
  • Wohnraum erschwinglicher als in anderen Großstädten

Der bundesweite Boom am Immobilienmarkt hat auch in Halle die Preise für Wohneigentum steigen lassen. Durchschnittlich 1.400 Euro kostete der Quadratmeter im Jahr 2016. Von 2012 bis 2016 wurde Wohneigentum inflationsbereinigt um 18 Prozent teurer. Mittlerweile ist diese Entwicklung allerdings nahe an ihrem Höhepunkt. Die sinkende Bevölkerungszahl schlägt sich voraussichtlich in fallenden Preisen nieder. Dies sind Ergebnisse des Postbank Wohnatlas 2017, der die Immobilienmärkte in 402 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten unter die Lupe nimmt.

Jahrelang mussten Hallenser immer tiefer in die Tasche greifen, um in die eigenen vier Wände zu gelangen: Zwar sind die realen Einkommen seit 2012 um durchschnittlich 10,4 Prozent gestiegen. Mit den 18 Prozent Preiswachstum bei Wohnungen hält diese Entwicklung jedoch nicht Schritt. Im Vergleich zu anderen Großstädten sind die Immobilienpreise allerdings immer noch günstig. Um eine 100-Quadratmeter-Wohnung zu erwerben, müssen Käufer in Halle durchschnittlich 7,7 örtliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen* investieren. Zum Vergleich: Im nahe gelegenen Leipzig werden 9,5 Jahreseinkommen fällig. Auch in Relation zum Mietniveau bewegen sich die Preise noch im Rahmen. Im Schnitt kostet Immobilieneigentum 19,9 Jahresnettokaltmieten. Damit liegt Halle auf Rang 27 der 40 größten Städte Deutschlands.

> Tabelle: Halle in Zahlen (PDF, 75KB)

Vorsicht ist allerdings bei nicht selbstgenutzten Immobilien geboten. Wer ein Haus oder eine Wohnung als Investitionsobjekt kaufen will, sollte besonders genau prüfen. Die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die die Studie für die Postbank erstellt haben, rechnen mit einem Wertverlust bis 2030: Die Bevölkerungszahl in Halle wird um voraussichtlich 0,87 Prozent pro Jahr sinken. Damit fallen auch die Preise. Bis 2030 müssen Eigentümer mit einem jährlichen Verlust von 2,06 Prozent kalkulieren. Neben der künftigen Entwicklung der Einwohnerzahlen wurden auch weitere Parameter wie Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben in die Berechnungen einbezogen, um die Prognose für die Kaufpreisentwicklung bis 2030** zu erstellen.

Wechsel ins Eigentum sinnvoll

Trotz fallender Preise ist der Schritt in die eigenen vier Wände für Mieter sinnvoll. Marcel Broßuleit, Gebietsdirektor der Postbank Finanzberatung in Halle, warnt vor einem häufigen Irrtum: „Potenzielle Käufer schrecken oft zurück, weil der Wert ihrer Immobilie in Zukunft sinken kann. Aber selbst wenn der Wert um mehr als zwanzig Prozent fallen sollte, sind Eigentümer im Vorteil. Denn wer zur Miete wohnt, verliert das Geld zu hundert Prozent. Immobilienbesitzer bauen deshalb unter dem Strich Vermögen auf.“

Hintergrundinformationen zur Postbank Studie Wohnatlas 2017

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Forschungsbereichsleiter Hamburg, Städte und Regionen, vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Analysiert wurden 402 Landkreise und kreisfreie Städte (darunter noch der Landkreis Osterode am Harz, der am 1. November 2016 Teil des Landkreises Göttingen wurde).

* Definition verfügbares Jahreseinkommen pro Kopf:

Netto-Gesamteinkommen der privaten Haushalte einer Stadt, umgerechnet auf ihre Einwohner, Kinder und Rentner eingeschlossen. Das Netto-Jahreseinkommen setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern, Einkommen aus selbstständiger Arbeit, Vermögenseinkommen in Form von Zinsen und anderen Kapitalerträgen, Mieteinnahmen sowie Sozialleistungen (Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen) – abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Das verfügbare Einkommen pro Kopf ist ein Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung in einer Region oder Stadt.

** Prognose reales Preiswachstum pro Jahr in Prozent bis 2030 nach dem HWWI-Wohnungsmarktmodell:

Anhand verschiedener Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben wurde die Nachfrageentwicklung berechnet. Die Entwicklung des Angebots bleibt davon nicht unberührt. In das HWWI-Wohnungsmarktmodell flossen sowohl die Entwicklung der Nachfrage als auch die des Angebots ein. Mit diesem Prognose-Instrument lässt sich nachzeichnen, wie sich beide Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende steht die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2016-2030.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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