2017

Postbank-Studie: Treiber und Barrieren der Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen

Presseinformation vom 30.10.2017

Prozessoptimierung und Sparpotential treiben Digitalisierung – Mangelnde Infrastruktur hemmt den Fortschritt – Laufende Einnahmen und Bankkredite beliebt zur Finanzierung

Nur wer mit der Zeit geht, kann sich am Markt behaupten. Das bedeutet für mittelständische Unternehmen, dass die Digitalisierung bei der künftigen Ausrichtung ihres Geschäfts eine zentrale Rolle einnimmt. Neue Technologien erschließen marktwirtschaftliches Potential und machen damit auch kleine und mittelständische Betriebe wettbewerbsfähig – selbst über enge regionale Grenzen hinaus. Daher erstaunt es nicht, dass die Digitalisierung für 69 Prozent der Führungskräfte aktuell im Unternehmen relevant ist – und für 79 Prozent ein zukünftiges Thema. Dies hat eine aktuelle Studie im Auftrag der Postbank unter Führungskräften und Entscheidungsträgern in mittelständischen Unternehmen ermittelt.

Die Führungskräfte, die die Relevanz der Digitalisierung erkannt haben, versprechen sich davon in erster Linie die Verbesserung von Arbeitsabläufen und Prozessen (51 Prozent), gefolgt von Kostenoptimierungen (43 Prozent) und der Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens (40 Prozent). Immerhin 31 Prozent nannten Kundenanforderungen als Grund, sich mit der Digitalisierung ihres Unternehmens auseinanderzusetzen.

Mangelnde Infrastruktur und fehlendes Wissen hemmen den Fortschritt

Ohne eine gut ausgebaute Infrastruktur ist kein digitaler Wandel möglich. Beim Ausbau hinkt Deutschland im internationalen Vergleich Ländern wie Südkorea, Norwegen oder Schweden allerdings deutlich hinterher und bleibt in Sachen Internetgeschwindigkeit weit hinter ihnen zurück. Das hemmt hierzulande den wirtschaftlichen Fortschritt: Knapp jede zehnte mittelständische Führungskraft (neun Prozent) sieht eine unzureichende Infrastruktur wie zu langsame Internetverbindungen als Hindernis für eine erfolgreiche Digitalisierung. Doch nicht nur Mängel in der Infrastruktur können den Fortschritt bremsen. Unter anderem führen Unsicherheit und fehlende Informationen dazu, dass elf Prozent der Führungskräfte das Thema Digitalisierung als wenig oder gar nicht relevant einschätzen und es gar nicht auf die Agenda setzen. So räumen in dieser Gruppe 22 Prozent fehlendes Wissen über Anwendungsmöglichkeiten und Nutzen der Digitalisierung ein, 17 Prozent empfinden Unsicherheit über die zukünftige technologische Entwicklung und 15 Prozent sagen, es gibt in ihrem Unternehmen zu wenig Digitalisierungswissen. Es fehlt also nicht nur an Infrastruktur, sondern auch an Beratung und Information rund um die Digitalisierung. Dies hat gravierende Auswirkungen. Führungskräfte, die die Digitalisierung für wenig oder überhaupt nicht relevant für ihr Unternehmen halten, sehen auch keinen Bedarf, interne Prozesse zu digitalisieren (43 Prozent) und erkennen keine entsprechenden Anforderungen bei ihren Kunden (30 Prozent) oder Lieferanten (23 Prozent).

Allen Widerständen zum Trotz gibt es Unternehmen, in denen die Digitalisierung keine Zukunftsmusik mehr ist. Etwa jede zwölfte Führungskraft gibt an, dass die Digitalisierung im eigenen Unternehmen bereits vollständig umgesetzt wurde (acht Prozent). Auf dem Erfolg können sich die Unternehmen allerdings nicht lange ausruhen, denn die rasante Weiterentwicklung der Technologie macht es erforderlich, stetig am Ball zu bleiben.

Laufende Einnahmen und Bankkredite sind beliebte Finanzierungsmöglichkeiten für Digitalisierungsmaßnahmen

Digitalisierungsmaßnahmen wollen nicht nur gewinnbringend eingesetzt, sondern müssen auch bezahlt werden. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte, für die die Digitalisierung aktuell relevant ist, sehen einen hohen Investitionsbedarf (57 Prozent). „Deutschlands Unternehmen werden weiter investieren, denn die Herausforderungen der Digitalisierung sind riesig“, sagt Reiner Ramacher, Bereichsvorstand Geschäfts- und Firmenkunden der Postbank. Mit einer Mehrheit von 75 Prozent ziehen diese Führungskräfte eine Finanzierung über laufende Einnahmen in Betracht. Reichen die Einnahmen nicht aus, ist ein Bankkredit eine Option. Auf Bankkredite zu setzen, können sich 35 Prozent in dieser Gruppe vorstellen. Banken überzeugen diese Führungskräfte mit günstigen Kreditkonditionen (48 Prozent), verlässlicher Partnerschaft (40 Prozent) sowie hoher und kurzfristiger Finanzierungsbereitschaft (je 35 Prozent).

Informationen zur Studie

Im Rahmen der Postbank Studie „Digitalisierung im Mittelstand“ hat das Marktforschungsunternehmen Statista im August 2017 1.001 Führungskräfte und Entscheidungsträger aus dem deutschen Mittelstand online befragt. Die Entscheidungsträger waren in Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern und einem Jahresumsatz zwischen zwei und 500 Mio. Euro beschäftigt.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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