2017

Magdeburg: Immobilien werden günstiger

Presseinformation vom 02.11.2017
  • Höhepunkt der Preisentwicklung erreicht
  • Investition ins Eigentum lohnender als mieten

Der Aufwärtstrend bei Magdeburgs Immobilienpreisen endet. Zwischen 2012 und 2016 lag das Plus bei den Kaufpreisen inflationsbereinigt bei 9,3 Prozent. Zuletzt mussten Kaufinteressierte 1.192 Euro pro Quadratmeter einkalkulieren. Unterm Strich wurde der Wechsel ins Eigenheim dennoch günstiger, da im selben Zeitraum das verfügbare Einkommen in der Hauptstadt Sachsen-Anhalts sogar um 11,4 Prozent gestiegen ist. In Zukunft kann es für Käufer sogar noch günstiger werden, da die Preise aufgrund der schrumpfenden Einwohnerzahl voraussichtlich sinken werden. Dies sind Ergebnisse des Postbank Wohnatlas 2017, der die Immobilienmärkte in 402 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten unter die Lupe nimmt.

Neben den drei anderen Landeshauptstädten mit vergleichbarer Einwohnerzahl fällt der Preisanstieg moderat aus: In Erfurt sind die Preise um 16,1 Prozent gestiegen, in Mainz um 33,4 Prozent, in Kiel sogar um 36,0. Dort werden sich die Preise teils noch weiter nach oben entwickeln, während in Magdeburg der Höhepunkt erreicht ist.

> Tabelle: Magdeburg in Zahlen (PDF, 90KB)

Das aktuelle hohe Preisniveau ist nicht zuletzt der Niedrigzinsphase der vergangenen Jahre geschuldet, in der viele Anleger in Immobilieneigentum investiert haben. Diese Entwicklung hat allerdings mittlerweile ihren Höhepunkt erreicht: Die Experten des Hamburger WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die den Postbank Wohnatlas erstellt haben, rechnen für die Zukunft mit fallenden Preisen um 1,05 Prozent jährlich bis 2030. In diese Kaufpreis-Prognose** wurden neben der künftigen Entwicklung der Einwohnerzahlen weitere Parameter wie Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben einbezogen.

Preisspitze nutzen

In Relation zum örtlichen Pro-Kopf-Jahreseinkommen* gehört Magdeburg zu den günstigsten deutschen Städten: 6,3 Jahresverdienste kostet eine 100-Quadratmeter-Wohnung im Schnitt. Das entspricht Platz 35 unter den 40 größten deutschen Städten. Damit ist der Weg ins Eigentum deutlich günstiger als beispielsweise in Sachsen-Anhalts zweiter Großstadt Halle: Dort werden 7,7 Pro-Kopf-Jahreseinkommen fällig. Zum Vergleich: In den Metropolen Hamburg und Berlin liegt der Wert bei mehr als 15 regionalen Jahreseinkommen, in Deutschlands teuerster Stadt München bei 21 Einkommen.

Trotz der negativen Preisprognose rät Thomas Weickardt, Direktor Immobilienvertrieb der Postbank Immobilien GmbH, nicht generell von Käufen ab: „Selbst wenn der Preis etwas nachgibt, so bleibt ein Großteil des Wertes erhalten. Mietzahlungen wandern hingegen komplett in die Tasche des Vermieters.“ Gerade unter dem Gesichtspunkt der Mietersparnis macht ein Kauf weiterhin Sinn: Eine 100-Quadratmeter-Wohnung kostet in Magdeburg umgerechnet 17,4 Jahresnettokaltmieten. Das ist im bundesweiten Vergleich sehr günstig. Letztlich, so Weickardt, komme es auf das Objekt an: „Ob ein Immobilienkauf ein sinnvolles Investment ist, hängt nicht nur von den Marktdaten ab. Auch in Magdeburg gibt es wertstabile Regionen. Zudem spielen individuelle Faktoren eine Rolle. Mindestens genauso wichtig wie Bausubstanz, Ausstattung und Lage ist die Frage: Passt die Immobilie zu mir und meiner Zukunftsplanung?“

Hintergrundinformationen zur Postbank Studie Wohnatlas 2017

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Forschungsbereichsleiter Hamburg, Städte und Regionen, vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Analysiert wurden 402 Landkreise und kreisfreie Städte (darunter noch der Landkreis Osterode am Harz, der am 1. November 2016 Teil des Landkreises Göttingen wurde).

* Definition verfügbares Jahreseinkommen pro Kopf:

Netto-Gesamteinkommen der privaten Haushalte einer Stadt, umgerechnet auf ihre Einwohner, Kinder und Rentner eingeschlossen. Das Netto-Jahreseinkommen setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern, Einkommen aus selbstständiger Arbeit, Vermögenseinkommen in Form von Zinsen und anderen Kapitalerträgen, Mieteinnahmen sowie Sozialleistungen (Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen) – abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Das verfügbare Einkommen pro Kopf ist ein Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung in einer Region oder Stadt.

** Prognose reales Preiswachstum pro Jahr in Prozent bis 2030 nach dem HWWI-Wohnungsmarktmodell:

Anhand verschiedener Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben wurde die Nachfrageentwicklung berechnet. Die Entwicklung des Angebots bleibt davon nicht unberührt. In das HWWI-Wohnungsmarktmodell flossen sowohl die Entwicklung der Nachfrage als auch die des Angebots ein. Mit diesem Prognose-Instrument lässt sich nachzeichnen, wie sich beide Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende steht die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2016-2030.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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