2017

Braunschweig: Immobilienpreise steigen rasant

Presseinformation vom 06.11.2017
  • Höchste Teuerungsrate unter Deutschlands 40 größten Städten
  • Preisspitze erreicht

Wer in Braunschweig Wohneigentum erwerben möchte, muss erheblich tiefer in die Tasche greifen als noch vor fünf Jahren. Die Immobilienpreise sind explodiert: Zwischen 2012 und 2016 schossen sie um real 57,1 Prozent in die Höhe. Keine andere Großstadt in Deutschland verzeichnet eine so steile Aufwärtsentwicklung. Allerdings erfolgte der Anstieg von niedrigem Niveau, sodass die Braunschweiger Preise nun im Städtevergleich im Mittelfeld rangieren. Der Quadratmeter kostete im vergangenen Jahr 2.052 Euro. Damit liegt die Löwenstadt auf Platz 19 der Liste der 40 größten Städte Deutschlands. Dies sind Ergebnisse des Postbank Wohnatlas 2017, der die Immobilienmärkte in 402 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten unter die Lupe nimmt.

Aufholeffekt in der Löwenstadt

Obwohl die Einkommen der Braunschweiger kräftig um real 17,2 Prozent gestiegen sind, halten sie mit den Immobilienpreisen nicht Schritt. Für den Kauf einer 100-Quadratmeter-Wohnung werden mittlerweile im Schnitt 8,8 örtliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen* fällig. Auch im Vergleich zu den Mieten haben die Kaufpreise aufgeholt. Umgerechnet 22,1 Jahresnettokaltmieten kostet der Wohnraum in der zweitgrößten Stadt Niedersachsens inzwischen. Im deutschlandweiten Großstadtvergleich ist dies aber noch relativ günstig: Gemessen am örtlichen Einkommensniveau wie auch an den Mieten gehören die Braunschweiger Wohnungspreise im Städtevergleich nicht zur Spitzengruppe. „Berücksichtigt man die Attraktivität der Stadt, dann wurde Immobilieneigentum hier in der Vergangenheit im Grunde unter Wert verkauft“, erläutert Carsten Rösemann, Gebietsdirektor der Postbank Finanzberatung. „Inzwischen haben wir ein realistisches Preisniveau erreicht.“

> Tabelle: Braunschweig in Zahlen (PDF, 74KB)

Wer sich für Wohneigentum in Braunschweig interessiert, kann sich in Ruhe umsehen. Mit dem jetzigen mittleren Preisniveau haben die drastischen Steigerungen voraussichtlich ihr Ende erreicht. Die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die den Wohnatlas 2017 für die Postbank erstellt haben, rechnen bis 2030 sogar mit einem leichten Preisrückgang von 0,33 Prozent pro Jahr. In diese Kaufpreis-Prognose** sind neben der künftigen Entwicklung der Einwohnerzahlen auch Parameter wie Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben eingeflossen. „Wer in Braunschweig von den eigenen vier Wänden träumt, zahlt zwar mehr als noch vor ein paar Jahren. Aber wenn das Objekt stimmt, erhält er eine wertstabile Immobilie zum fairen Preis“, sagt Postbank Experte Rösemann.

Hintergrundinformationen zur Postbank Studie Wohnatlas 2017

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Forschungsbereichsleiter Hamburg, Städte und Regionen, vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Analysiert wurden 402 Landkreise und kreisfreie Städte (darunter noch der Landkreis Osterode am Harz, der am 1. November 2016 Teil des Landkreises Göttingen wurde).

* Definition verfügbares Jahreseinkommen pro Kopf:

Netto-Gesamteinkommen der privaten Haushalte einer Stadt, umgerechnet auf ihre Einwohner, Kinder und Rentner eingeschlossen. Das Netto-Jahreseinkommen setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern, Einkommen aus selbstständiger Arbeit, Vermögenseinkommen in Form von Zinsen und anderen Kapitalerträgen, Mieteinnahmen sowie Sozialleistungen (Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen) – abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Das verfügbare Einkommen pro Kopf ist ein Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung in einer Region oder Stadt.

** Prognose reales Preiswachstum pro Jahr in Prozent bis 2030 nach dem HWWI-Wohnungsmarktmodell:

Anhand verschiedener Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben wurde die Nachfrageentwicklung berechnet. Die Entwicklung des Angebots bleibt davon nicht unberührt. In das HWWI-Wohnungsmarktmodell flossen sowohl die Entwicklung der Nachfrage als auch die des Angebots ein. Mit diesem Prognose-Instrument lässt sich nachzeichnen, wie sich beide Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende steht die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2016-2030.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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