2017

Immobilienpreise in Augsburg explodieren

Presseinformation vom 13.11.2017
  • Dritthöchste Teuerungsrate unter Deutschlands 40 größten Städten
  • Steileres Preiswachstum als in München

Wohneigentum in Augsburg ist erheblich teurer als noch vor fünf Jahren. Zwischen 2012 und 2016 schossen die Durchschnittspreise inflationsbereinigt um 49,3 Prozent in die Höhe. Im Ranking der 40 größten deutschen Städte ist Augsburg damit die Stadt mit der drittgrößten Steigerungsrate, nur in Stuttgart und Braunschweig fiel das Plus noch größer aus. Der Quadratmeterpreis in der bayerischen Stadt erreichte im vergangenen Jahr 2.718 Euro. Damit verfehlt Augsburg die Top Ten der teuersten Großstädte Deutschlands nur um einen Rang. Dies sind Ergebnisse des Postbank Wohnatlas 2017, der die Immobilienmärkte in 402 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten unter die Lupe nimmt.

Münchner Sogeffekt

Mit einer guten Einkommensentwicklung der Augsburger allein lässt sich der schnelle Anstieg nicht erklären. Zwar verdienen die Menschen real durchschnittlich 11,4 Prozent mehr als noch 2012. Die Preise für Wohneigentum sind jedoch etwa viermal so schnell gestiegen. Für den Kauf einer 100-Quadratmeter-Wohnung werden mittlerweile im Schnitt 12,9 örtliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen* fällig. Verantwortlich für die rasche Steigerung ist das Zusammenwirken zweier Effekte: Erstens der bundesweite Trend, Geld in Immobilien anzulegen, da niedrige Zinsen viele andere Anlageformen wenig lukrativ machen. Zweitens liegt Augsburg in Pendeldistanz zu Deutschlands teuerster Stadt München. Dort sind die Preise zwar etwas langsamer angestiegen, das Preisniveau ist aber längst hoch: Der Quadratmeter kostet in der bayerischen Landeshauptstadt mittlerweile mehr als 6.000 Euro.

Mancher Käufer nimmt die 80 Kilometer Entfernung in Kauf, um dafür die eigenen vier Wände bezahlen zu können. In Augsburg kostet Wohneigentum durchschnittlich 25,3 Jahresnettokaltmieten, in München sind es 33,4. „Augsburg ist attraktiv – nicht nur für Augsburger“, erläutert Marcus Wegscheider, Vertriebsdirektor der Postbank Filialvertrieb AG. „Deshalb werden die Preise auch in Zukunft steigen.“

> Tabelle: Augsburg in Zahlen (PDF, 75KB)

Die Preisschraube wird sich allerdings voraussichtlich nicht mehr so schnell drehen wie bislang. Die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die den Wohnatlas 2017 für die Postbank erstellt haben, rechnen bis 2030 mit einem moderaten Anstieg von 0,28 Prozent pro Jahr. In diese Kaufpreis-Prognose** sind neben der künftigen Entwicklung der Einwohnerzahlen auch Parameter wie Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben eingeflossen. „In vielen Großstädten rechnen wir mit fallenden Preisen, aber nicht in Augsburg“, sagt Postbank Experte Wegscheider. „Immobilieneigentum wird hier weiter an Wert gewinnen. Wer ein passendes Objekt entdeckt, ist daher gut beraten, nicht allzu lange zu zögern.“

Hintergrundinformationen zur Postbank Studie Wohnatlas 2017

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Forschungsbereichsleiter Hamburg, Städte und Regionen, vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Analysiert wurden 402 Landkreise und kreisfreie Städte (darunter noch der Landkreis Osterode am Harz, der am 1. November 2016 Teil des Landkreises Göttingen wurde).

* Definition verfügbares Jahreseinkommen pro Kopf:

Netto-Gesamteinkommen der privaten Haushalte einer Stadt, umgerechnet auf ihre Einwohner, Kinder und Rentner eingeschlossen. Das Netto-Jahreseinkommen setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern, Einkommen aus selbstständiger Arbeit, Vermögenseinkommen in Form von Zinsen und anderen Kapitalerträgen, Mieteinnahmen sowie Sozialleistungen (Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen) – abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Das verfügbare Einkommen pro Kopf ist ein Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung in einer Region oder Stadt.

** Prognose reales Preiswachstum pro Jahr in Prozent bis 2030 nach dem HWWI-Wohnungsmarktmodell:

Anhand verschiedener Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben wurde die Nachfrageentwicklung berechnet. Die Entwicklung des Angebots bleibt davon nicht unberührt. In das HWWI-Wohnungsmarktmodell flossen sowohl die Entwicklung der Nachfrage als auch die des Angebots ein. Mit diesem Prognose-Instrument lässt sich nachzeichnen, wie sich beide Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende steht die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2016-2030.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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