2017

Immobilienpreise rund um Nürnberg steigen weiter

Presseinformation vom 13.11.2017
  • Experten analysieren Immobilienmärkte der Region Nürnberg-Erlangen-Fürth
  • Studie prognostiziert fast ausnahmslos Wertsteigerungen

Die Immobilienpreise in den fränkischen Großstädten um Nürnberg sind in den vergangenen Jahren in die Höhe geschossen. In Nürnberg selbst kostet der Quadratmeter mittlerweile durchschnittlich 2.525 Euro. Die Preise verzeichneten zwischen 2012 und 2016 einen Anstieg um real 38,5 Prozent – im bundesweiten Vergleich ist dies ein rasantes Preiswachstum. Nur in fünf deutschen Großstädten haben sich die Preise noch schneller nach oben bewegt. In den Nachbarstädten Schwabach, Erlangen und Fürth liegt die Preissteigerung zwischen 25,1 und 31,9 Prozent. In den umgebenden Landkreisen ist die Entwicklung weiter gespreizt, dort werden zwischen 21,5 und 41,1 Prozent mehr verlangt als 2012. Dies sind Ergebnisse des Postbank Wohnatlas 2017, der sich in einer speziellen Analyse auch der Region Nürnberg widmet.

Preisniveau der Region gleicht sich an

Durch die unterschiedlich steile Preisentwicklung der vergangenen Jahre hat sich das regionale Niveau angeglichen. In den Städten Nürnberg, Erlangen und Fürth kostet der Erwerb einer 100-Quadratmeter-Wohnung durchschnittlich zwischen 10,4 und 11,0 örtliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen*. Im etwas kleineren Schwabach und in den Landkreisen ist es noch etwas günstiger: Dort werden zwischen 8,4 und 9,5 Jahreseinkommen fällig. In Relation zu den örtlichen Mieten ist ebenfalls weitgehend Parität erreicht, allerdings auf durchgehend hohem Niveau: Am günstigsten ist der Immobilienkauf noch in Schwabach. Dort kostet Wohneigentum durchschnittlich 23,6 Jahresnettokaltmieten. Am teuersten ist es im Landkreis Fürth mit 26,1 Jahresmieten.

In Erlangen und Fürth geht die Preisrallye weiter

Das ist jedoch nur eine Momentaufnahme. In Zukunft werden die Kosten sich voraussichtlich wieder auseinander entwickeln. Die Experten des Hamburger WeltWirtschaftsInstituts, die den Wohnatlas 2017 für die Postbank erstellt haben, legen eine detaillierte Prognose zur Kaufpreisentwicklung bis zum Jahr 2030** vor. Neben der künftigen Entwicklung der Einwohnerzahlen wurden auch weitere Parameter wie Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben in die Berechnungen einbezogen. Demnach steigen die Preise inflationsbereinigt in den Städten Erlangen und Fürth um durchschnittlich 0,66 beziehungsweise 0,74 Prozent im Jahr. Der Quadratmeterpreis in Erlangen, mit 2.923 Euro ohnehin regionaler Spitzenwert, wird demzufolge bald noch weiter in die Höhe klettern. In Nürnberg hingegen ist die Spitze der Preisentwicklung fast erreicht. Hier liegt das jährliche Plus voraussichtlich nur bei 0,17 Prozent.

Die wirtschaftliche Stärke der drei Großstädte färbt auch auf das Umland ab. Anders als in vielen anderen Regionen Deutschlands zeigen in Franken die benachbarten Landkreise Preisstabilität. In Erlangen-Höchstadt und Roth zeichnen sich sogar kräftige Zuwächse um jährlich 0,5 Prozent ab. In Schwabach und im Landkreis Fürth liegen die Steigerungsraten bei 0,23 beziehungsweise 0,21 Prozent. Mit leichten Verlusten müssen sich lediglich Eigentümer im Kreis Nürnberger Land abfinden. Allerdings liegt das prognostizierte Minus nur bei 0,13 Prozent im Jahr. Bis zum Ende des Prognosezeitraums 2030 entspricht dies einem Wertverlust von nicht einmal zwei Prozent. „Derart günstige Prognosen sind gute Nachrichten für Kaufinteressierte. Sie können aus einem breiten Spektrum in der gesamten Region auswählen“, sagt Bernd Fuchs, Vertriebsdirektor der Postbank Filialvertrieb AG.

> Tabelle: Region Nürnberg in Zahlen (PDF, 92KB)

Schwache Infrastruktur in Roth und im Landkreis Fürth

Rein finanziell ist es günstiger, aufs Land zu ziehen, als in eine der drei Großstädte: Während die Quadratmeterpreise bei 2.466 Euro in der günstigsten Stadt Fürth liegen, beginnt die Preisspanne in Schwabach und den Landkreisen hingegen bei 1.967 Euro und endet bei 2.334 Euro. Wer diesen Weg gehen möchte, sollte sich zuvor allerdings über die Infrastruktur seines zukünftigen Wohnortes informieren. Erlangen, Fürth und Nürnberg liegen bei der Verkehrsanbindung(1), der Gesundheitsversorgung(2) und der Schulauswahl(3) weit über dem Bundesdurchschnitt. In den Kreisen ist das nicht der Fall. Die Anbindung an Autobahn, Flughafen und Fernbahn ist in der gesamten Region mindestens so gut wie im Bundesdurchschnitt. Die Schulauswahl fällt in Roth und im Landkreis Fürth aber unterdurchschnittlich aus. Hinsichtlich der Versorgung mit Ärzten und Krankenhäusern liegen beide Kreise sogar deutlich unter dem bundesweiten Mittelwert.

Individuelle Faktoren zählen

„Die Infrastruktur kann ein wichtiger Faktor für eine Kaufentscheidung sein. Allerdings sollten Immobilienkäufer genau hinsehen: Je nach Lage kann die Versorgung und Verkehrsanbindung auch noch besser ausfallen, als die Gesamtbewertung des betreffenden Kreises vermuten lässt“, sagt Bernd Fuchs von der Postbank Filialvertrieb AG. Objekte, die beispielsweise nahe der Stadtgrenze liegen, können beispielsweise auch gut an die städtischen Schulen sowie Ärzte und Krankenhäuser angeschlossen sein. „In diesen Lagen können möglicherweise auch größere Wertsteigerungen erzielt werden als im Landkreis-Durchschnitt zu erwarten wäre“, so Fuchs.

„Für jedes Immobilien-Investment gilt: Ob es sinnvoll ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab“, betont Postbank Experte Fuchs. „Mindestens genauso wichtig wie Bausubstanz, Ausstattung und Lage ist die Frage: Passt die Immobilie zu mir und meiner Zukunftsplanung?“ Wer unsicher ist, sollte sich von einem Fachmann beraten lassen.

Hintergrundinformationen zur Postbank Studie Wohnatlas 2017

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Forschungsbereichsleiter Hamburg, Städte und Regionen, vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Analysiert wurden 402 Landkreise und kreisfreie Städte (darunter noch der Landkreis Osterode am Harz, der am 1. November 2016 Teil des Landkreises Göttingen wurde). Im Fokus der vorliegenden Analyse steht der Raum Nürnberg.

* Definition verfügbares Jahreseinkommen pro Kopf:

Netto-Gesamteinkommen der privaten Haushalte einer Stadt, umgerechnet auf ihre Einwohner, Kinder und Rentner eingeschlossen. Das Netto-Jahreseinkommen setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern, Einkommen aus selbstständiger Arbeit, Vermögenseinkommen in Form von Zinsen und anderen Kapitalerträgen, Mieteinnahmen sowie Sozialleistungen (Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen) – abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Das verfügbare Einkommen pro Kopf ist ein Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung in einer Region oder Stadt.

** Prognose reales Preiswachstum pro Jahr in Prozent bis 2030 nach dem HWWI-Wohnungsmarktmodell:

Anhand verschiedener Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben wurde die Nachfrageentwicklung berechnet. Die Entwicklung des Angebots bleibt davon nicht unberührt. In das HWWI-Wohnungsmarktmodell flossen sowohl die Entwicklung der Nachfrage als auch die des Angebots ein. Mit diesem Prognose-Instrument lässt sich nachzeichnen, wie sich beide Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende steht die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2016-2030.

Untersuchte Indikatoren der Infrastruktur auf Kreisebene:

(1) Verkehrsanbindung: Minuten Autofahrt zur nächsten Autobahn, Fernbahn, Flughafen mit dem Automobil im Jahr 2015.
(2) Gesundheitsangebot: Ärzte pro Einwohner und Krankenhäuser im Verhältnis zum Kreisgebiet 2015.
(3) Schulangebot: Zahl der Grundschulen und weiterführenden Schulen im Verhältnis zur Siedlungsfläche 2014.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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