Die Postbank nahm Kurs Richtung Börse

Ein Dreimastsegler als Symbol für den Börsengang

Die "De Liefde" vor dem Kölner Dom

Mit der Tour des Dreimastseglers "De Liefde" leitete die Bank die heiße Phase ihres Börsengangs ein. Die Reise des Seglers begann mit dem Aufbau der Segel vor dem Kölner Dom. Ein kurzer Zwischenstopp am Sitz der Unternehmenszentrale in Bonn durfte natürlich auch nicht fehlen. Vorbei an Koblenz und der Loreley führte danach der Kurs über Mainz nach Frankfurt, wo die Fahrt der "De Liefde" mit einer großen Börsenparty endete. Die Reise des Postbank Seglers zum Börsengang 2004 können Sie sich als Video anschauen.

Das Segelschiff war ein Symbol für den Börsengang der Postbank, der unter dem Motto "Substanz bewegt" stand. Passend: Auch das Logo der Postbank hat drei Segel, so wie das Schiff. Die Fahrt von Bonn nach Frankfurt symbolisierte auch die Herausforderung, die solide Vorbereitung und insbesondere den Weg des Unternehmens an die Börse.

 

Behörden an Rhein und Main unterstützen die Fahrt des Küstenseglers

Einen Küstensegler aus seinem Heimathafen Lelystad am Ijsselmeer in den Niederlanden den Rhein hinauf zu fahren, hat es bisher wohl noch nicht gegeben," staunen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der zuständigen Ämter. Hierfür hat die Postbank einen Genehmigungsmarathon absolviert. "Dabei haben uns die Behörden für Rhein und Main, allen voran die Wasser- und Schifffahrtsdirektion, die Wasser- und Schifffahrtsämter, die Wasserschutzpolizei und die Städte sehr geholfen und tatkräftig unterstützt", blickt Joachim Strunk, Pressesprecher der Postbank, auf die Vorbereitungen zurück.

Sobald das ehrgeizige Vorhaben in seinen Ausmaßen beschrieben war, ergriffen die Experten für die Genehmigungsverfahren die Initiative: Die Pegelstände der gesamten Strecke und die Statik jedes Anlegestegs auf seine Belastbarkeit zu prüfen, bevor das Segelschiff dort festmachen durfte, waren nur zwei wichtige Aufgaben. "Die Fachleute haben sich unsere Route sehr genau angeschaut, bevor sie uns die Machbarkeit der Fahrt bescheinigt haben", so Strunk weiter.

Die Genehmigungen für die Binnenschifffahrt richten sich nach Wasserpegeln, die an vielen Stellen der Flüsse gemessen werden. Dabei sind sowohl die Aufbauhöhe mit Blick auf Brückendurchfahrten als auch die Wassertiefe kritische Größen. Joachim Strunk: "Unser Segler kommt mit 2,50 Meter Tiefgang dem Rheingrund nicht viel näher als beladene Binnenfrachter." Auch zu den Brücken bleibt bei durchschnittlichem Wasserpegel genug Platz.

"Unsere Aufmerksamkeit galt den Kapriolen des Wetters der vergangenen Jahre", erläutert Strunk. Nach dem "Super-Sommer 2003" oder der "Jahrhundertflut 2002" freut sich die Postbank über den Erfolg, dass "De Liefde" sicher und heil am Ufer des Bonner Posttowers anlegen konnte. "Das war die Pflicht", freut sich Strunk. "Die Fahrt nach Frankfurt wird nun die Kür, bei der es sicher noch manche Herausforderung zu meistern gilt."

Zur Geschichte des Schiffes

Der Postbank-Segler "De Liefde" begann seine Karriere 1937 als segelndes Frachtschiff. Er transportierte Güter auf der Ostsee. Mit rund 50 Jahren Dienstzeit eroberte sich das Schiff einen Platz in der Geschichte des niederländischen Küstenhandels, bis es Ende der 80er Jahre außer Dienst gestellt wurde. Erst 1998 nahm sich ein Liebhaber des Seglers an. Im folgenden Jahr begann die vollständige Renovierung des inzwischen mehrfach umgebauten Schiffes. Das in Schweden gebaute Schiff bekam seine ursprüngliche Linie zurück, die es im Zuge diverser Umbauten in der Frachtzeit verloren hatte und präsentiert sich heute wieder als stolze Dreimastschoner-Bark. Der Name "De Liefde" – die Liebe – prangt in kunstvollen Lettern am Heck des 50 Meter langen Schiffes.

Neun Segel an drei Masten sorgen mit 760 Quadratmetern Segelfläche für Vortrieb. Sie geben den drei Kuben im Logo der Postbank eine starke Symbolik. Die Segel dürfen im Rahmen der Tour auf Rhein und Main bis Windstärke fünf gehisst sein. Bei noch stärkerem Wind birgt sie die vierköpfige Besatzung aus Sicherheitsgründen. "Mit Blick auf das enge Fahrwasser und den dichten Verkehr lassen wir daher oft die Dieselmotoren die Arbeit machen", so Joachim Strunk, Pressesprecher der Postbank. "Sicherheit geht vor. Eine Rheintour ist mit einem Segeltörn auf offener See nicht zu verwechseln."

Nach ihrem Einsatz für den Börsengang der Postbank ist die "De Liefde" wieder als Hotelschiff vor allem auf dem Ijsselmeer und an der Küste unterwegs. Zwölf Kabinen bieten komfortable Unterkunft für bis zu 24 Gäste. Sie verfügt über einen schmucken Konferenzraum für 45 Personen.

Steckbrief De Liefde

Typ: Dreimast-
schoner-Bark
Länge: 50 Meter
Breite: 7 Meter
Tiefgang: 2,5 Meter
Segelfläche: 760 qm
Anzahl der
Segel:
9 Stück
Stamm-
besatzung:
4 Personen
Tagestouren: 70 Personen
Mehrtägige
Törns:
24 Personen
Kabinen/
Toiletten:
12/15
Konferenz-
raum:
45 Personen
Heimathafen: Lelystad,
Niederlande
Baujahr: 1937