Achtung: Falle!

Betrügerische Anrufe

Achtung: Falle! – Betrügerische Anrufe

Es war kurz nach acht Uhr morgens. Frank K. hatte gerade gefrühstückt, als sein Telefon klingelte. Im Display wurde ihm eine Rufnummer mit Frankfurter Vorwahl angezeigt.

„Guten Morgen, Herr K. Mein Name ist Bauer. Ich rufe von Ihrer Hausbank an. Wir kennen uns nicht persönlich, denn ich sitze in der Zentrale Frankfurt. Uns liegt ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Berlin vor. Es geht um die Pfändung Ihres Kontos im Zusammenhang mit Ihrer Gewinnspielteilnahme. Noch lässt sich die Kontopfändung umgehen. Allerdings müssten Sie die offene Forderung in Höhe von 4.325 Euro unverzüglich begleichen. Die Zahlungsfrist läuft heute ab. Eine spätere Einigung ist dann nicht mehr möglich. Die Bankverbindung gebe ich Ihnen jetzt mal zum Mitschreiben durch: Empfänger und IBAN lauten (…), das Aktenzeichen ist AZ 013TR/00. Überweisen Sie also noch heute die offenen 4.325 Euro, sonst wird Ihr Konto gepfändet.“

Frank K. wandte ein, dass er mit seiner Frau zwar gelegentlich an Gewinnspielen teilgenommen habe, jedoch immer nur an kostenlosen. Ihm sei unverständlich, wie es da zu einer Forderung, zumal in dieser Höhe, überhaupt kommen könne. „Nun, der Gewinnspiel-Vertrag datiert aus dem Jahr 2011. Über Jahre hinweg haben Sie die Abo-Gebühren nicht bezahlt und sämtliche Mahnungen ignoriert!“ – bekam Frank K. zu hören. Er werde gleich mit seiner Frau die Angelegenheit besprechen, sagte er der Anruferin aus Frankfurt. Gerade hatte er aufgelegt, als das Telefon erneut klingelte. Dieses Mal zeigte das Display eine Rufnummer mit Berliner Vorwahl.

„Guten Tag, Herr K. Hier spricht Schulz, Staatsanwaltschaft Amtsgericht Berlin Tiergarten. Uns liegt ein Pfändungsbeschluss vor, Aktenzeichen AZ 013TR/00.“ Dann wiederholte der Anrufer all das, was die Anruferin aus Frankfurt bereits mitgeteilt hatte: den Betrag, die Bankverbindung, den Zahlungsempfänger und dass die Überweisung „noch heute“ erfolgen müsse. Auch diesem Anrufer sagte Frank K., er werde die Angelegenheit gleich mit seiner Frau besprechen, und legte auf.

Ob man nicht die Unterlagen beim Amtsgericht zuerst einsehen sollte, gab diese zu bedenken.

Frank K. griff sofort zum Telefon. Vom Amtsgericht Berlin Tiergarten bekam er die Auskunft, dass es einen Staatsanwalt Schulz überhaupt nicht gäbe. Und in der Filiale seiner Hausbank erfuhr er wenig später, dass er an diesem Tag bereits der Dritte gewesen ist, der solch dubiose Anrufe bekommen hatte. Er solle den Betrag auf gar keinen Fall überweisen und sich an die Polizei wenden.

Falsche Amtspersonen als Telefonbetrüger

Angebliche Polizisten, Rechtsanwälte, Staatsanwälte, Mitarbeiter von Gerichten, Banken und Verbraucher¬schutzorganisationen entpuppen sich nicht selten als besonders gerissene Betrüger. Immer häufiger versuchen sie, arglose Menschen am Telefon zu Geldüberweisungen zu bewegen. Seien Sie deshalb bei dubiosen Telefonanrufen hellhörig und beachten Sie unsere Warnhinweise:

Warnhinweise
  • Behörden kontaktieren Sie in wichtigen Angelegenheiten schriftlich und nicht telefonisch. Seien Sie deshalb äußerst skeptisch, wenn Sie von angeblichen Behördenmitarbeitern, Staats¬anwälten, Rechtsanwälten oder Polizisten angerufen werden. Verwickelt man Sie in ein zwei¬felhaftes Gespräch, so beenden Sie es möglichst umgehend. Googeln Sie dann am besten die Telefonnummer, suchen Sie sie im Telefonbuch oder rufen Sie die Auskunft an. Auf diese Weise lässt sich der Sachverhalt oft schnell aufklären.
  • Bei unbekannten Anrufern ist Misstrauen generell angebracht. Eine Ihnen im Display angezeigte bekannte Telefonnummer, zum Beispiel die vom Amtsgericht, sagt noch nichts darüber aus, dass Sie tatsächlich vom Amtsgericht angerufen werden. Heutzutage haben Telefonbetrüger die technischen Möglichkeiten, bei ihren Anrufen jede beliebige Telefonnummer vorzutäuschen (sogenanntes „Call ID Spoofing“). Ihr Anruf kann also auch von einem Call Center im Ausland kommen.
  • Geben Sie in einem dubiosen Telefonat unter keinen Umständen persönliche Daten preis. Werden Sie mit offenen Forderungen konfrontiert, so verlangen Sie einen eindeutigen Nachweis.
  • Überweisen Sie auf telefonische Aufforderung niemals unter Zeitdruck Geld, schon gar nicht ins Ausland. An den ersten zwei Buchstaben der IBAN erkennen Sie das Land, in das überwiesen werden soll.
  • Scheuen Sie sich nicht, Betrügereien und Betrugsversuche bei der Polizei anzuzeigen.

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