30 Jahre DAX: eine Erfolgsgeschichte mit vielen Wendungen

Der DAX stellt rund 80 Prozent des rechnerischen Gesamtwerts börsennotierter Aktiengesellschaften in Deutschland dar und dient Wirtschaftsexperten, Anlegern und Fondsmanagern als wichtiger Orientierungspunkt. Trotz zahlreicher Berg- und Talfahrten bescherte er ausdauernden Anlegern eine starke Rendite. Nach Überwindung der Euro-Krise zu Beginn der 2000er konnte der DAX jährlich einen stattlichen Wertzuwachs von rund acht Prozent verzeichnen. Gehen Sie mit uns zusammen auf eine bewegte Reise.

1988 – das Geburtsjahr des DAX

Am 1. Juli des Jahres 1988 wurde der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, aus der Taufe gehoben. Bevor dies geschah, herrschte auf dem hiesigen Aktienmarkt ein undurchsichtiges Durcheinander verschiedener Indizes. Banken und Wirtschaftszeitungen brachten zu jener Zeit eigene Indizes heraus, die jedoch jeweils nur einen kleinen Ausschnitt des Aktienmarktgeschehens zeigten. Für Anleger und Fondsmanager war es daher sehr schwierig und umständlich, sich einen Überblick über den deutschen Aktienmarkt zu verschaffen. Britische Finanzexperten sollen zu jener Zeit sogar darüber gespottet haben, dass es hierzulande mehr Indizes als Aktien gebe. Die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen änderte diesen Zustand in Zusammenarbeit mit der Börsen Zeitung und der Frankfurter Wertpapierbörse. Sie waren maßgeblich an der Entwicklung des DAX beteiligt.

Was in Deutschland fehlte, war ein Börsenbarometer, das von allen Akteuren anerkannt wurde und einen Großteil der Entwicklungen am deutschen Aktienmarkt aufzeichnete. Vorbilder aus anderen Ländern gab es zuhauf: Bereits seit 1884 hatten die Vereinigten Staaten den Dow-Jones-Index, 1948 veröffentlichte Großbritannien erstmals seinen Leitindex FTSE 100 und Frankreich zog 1987 mit dem Index CAC 40 nach. In Deutschland war es Anfang Juli 1988 so weit: Der Startschuss für den DAX, den Deutschen Aktienindex, fiel. Seitdem veranschaulicht er die Wertentwicklung deutscher Unternehmen, die 30 größten sind im Index verzeichnet. Der DAX kann als Indikator für die Lage am deutschen Aktienmarkt – sowie der deutschen Wirtschaft im Allgemeinen – herangezogen werden.

Auf Erfolgskurs trotz bewegter Zeiten

Schon die Geburt des DAX Ende der 1980er-Jahre fiel in eine Zeit der Umbrüche. Heute wissen wir, dass es auch später kaum ruhiger werden sollte. Politische und gesellschaftliche Ereignisse ließen den Kurs immer wieder hoch- und niederschnellen. Beispielsweise sorgten die beiden Irakkriege, der Terroranschlag auf das World Trade Center in New York 2001 sowie das Platzen der sogenannten Dotcom-Blase für heftige Kursverluste. Ebenso ließen die weltweite Finanzkrise ab 2007 und die Eurokrise ab 2009 Anlegerträume platzen. So gerieten die Börsen nach der Insolvenz des US-Investmentbank Lehmann Brothers weltweit ins Wanken. Horrende Kurseinbrüche wurden gemeldet: So verlor der DAX von Juli 2007 bis Februar 2009 rund die Hälfte seines Wertes.

Doch der DAX kann mit Fug und Recht als Stehaufmännchen bezeichnet werden: All die genannten Rückschläge verhinderten nicht, dass er sich jedes Mal erholen und seine Verluste wettmachen konnte. Tatsächlich lebte der Deutsche Aktienindex nach der Finanzkrise richtig auf und durchbrach im Juni 2014 erstmals die moralisch wichtige 10.000-Punkte-Marke konnte – zur Freude der Anleger, die Geduld und Nerven bewiesen hatten. Seit seiner Einführung stieg er bis heute um mehr als 1.200 Prozent und begeisterte Anleger mit einer Jahresrendite von durchschnittlich rund acht Prozent.

Heute: Die Kurse schwanken – aber auf hohem Niveau

Aktuell können wir beim DAX ein neues Allzeithoch beobachten. Allein im vergangenen Jahr kletterte der deutsche Leitindex um zwölf Prozent nach oben, womit er sogar stärker stieg als der globale Aktienindex MSCI World, der in Euro umgerechnet ein Plus von lediglich 5,5 Prozent schaffte. Dem Wachstumskurs verdankt der DAX zudem einen neuen Rekord: Ihm gelang zeitweise der Sprung über die 13.000er-Marke. Der Grund für den anhaltenden Positivtrend ist unter anderem in der guten Konjunktur zu suchen. Der konjunkturelle Aufschwung, den wir zurzeit in Deutschland und Europa erleben, lässt auch die Kurse steigen. Denn im Vergleich zu vielen anderen wichtigen Indizes ist für den DAX die starke Berücksichtigung konjunktursensibler Branchen charakteristisch. Im DAX befinden sich beispielsweise Unternehmen der Konsumgüter-, Automobil-, Bau- und Immobilienbranche.

Dies macht den Index allerdings verhältnismäßig anfällig für Schwankungen. DAX-Anleger sollten Phänomene wie Inflation, Handelskriege, Migrationspolitik und den Brexit mit hoher Aufmerksamkeit beobachten. Die daraus resultierenden Unsicherheiten könnten den DAX unter Druck setzen. Grund zur Sorge besteht jedoch nicht. Marco Bargel, Chef-Investmentstratege der Postbank, sieht aufgrund eines anhaltend moderaten Zinsniveaus und nach wie vor guter Fundamentaldaten weiteres Kurspotenzial. Seiner Ansicht nach könnte der DAX in zwölf Monaten bei rund 14.000 Punkten liegen.

Risikohinweis:

Bitte beachten Sie, jede Geldanlage ist mit einem gewissen Risiko verbunden. In der Regel steigen mit den Renditechancen einer Anlage auch ihre Risiken. Je nach Wahl der Wertpapier-Anlageform ist insbesondere mit Kurs- bzw. Volatilitätsrisiken, Risiken der Bonität, der Liquidität, der Zinsänderung, der Währung und der Länder sowie steuerlichen Risiken zu rechnen. Über die speziellen Risiken der jeweiligen Anlageform informieren Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen oder Ihr Wertpapierberater.

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