Arbeiten als Rentner – das müssen Sie beachten

Für die einen ist es ein notwendiger Hinzuverdienst, für die anderen eine willkommene Abwechslung: Auch Rentner dürfen einer bezahlten Arbeit nachgehen. Welche Möglichkeiten es gibt und was Sie dabei beachten müssen.

Arbeiten als Rentner – mit oder ohne Bezahlung?

Noch vier Monate – dann geht Herr Petersen in Rente. Er freut sich auf die neue Freiheit; darauf, dass er mehr Zeit mit seinen Enkeln verbringen kann, endlich Muße hat für seine Hobbys. Doch er hat auch Zweifel: Lässt sich damit der Alltag sinnvoll ausfüllen? Schließlich ist er geistig und körperlich noch fit. Und ein kleiner Hinzuverdienst zur gesetzlichen Rente wäre auch nicht schlecht. Aber geht das überhaupt und lohnt sich das auch finanziell?

Die Antwort lautet: Ja, es geht. Dabei muss grundsätzlich zwischen zwei Formen der Arbeit unterschieden werden: der Arbeit gegen Bezahlung und dem ehrenamtlichen Engagement.

Als Rentner gegen Bezahlung arbeiten

  • Hinzuverdienst nach Erreichen der Regelaltersgrenze:
    Sofern Sie de Regelaltersgrenze erreicht haben, dürfen Sie so viel hinzuverdienen, wie Sie wollen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Sie müssen Ihre Beschäftigung dann auch nicht Ihrem Rentenversicherungsträger melden. Dabei gilt: Jeder Cent, den Sie verdienen, sowie die Altersrente selbst müssen im Rahmen der gültigen Steuergesetze versteuert werden.
    Von den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung und zur Rentenversicherung sind Sie als arbeitender Altersrentner befreit, nicht jedoch von der Kranken- und Pflegeversicherung. Der Arbeitgeber muss diesen Teil der Sozialabgaben in jedem Fall wie gewohnt abführen.
  • Hinzuverdienst vor Erreichen der Regelaltersgrenze:
    Wenn Sie vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze eine Altersrente erhalten, gleichzeitig aber weiterhin einer bezahlten Tätigkeit nachgehen möchten, gelten andere Regeln. Die Altersrente wird dann abhängig von der Höhe des Hinzuverdienstes in voller Höhe (Vollrente) oder vermindert (Teilrente) gezahlt. Unter Umständen kann sie sogar ganz entfallen. Für Rentner, die ihre Rente in voller Höhe erhalten, gilt derzeit eine anrechnungsfreie Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro (Stand: 06/2016). Um bezüglich der Anrechnung auf die jeweilige Rente oder das Ruhegehalt (bei Beamten) keinen Fehler zu machen, sollten Sie vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze jede Erwerbstätigkeit an Ihren Rentenversicherungsträger melden. Dort erfahren Sie auch, welche Einkommensarten als Hinzuverdienst gelten.
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Tipp

Entscheiden Sie sich dafür, weiterzuarbeiten und Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen statt Rente zu beziehen, können Sie damit Ihre Rente erhöhen. Wer 2.900 Euro brutto verdient und ein Jahr länger arbeitet, kann laut einer Beispielrechnung der Deutschen Rentenversicherung seine Rente um 6 Prozent steigern. 

Neu: Flexi-Rente ab 2017

Der Gesetzgeber plant schon seit Längerem, die Zuverdienstmöglichkeiten für Frührentner zu verbessern und hier mehr Spielräume zu lassen. Die Große Koalition hat sich im November 2015 auf Pläne für eine Flexi-Rente geeinigt. Demnach soll die anrechnungsfreie Summe von monatlich 450 Euro auf eine Jahressumme von 6.300 Euro angehoben werden. Einkünfte über dieser Grenze sollen künftig zudem geringer auf die Rente angerechnet werden als bisher. Die Neuregelung soll im Herbst vom Bundestag verabschiedet werden und dann 2017 in Kraft treten. (Stand: 09/2016).

Als Rentner ohne Bezahlung arbeiten – ehrenamtliches Engagement

Kommt es aufs Geld nicht so sehr an, können Sie den Ruhestand auch dafür nutzen, sich ehrenamtlich zu engagieren und Arbeiten als Rentner ohne Entlohnung zu entrichten. Manche Vereine oder andere Einrichtungen zahlen dafür sogar eine Aufwandsentschädigung. Hier wird bezüglich der Anrechnung auf die Rente in zwei Kategorien unterschieden:

  • Der Übungsleiterfreibetrag (etwa für ehrenamtliche Trainer oder Dozenten) beträgt jährlich 2.400 Euro.
  • Die Ehrenamtspauschale (z. B. für Platzwarte, Schiedsrichter, Vereinsvorstände oder Betreuer in einem Jugendklub) beträgt jährlich 720 Euro.

In beiden Fällen ist der anrechnungsfreie Betrag unabhängig davon, ob es sich um eine Alters-, Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrente handelt.

Jobsuche – wo finde ich einen Job als Rentner?

Neben der Arbeitsagentur und den üblichen Jobbörsen im Internet (z. B. StepStone, Monster) gibt es auch einige auf ältere Arbeitnehmer spezialisierte Angebote zur Jobsuche. Ein Beispiel ist das Jobnetzwerk 50plus.
Wenn Sie auf der Suche nach einer ehrenamtlichen bzw. freiwilligen Tätigkeit sind, geben Sie am besten das Suchwort „Ehrenamt“ oder „Freiwilligenbörse“ und den Namen Ihres Wohnorts in die Internetsuchmaschine ein. Natürlich können Sie auch bei Organisationen und Verbänden oder den Kirchen direkt anfragen.