Arbeiten als Rentner – das müssen Sie beachten

Für die einen ist es ein notwendiger Hinzuverdienst, für die anderen eine willkommene Abwechslung: Auch Rentner dürfen einer bezahlten Arbeit nachgehen. Welche Möglichkeiten es gibt und was Sie dabei beachten müssen.

Arbeiten als Rentner – mit oder ohne Bezahlung?

Noch vier Monate – dann geht Herr Petersen in Rente. Er freut sich auf die neue Freiheit; darauf, dass er mehr Zeit mit seinen Enkeln verbringen kann, endlich Muße hat für seine Hobbys. Doch er hat auch Zweifel: Lässt sich damit der Alltag sinnvoll ausfüllen? Schließlich ist er geistig und körperlich noch fit. Und ein kleiner Hinzuverdienst zur gesetzlichen Rente wäre auch nicht schlecht. Aber geht das überhaupt und lohnt sich das auch finanziell?

Die Antwort lautet: Ja, es geht. Dabei muss grundsätzlich zwischen zwei Formen der Arbeit unterschieden werden: der Arbeit gegen Bezahlung und dem ehrenamtlichen Engagement.

Als Rentner gegen Bezahlung arbeiten

  • Hinzuverdienst nach Erreichen der Regelaltersgrenze:
    Sofern Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben (für den Rentnerjahrgang 2018 liegt diese bei 65 Jahren und 7 Monaten), dürfen Sie so viel hinzuverdienen, wie Sie wollen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Sie müssen Ihre Beschäftigung dann auch nicht Ihrem Rentenversicherungsträger melden. Dabei gilt: Jeder Cent, den Sie verdienen, sowie die Altersrente selbst müssen im Rahmen der gültigen Steuergesetze versteuert werden.
    Von den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung und zur Rentenversicherung sind Sie als arbeitender Altersrentner befreit, nicht jedoch von der Kranken- und Pflegeversicherung. Der Arbeitgeber muss diesen Teil der Sozialabgaben in jedem Fall wie gewohnt abführen.
  • Hinzuverdienst vor Erreichen der Regelaltersgrenze:
    Wenn Sie vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze eine Altersrente erhalten, gleichzeitig aber weiterhin einer bezahlten Tätigkeit nachgehen möchten, gelten andere Regeln. Nach dem neuen Flexirentengesetz dürfen Sie seit dem 1. Juli 2017 als Voll- oder Teilrentner vor Erreichen der Regelaltersgrenze 6.300 Euro im Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Die bisherige monatliche Grenze von 450 Euro entfällt. Ein über den Jahreshöchstbetrag hinausgehender Verdienst wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Liegt die Summe aus gekürzter Rente und dem Hinzuverdienst über dem bisherigen Einkommen (bestes Einkommen der letzten 15 Kalenderjahre), wird der darüber liegende Hinzuverdienst zu 100 Prozent auf die verbliebene Teilrente angerechnet. Sie können zudem auch eine feststehende Hinzuverdienstgrenze wählen. Die Höhe der Teilrente legen Sie dann selbst fest, sie muss aber mindestens zehn Prozent der Vollrente umfassen.
Tipp

Entscheiden Sie sich dafür, weiterzuarbeiten statt Rente zu beziehen, können Sie damit Ihre Rente erhöhen. Für jeden Monat, den Sie über das reguläre Rentenalter hinaus arbeiten und keine Rente beziehen, gibt es einen Rentenzuschlag in Höhe von 0,5 Prozent. Wenn Sie Ihre Rente um ein Jahr aufschieben, erhalten Sie laut Deutscher Rentenversicherung allein dafür einen Zuschlag von 6 Prozent. Nach dem neuen Flexirentengesetz können Sie seit 2017 zudem Ihre Rente zusätzlich erhöhen, indem Sie weiterhin Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung entrichten.

Als Rentner ohne Bezahlung arbeiten – ehrenamtliches Engagement

Kommt es aufs Geld nicht so sehr an, können Sie den Ruhestand auch dafür nutzen, sich ehrenamtlich zu engagieren und Arbeiten als Rentner ohne Entlohnung zu entrichten. Manche Vereine oder andere Einrichtungen zahlen dafür sogar eine Aufwandsentschädigung. Hier wird bezüglich der Anrechnung auf die Rente in zwei Kategorien unterschieden:

  • Der Übungsleiterfreibetrag (etwa für ehrenamtliche Trainer oder Dozenten) beträgt jährlich 2.400 Euro.
  • Die Ehrenamtspauschale (z. B. für Platzwarte, Schiedsrichter, Vereinsvorstände oder Betreuer in einem Jugendklub) beträgt jährlich 720 Euro.

In beiden Fällen ist der anrechnungsfreie Betrag unabhängig davon, ob es sich um eine Alters-, Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrente handelt.

Jobsuche – wo finde ich einen Job als Rentner?

Neben der Arbeitsagentur und den üblichen Jobbörsen im Internet (z. B. StepStone, Monster) gibt es auch einige auf ältere Arbeitnehmer spezialisierte Angebote zur Jobsuche. Ein Beispiel ist das Jobnetzwerk 50plus.
Wenn Sie auf der Suche nach einer ehrenamtlichen bzw. freiwilligen Tätigkeit sind, geben Sie am besten das Suchwort „Ehrenamt“ oder „Freiwilligenbörse“ und den Namen Ihres Wohnorts in die Internetsuchmaschine ein. Natürlich können Sie auch bei Organisationen und Verbänden oder den Kirchen direkt anfragen.