Elternzeit und Altersvorsorge: So passen Sie Ihre Versicherungen an

Die Elternzeit bietet frisch gebackenen Müttern und Vätern die Möglichkeit, sich eine Weile intensiv um den Nachwuchs zu kümmern. Die temporäre Abstinenz vom Arbeitsplatz bringt jedoch in vielen Fällen finanzielle Durststrecken mit sich. Deshalb macht es Sinn, Ihre vorhandenen Versicherungen an die neue Lebenssituation anzupassen. Wir zeigen Ihnen, wie das funktioniert und worauf Sie achten müssen! 

Welche finanziellen Einbußen haben Antragsteller in der Elternzeit?

Mit dem Babyglück ändert sich für viele Paare nicht nur die familiäre Situation, sondern auch die finanzielle. Denn während ein Elternteil daheim bleibt, fließt statt eines Vollzeitgehalts das sogenannte Elterngeld auf das Familienkonto. Diese staatliche Transferzahlung fällt aber in den meisten Fällen geringer aus, als das vorige Nettoeinkommen des Arbeitnehmers.

Das Elterngeld wird nämlich einkommensabhängig bestimmt und errechnet sich aus dem Monatsgehalt des Antragstellers in den 12 Monaten vor Geburt des Babys. Minimal gibt es 300 Euro pro Monat, maximal werden 1.800 Euro Elterngeld ausgezahlt. In den meisten Fällen liegt das Elterngeld allerdings „nur“ bei 65 bis 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Für Familien bedeutet der Bezug von Elterngeld somit einen finanziellen Kraftakt, zumal die Haushaltsausgaben mit einem Kleinkind zunächst steigen. Windeln, Babybrei, Kleidung, Kinderwagen, Möbel und Spielzeug können in den ersten Lebensjahren eines Kindes einige Tausend Euro verschlingen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das Geld an einer anderen Stelle einzusparen.

Wie passe ich meine private Altersvorsorge an die Elternzeit an?

Bei vielen Verträgen zu der privaten Lebens- bzw. Rentenversicherung geben Ihnen die Versicherungsunternehmen Möglichkeiten an die Hand, für eine gewisse Zeit Ihre Beiträge zu reduzieren, freizustellen oder auch zu stunden. Doch wo liegt da eigentlich genau der Unterschied?

Eigentlich ganz einfach: Bei einer Beitragsfreistellung bleibt Ihre Versicherung grundlegend bestehen, die Beitragszahlung wird jedoch vom Versicherungsnehmer ausgesetzt. Bei den meisten Verträgen zur privaten Renten- oder Lebensversicherung besteht diese Möglichkeit allerdings erst nach einigen Jahren, in denen Sie turnusmäßig Beiträge gezahlt haben. Bedenken Sie auch, dass sich eine langfristige Beitragsfreistellung auf die vereinbarten Versicherungsleistungen auswirken kann. Das gilt mitunter auch für die Höhe von Kapitalauszahlungen im Rentenalter.

Die Beitragsreduzierung bei Versicherung ist eine weitere Möglichkeit für junge Eltern, die während der beruflichen Auszeit ihre Fixkosten minimieren möchten. Eine Beitragsreduzierung erreichen Sie im Regelfall durch die Herabsetzung von Versicherungssummen. Prüfen Sie dazu Ihre vorhandenen Versicherungsverträge! Wenn Sie z. B. eine großzügig ausgelegte Risiko-Lebensversicherung im Portfolio haben, spricht nichts dagegen, die Versicherungssumme herabzusetzen, um Beiträge zu sparen. Als Faustregel gilt: Die Versicherungssumme einer Risiko-Lebensversicherung sollte etwa das drei- bis fünffache Ihres Bruttojahresgehalts betragen.

Und was ist Beitragsstundung? Hierbei handelt es sich nicht um eine reine Sparmaßnahme, sondern eher um eine Verschiebung der Beitragszahlungen. Frei nach dem Motto „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ können Sie nämlich bei vielen Versicherungen die Beitragszahlung auf einen späteren Termin hinauszögern. Dann können Sie z. B. Ihr Versicherungskonto ausgleichen, wenn Sie wieder Vollzeit arbeiten.

Eine weitere Möglichkeit Geld zu sparen wäre es, dynamische Tarife auszusetzen. Haben Sie z. B. bei Ihrer privaten Rentenversicherung eine automatische Erhöhung vereinbart, können Sie diese für einige Zeit ruhen lassen. Die Beiträge steigen dann nicht mehr automatisch um eine bestimmte Summe im Jahr, allerdings wird der Versicherungsschutz dementsprechend auch nicht erweitert. Bei dieser Sparvariante sollten Sie taktisch vorgehen und die Zahlungen an das Versicherungsunternehmen unbedingt im Auge behalten. Meistens verlieren Sie nach zweimaligem Aussetzen der Dynamik nämlich den Anspruch darauf, die Versicherungssumme ohne eine erneute Gesundheitsprüfung erhöhen zu dürfen.

Für nicht ratsam halten es Experten übrigens, wenn Sie in der Babypause wichtige Basis-Versicherungen wie eine private Haftpflicht oder eine Berufsunfähigkeits-Police aufkündigen. Diese sollten Sie unbedingt behalten, damit Sie auch in der Elternzeit vollumfänglichen Versicherungsschutz genießen.

Spezialfall Riester-Rente: Kinderzulage macht das Sparen attraktiver

Wenn Sie einen Riester-Vertrag haben, lohnt sich nach der Geburt Ihres Kindes auf jeden Fall der Gang zu Ihrem Anlageberater. Denn neben der jährlichen Grundzulage in Höhe von 154 Euro erhalten Eltern für jeden kindergeldberechtigen Sprössling zusätzlich eine Kinderzulage in Höhe von 185 Euro jährlich. Noch attraktiver wird eine Riester-Rente bei Eltern von Kindern, die ab dem Jahr 2008 auf die Welt kamen. Hier beträgt die staatliche Förderung sogar 300 Euro pro Jahr. Mit der Kinderzulage wird üblicherweise der Riester-Vertrag des Elternteils subventioniert, welcher das Kindergeld bezieht.

Um die Förderung voll auszuschöpfen, müssen Sie allerdings auch während Ihrer Elternzeit die Mindesteinlage einzahlen. Im ersten Jahr der Elternzeit beträgt diese weiterhin vier Prozent von Ihrem Vorjahres-Bruttoeinkommen (max. 2.100 Euro). Im zweiten Jahr reicht dann aber schon ein Sockelbetrag von derzeit 60 Euro im Jahr. Um das „Riestern“ noch attraktiver zu machen, erhöht der Staat die Grundzulage ab dem 1. Januar 2018 übrigens von 154 auf 175 Euro pro Jahr. Die Höhe der Kinderzulage bleibt gleich.

Wie Sie sehen, ist es äußerst ratsam, sich auch während der Elternzeit mit Ihren bestehenden Versicherungsverträgen auseinanderzusetzen. So können Sie die Zeit mit Ihrem Nachwuchs nicht nur sorgenfreier genießen, sondern erhalten obendrein auch noch eine attraktive Finanzspritze von Vater Staat.

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