Altersvorsorge 50plus – was Sie jetzt noch tun können

Gehören Sie auch zur Gruppe der „Menschen in den besten Jahren“, der „Best Ager“ oder der „Generation 50plus“? Diese Begriffe fallen immer häufiger, wenn über die Gruppe der 50- bis 64-Jährigen gesprochen wird. Angesichts steigender Lebenserwartung und sinkender Rentenniveaus ist für Sie dann eines besonders wichtig, um auch als Rentner Ihren gewohnten Lebensstandard halten zu können: die private Altersvorsorge.

Wenn Sie in jüngeren Jahren nicht an Ihre Altersvorsorge gedacht haben, muss es heute nicht zwangsläufig zu spät sein. Denn auch jenseits der 50 gibt es noch einige Möglichkeiten, etwas für Ihr finanzielles Polster im Alter zu tun.

Wussten Sie, dass 31 Prozent der über 60-jährigen Deutschen laut einer GfK-Umfrage im Auftrag des Bankenverbandes aus dem Jahr 2014 noch Geld für das Alter zurücklegen? 60 Prozent bilden Rücklagen für Notfälle und 36 Prozent sparen für die Kinder und Enkelkinder.

Späte Altersvorsorge – mehr Sicherheit als Risiko

Doch in welcher Form investiere ich mein Geld sinnvoll in die späte Altersvorsorge? Grundsätzlich gilt: Je älter Sie sind, desto mehr sollten Sie Ihre Geldanlage auf Sicherheit ausrichten. Immer wichtiger werden zudem flexible Anlagezeiträume. Zum einen, um im Notfall schnell auf die Mittel zugreifen zu können, etwa wenn der Umzug in ein Pflegeheim erforderlich werden sollte. Zum anderen, um sich auch einmal kurzfristig etwas gönnen zu können, etwa eine schöne Reise zur Goldenen Hochzeit. Sicherheit (59 Prozent) und Verfügbarkeit (31 Prozent) werden auch laut Umfrage des Bankenverbands bei den über 60-Jährigen deutlich wichtiger eingestuft als Rendite (zehn Prozent).

Welche Form der späten Altersvorsorge individuell am besten geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen zum Beispiel

  • das bereits vorhandene Vermögen
  • die familiäre Situation
  • die individuelle Risikobereitschaft

Die vier wichtigsten Möglichkeiten zum Weitersparen für eine Altersvorsoge auch jenseits der 50 haben wir für Sie im Folgenden zusammengefasst:

Immobilien als Altersvorsorge

Oberste Priorität sollte für Sie als Besitzer von Eigentum immer das Tilgen von laufenden Hypothekenkrediten haben. Denn Immobilien sind eine der besten Formen der Altersvorsorge, unter anderem, weil Sie darin im Alter mietfrei wohnen können.

Wenn Sie als Immobilieneigentümer über einen Wohnriester-Vertrag verfügen, können Sie diesen bei Renteneintritt dafür nutzen, Ihr Baufinanzierungsdarlehen zu tilgen. Dank staatlicher Förderung kann es sich auch noch mit 50plus lohnen, einen solchen Vertrag abzuschließen, um damit bei Renteneintritt ein Baufinanzierungsdarlehen abzubezahlen.

Bei niedrigen Hypothekenzinsen kann es außerdem für die späte Altersvorsorge sinnvoll sein, auch in der zweiten Lebenshälfte noch eine Immobilie zu erwerben, etwa eine altersgerechte Wohnung. Dafür kann, je nach Alter des Sparers, ein sogenanntes Kombidarlehen aus Baufinanzierung und riestergefördertem Bausparvertrag infrage kommen. Wichtig: Das Darlehen sollten Sie in jedem Fall bei Renteneintritt abbezahlt haben.

Die Sofortrente

Bei dieser Form der privaten Rentenversicherung zahlen Sie kurz vor oder zu Beginn des Ruhestands einen größeren Betrag an einen Versicherer. Im Gegenzug erhalten Sie dafür sofortige Rentenzahlungen. Der Fokus liegt hier vor allem auf der Versorgungssicherheit, denn die Rentenzahlungen fließen ein Leben lang. Eine hohe Rendite haben Sie hingegen im derzeitigen Niedrigzinsumfeld nicht zu erwarten. Wenn Sie besser verdienender Selbstständiger sind, können Einmalzahlungen in die Rürup-Rente unter Umständen attraktiver sein. 

Altersvorsorge mit Wertpapieren

Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen bieten Ihnen höhere Renditechancen als zum Beispiel Festgeld. Sie beinhalten aber auch ein höheres Risiko. Deshalb sind sie nur zur ergänzenden Altersvorsorge geeignet, wenn Sie bereits andere, sicherere Vorsorgeprodukte abgeschlossen haben. Infrage kommen hier zum Beispiel Investmentfonds, die das Risiko und die Ertragschancen breiter streuen als eine Anlage in Einzeltiteln. Möglich ist auch die Kombination aus sicheren und chancenreicheren Fonds. 

Klassische Anlagen

Festverzinsliche Geldanlagen wie beispielsweise Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch sind derzeit eher wenig geeignet, wenn Sie etwas für Ihre Altersvorsorge tun möchten. Diese Geldanlagen können erst wieder eine Rolle spielen, wenn die Zinsen steigen – das allerdings scheint momentan nicht in Sicht (Stand: 06/2016). Trotzdem sollte Ihnen hier natürlich immer etwas Kapital zur Verfügung stehen. 

Ruhestand planen – Rentenlücke berechnen

Ganz gleich, für welche Form der „späten“ Altersvorsorge Sie sich entscheiden: Beratung ist in jedem Fall Pflicht. Die Stiftung Warentest empfiehlt: Entscheiden Sie sich nur für Anlageprodukte, die Sie verstehen und die zu Ihrer persönlichen Situation passen.

Ob bei Ihnen eine sogenannte Rentenlücke droht, also nach derzeitigem Stand Ihre gesetzliche Altersvorsorge zum Erhalt Ihres Lebensstandards nicht ausreicht, finden Sie ganz leicht mit dem Ruhestandsplaner der Postbank hier. Nach nur wenigen Mausklicks erfahren Sie, womit Sie im Ruhestand rechnen können.