Vorbereitung auf das Bankgespräch – 10 wichtige Begriffe zur Baufinanzierung

Wenn Sie die passende Finanzierungslösung für die eigenen vier Wände suchen, begegnen Ihnen unweigerlich eine Reihe von Fachbegriffen. Zur optimalen Vorbereitung eines Bankgesprächs zum Thema Baufinanzierung nennen und erklären wir Ihnen die wichtigsten.

1. Annuitätendarlehen – verlässlicher Klassiker bei der Baufinanzierung

Bei der gebräuchlichsten Form der Immobilien- bzw. Baufinanzierung zahlen Sie als Darlehensnehmer über einen vereinbarten Zeitraum gleichbleibende Raten an die Bank zurück. Da die Raten unverändert bleiben, können Sie verlässlich planen. 

2. Sollzins – das kostet Sie das Darlehen

Der Sollzins bezeichnet den Zinssatz, den Sie während des gesamten Tilgungszeitraums zahlen müssen. Weitere Finanzierungskosten, wie zum Beispiel ein Disagio oder Darlehensgebühren, sind in diesem Zins nicht berücksichtigt. 

3. Effektivzins – klare Ansage

Im Unterschied zum Sollzins berücksichtigt der Effektivzins Faktoren wie beispielsweise ein Disagio und Bearbeitungsgebühren. Somit werden die Gesamtkosten einer Baufinanzierung transparenter dargestellt.

Wichtig: Vergleichen lässt sich der Effektivzins verschiedener Darlehensangebote nur bei identischen Rahmenbedingungen, zum Beispiel bei einer Zinsfestschreibung. 

4. Disagio (Damnum) – Darlehen mit Zinsvorteil

Der aufgenommene Darlehensbetrag muss nicht unbedingt der tatsächlich ausgezahlten Summe entsprechen. Das ist etwa der Fall, wenn von dem nominellen Darlehensbetrag ein Teil der Zinsen innerhalb der vereinbarten Zinsbindung bereits „im Voraus“ bezahlt wird. Dieser Teil wird als Disagio oder Damnum bezeichnet. Die Vereinbarung eines Disagios verringert den Sollzins, den Sie bis zum Zinsbindungsende zu zahlen haben.

5. Eigenkapital – das steuern Sie zur Baufinanzierung bei

In Ihre Baufinanzierung können Sie sämtliche Mittel wie

  • Bargeld
  • Bankguthaben
  • Bausparguthaben
  • Verwandtendarlehen
  • oder Lebensversicherungen

einfließen lassen. Ein Grundstück gehört ebenfalls zum Eigenkapital. Als versierter Heim- und Handwerker können Sie die Kosten der Baufinanzierung durch Eigenleistung senken.

Tipp

Lassen Sie sich den Wert dieser sogenannten „Muskelhypothek“ vom beteiligten Architekten bestätigen. 

6. Hypothekendarlehen – für langfristige Finanzierungen

Bei diesem auch als Baudarlehen bezeichneten Kredit schützt sich die Bank vor einem möglichen Zahlungsausfall durch ein sogenanntes Grundpfandrecht. Das Pfand (Hypothek) stellt in der Regel das Grundstück samt Immobilie dar. Durch die hohe Sicherheit des Pfandes können Hypothekendarlehen nicht nur auf besonders lange Zeiträume angelegt werden, sondern sind im Allgemeinen auch die günstigste Form der Eigenheimfinanzierung. 

7. KfW-Förderung im Bankgespräch anfragen – der Staat hilft mit

Die öffentliche Hand unterstützt Bauherren, Haus- und Wohnungskäufer sowie Modernisierer und Sanierer mit Zuschüssen und besonders günstigen Darlehen. Bundesweit bietet die staatliche KfW Bankengruppe über Ihre Hausbank verschiedene Programme an, etwa für mehr Energieeffizienz oder barrierefreien Wohnkomfort. Hinzu kommen Gelder der Länder, Städte und Gemeinden.

Die Nutzung erneuerbarer Energien wird belohnt

Darüber hinaus bezuschusst das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Nutzung erneuerbarer Energien. Einen Überblick über die wichtigsten Fördermöglichkeiten finden Sie hier. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bietet eine Datenbank, in der Sie für Ihr Vorhaben gezielt nach staatlicher Hilfe suchen können. Sprechen Sie Ihre Möglichkeiten im persönlichen Bankgespräch an.

8. Nettodarlehensbetrag – damit können Sie bei Ihrer Baufinanzierung rechnen

Der Nettodarlehensbetrag, auch auszuzahlender Darlehensbetrag genannt, ist der Betrag, den Sie tatsächlich erhalten. Konkret ist dies der Darlehensnennbetrag beispielsweise abzüglich des Disagios oder etwaiger Kosten und Gebühren. 

9. Tilgungsbeitrag – Schritt für Schritt zum Eigentum

Diesen Betrag überweisen Sie zur Begleichung des Darlehens regelmäßig an die Bank. Er wird in der Regel in Prozent angegeben. Neben der laufenden Rückzahlung können Sie gegebenenfalls Sondertilgungen vornehmen, wenn Sie zum Beispiel eine größere Geldsumme erben. 

10. Zinsbindung (Gebundener Sollzins) – für mehr Planungssicherheit

Üblicherweise werden gebundene Sollzinsvereinbarungen nicht für die gesamte Darlehens-Laufzeit, die regelmäßig mehr als 40 Jahre beträgt, sondern für einen kürzeren Zeitraum getroffen. Das heißt, die Konditionen werden für diesen sogenannten „Sollzinsbindungszeitraum“, üblicherweise für zehn bis 20 Jahre, festgeschrieben. Am Ende einer Sollzinsbindungsperiode werden die Konditionen des Darlehens im Rahmen der „Konditionenanpassung“ jeweils wieder neu vereinbart.

Sie können das Darlehen zwar vor Ablauf der Sollzinsbindungsperiode grundsätzlich nicht kündigen, haben dafür aber den Vorteil, dass Sie während dieser Zeit vor einem Zinsanstieg geschützt sind – im Gegensatz zu Krediten mit variablen Zinssätzen.