So vermeiden Sie mithilfe eines Bausachverständigen Baumängel

 

Schon kleine Fehler können beim Hausbau oder bei einer umfassenden Modernisierung schlimme Folgen haben, die möglicherweise hohe Kosten nach sich ziehen. Laut dem Verband Privater Bauherren müssen Bauherren zur Beseitigung von Baumängeln, die durch Nachlässigkeit und mangelnde Baukontrolle entstehen, durchschnittlich 24.200 Euro aufwenden. Deshalb kann es sich für Sie als Bauherrn auszahlen, einen oder mehrere Bauexperten hinzuzuziehen. Welche(n) Bausachverständigen Sie benötigen, hängt von der Bauphase, aber auch von Ihren persönlichen Anforderungen ab.

Eine Checkliste zum Thema Baumängel finden Sie hier.

Bausachverständiger – Experten im Überblick

Bodengutachter

Vollkeller, Teilkeller, gar kein Keller? Das hängt nicht nur von Ihren eigenen Wünschen und von Ihrem Budget ab, sondern auch von der Beschaffenheit des Bodens. Nur wenn Sie wissen, wie tragfähig und wasserdurchlässig das Erdreich ist, können Sie das richtige Fundament (und ggf. einen Keller) wählen und so später nasse oder rissige Wände vermeiden. Ein Bodengutachter macht Probebohrungen und erstellt ein Gutachten.

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Baubiologe

Sie sind Allergiker oder haben Sorge, dass eine Wasserader durch Ihr Grundstück verläuft und Ihr Wohlbefinden einschränkt? Dann ist ein Baubiologe als Bausachverständiger für Sie empfehlenswert. Der Baubiologe kennt sich zum Beispiel mit chemischen Schadstoffen aus. Er berät Sie unter anderem in folgenden Bereichen:

  • gesunde und für Allergiker geeignete Baustoffe
  • Störungen durch elektromagnetische Felder oder Wasseradern

Mit diesen Erkenntnissen ist es möglich, besonders verträgliche Baustoffe auszuwählen oder ein angenehmes Raumklima zu schaffen. Der Baubiologe kann Sie als Bausachverständiger zur Anpassung der Raumaufteilung beraten und Ihnen beispielsweise helfen, das Schlafzimmer in einen unbelasteten Bereich des Gebäudes zu verlegen. 

Baubegleiter

Nicht oder zu spät erkannte Baumängel sind ärgerlich und oft teuer (siehe oben). Denn ist die gesetzliche Gewährleistungsfrist erst einmal verstrichen, müssen Handwerker oder Bauträger nicht mehr nachbessern. Ein Bausachverständiger als unabhängiger Baubegleiter ist zwar auf Baustellen nicht immer gern gesehen, er hilft Ihnen aber dabei, Baumängel frühzeitig zu erkennen. Der Baubegleiter ist in der Regel ein ausgebildeter Bausachverständiger und steht wirtschaftlich nicht mit Bauunternehmen in Verbindung. 

Was die Profis kosten und wo Sie diese finden

Die Kosten für die Arbeit Bausachverständiger variieren je nach Art des Experten und Umfang der Arbeit. Die Bauabnahme durch einen Bausachverständigen kostet zum Beispiel ca. 500 Euro. Für eine komplette Baubegleitung bei einem Einfamilienhaus während der gesamten Bauphase berechnet ein Bausachverständiger rund 5.000 bis 6.000 Euro. Die Summe klingt im ersten Moment sehr hoch, doch das Geld ist gut angelegt. Die Beseitigung möglicher Mängel ist in der Regel erheblich teurer und die Kosten lassen sich nicht in die Planung der Finanzierung einkalkulieren.

Tipp

Die Mitgliedschaft im Verband Privater Bauherren können Sie für die Bauphase abschließen. Sie kostet in den ersten sechs Monaten 15 Euro monatlich, danach 8 Euro im Monat. 

Seriöse Experten finden Sie bei den entsprechenden Verbänden. Das sind zum Beispiel:

Die staatliche KfW Bankengruppe fördert die Planung und Baubegleitung durch einen Experten für Energieeffizienz mit bis zu 4.000 Euro pro Bauvorhaben. Die Förderung ist allerdings nur im Zusammenhang mit den KfW-Programmen zum energieeffizienten Bauen und Sanieren möglich.

Mehr Informationen zum Thema energieeffizientes Bauen und Sanieren finden Sie hier.