Bauunterlagen – diese Papiere sollten Sie gut aufbewahren

Wenn Sie ein Haus bauen möchte, benötigen Sie vor Baubeginn, aber auch danach einige Unterlagen – zum Beispiel, um bei Mängeln Ansprüche geltend machen zu können. Welche Papiere Sie unbedingt benötigen, lesen Sie hier. 

Schriftliche Form statt mündlicher Vereinbarungen

Für den Bau oder Kauf eines Hauses gilt: Lassen Sie sich vor allem von Ihren Vertragspartnern alles schriftlich geben. Das ist keineswegs selbstverständlich. Denn welche Papiere dem Bauherrn übergeben werden müssen, ist gesetzlich nicht eindeutig geregelt. Das Nachsehen haben im Zweifel Sie als Auftraggeber – etwa dann, wenn Sie Fördermittel der KfW-Bank in Anspruch genommen haben und diese entsprechende Bescheinigungen für die rechtmäßige Verwendung einfordert; oder wenn die Baubehörde einen Nachweis darüber verlangt, dass bestimmte Bauvorschriften eingehalten wurden. Problematisch kann es auch werden, wenn Bau- oder Ausführungsmängel auftreten – ohne entsprechende Bauunterlagen ist es oft dann auch innerhalb der Gewährleistungsfrist schwierig, Nachbesserungen oder gar Schadensersatzzahlungen durchzusetzen. 

Liegen Ihnen die Bauunterlagen vor der Vertragsunterschrift vor?

Einige Unterlagen sollten Ihnen in jedem Fall vor der Unterzeichnung des notariell beglaubigten Bau- oder Kaufvertrags vorliegen. Nur so haben Sie die Möglichkeit, vorab mit einem unabhängigen Experten zu prüfen, ob alles seine Richtigkeit hat. Beispielsweise ist der Begriff „schlüsselfertig“ keineswegs gesetzlich definiert. Besteht später Nachbesserungsbedarf, weil der Leistungsumfang im Vertrag nicht ausreichend beschrieben war, haben Sie als Auftraggeber kaum Möglichkeiten diesen einzuklagen. Schließlich muss der Bauunternehmer oder Bauträger nur das leisten, was ausdrücklich im Vertrag steht. Nicht weniger wichtig: Zu jedem haustechnischen Gerät sollten auch die entsprechenden Garantiebelege vorhanden sein.

Um Ärger zu vermeiden und von Anfang an klare Bedingungen zu schaffen, raten Verbraucherschutzgruppen wie der Bauherren-Schutzbund dazu, im Kaufvertrag genau festhalten zu lassen, welche Unterlagen ausgehändigt werden müssen. Wir haben für Sie eine Liste wichtiger Papiere zusammengestellt, die unbedingt dazugehören.

Diese Bauunterlagen sollten vor Vertragsabschluss vorliegen:

  • Baugenehmigung mit Genehmigungsplanung gemäß den örtlichen Vorschriften
  • Statische Berechnungen und Positionspläne
  • Bauausführungspläne
  • Energetischer Wärmeschutznachweis und Wärmebedarfsausweis, gegebenenfalls
  • energetische Sondernachweise für spezielle Fördermaßnahmen
  • Schallschutznachweise (bei Doppel- und Reihenhäusern sowie Eigentumswohnungen)
  • Lüftungskonzept
  • Planungsunterlagen über Sonderbauweisen wie Fußbodenheizungen
  • Baugrundgutachten

Diese Bauunterlagen sollten spätestens bis zur Bauabnahme vorliegen:

  • Prüfberichte zur Statik
  • Abnahmebericht des Prüfingenieurs
  • Sämtliche Installationspläne (Leitungen, Anschlüsse etc.)
  • Bescheinigung jedes Gewerkes über die fachgerechte mangelfreie Ausführung der Bauleistungen (Gewährsbescheinigungen)
  • Energiebedarfsausweis (eine der wenigen gesetzlich vorgeschriebenen Bauunterlagen)
  • Qualitätsnachweise für wichtige Baumaterialien, die z. B. für Wärmedämm-Verbundsysteme verwendet wurden
  • Bauaufsichtlicher Gebrauchsabnahmeschein
  • Schornsteinfeger-Abnahmeschein
  • Garantieurkunden und Bedienungsanleitungen für die haustechnischen Geräte
  • Nachweis für Solaranlagen und Wärmepumpen
  • Holzschutzmittelnachweis
  • Gewährleistungsbescheinigung über die Gebäudeabdichtung (Ausführungsprotokoll)
  • Nachweis der Betriebsfähigkeit der Elektroanlage
  • Nachweis des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage
  • Luftdichtigkeitsnachweis der Gebäudehülle