Spartipps für den Heizölkauf

Sie heizen mit Öl? Dann sind Sie nicht allein: In Deutschland gibt es rund 5,6 Millionen Ölheizungen, die etwa elf Millionen Haushalte mit Wärme versorgen. Das hat der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks ermittelt.

Die gute Nachricht für alle Ölheizungsnutzer: Zuletzt lagen die Heizölpreise im Schnitt deutlich unter denen der vergangenen zehn Jahre (Stand Ende 2016). Doch das könnte sich schon bald wieder ändern: Die Preiskurve für Heizöl der US-Warenterminbörse „New York Mercantile Exchange“ (NYMEX) zeigt bis 2020 steil nach oben. Sie gilt als ein wichtiger Indikator für die langfristige Heizölpreisentwicklung.

Je höher die Heizölpreise steigen, desto wichtiger wird es für alle Nutzer von Ölheizungen, den Brennstoff günstig einzukaufen und möglichst wenig davon zu verbrauchen. Mit den folgenden Tipps können Sie beim Heizölkauf kräftig sparen.

Wählen Sie den richtigen Kaufzeitpunkt

Wie wichtig der Bestellzeitpunkt beim Heizölkauf ist, zeigt ein Beispiel zur Heizölpreisentwicklung

Zwischen November 2015 und Ende Januar 2016 fiel der Preis für 100 Liter schwefelarmes Standard-Heizöl um 20 Euro – bei 3.000 Litern immerhin eine Ersparnis von 600 Euro. 

Als preisbewusster Heizölkäufer kommen Sie also ums Spekulieren nicht herum. Dafür müssen Sie die Entwicklung der Heizölpreise im Blick behalten. Aktuelle Daten und Prognosen zur Heizölpreisentwicklung finden Sie zum Beispiel online auf den Seiten vieler Heizölanbieter. 

Nutzen Sie Ihr Widerrufsrecht

Sie haben Öl bestellt und die Heizölpreise fallen kurz darauf dramatisch? Dann können Sie den Kauf rückgängig machen. Seit 2015 steht Käufern, die ihr Heizöl im Fernabsatz ordern – also per Internet, Telefon oder Fax –, ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) 2015 entschieden (Az. VIII ZR 249/14). Voraussetzung ist natürlich, dass das Heizöl noch nicht geliefert wurde. 

Vergleichen Sie die Heizölpreise

Auch für den Heizölkauf gibt es Preisvergleichsportale im Internet. Um den günstigsten Lieferanten für den Heizölkauf zu finden, sollten Sie aber mehrere Portale zurate ziehen. Denn die einzelnen Vergleichsseiten liefern nicht immer die besten Ergebnisse. Falls Sie nicht über ein entsprechendes Portal bestellen möchten, können Sie nach dem Preisvergleich auch den Händler Ihrer Wahl direkt ansprechen und um die entsprechenden Konditionen bitten. 

Lagern Sie größere Mengen ein

Für kleine Liefermengen ist der Literpreis höher. Dreimal 1.000 Liter Heizöl kosten nach Angaben des Portals Fast Energy mindestens 150 Euro mehr als eine 3.000-Liter-Partie. Wenn Sie zu einem günstigen Preis bestellen können, sparen Sie durch den Nachlass bei größeren Mengen beim Heizölkauf gleich doppelt. 

Machen Sie eine Sammelbestellung

Je mehr Nachbarn sich zusammenschließen, desto günstiger werden die Heizölpreise pro Liter. Der Grund dafür liegt in Mengenrabatten und geteilten Anfahrtskosten, wenn die Lieferung mit nur einem Lastzug erfolgen kann. Die Lieferorte dürfen allerdings nicht weit auseinanderliegen. Fragen Sie Ihren Anbieter nach den Konditionen für eine Sammelbestellung für Ihren Heizölkauf.

Energiesparen ist Pflicht

Heizpreise hin oder her: Wer langfristig Heizkosten sparen will, muss seinen Energieverbrauch senken – und zwar dauerhaft. Ein guter Weg ist die Investition in aktuelle Heiztechnik. Ein moderner Öl-Brennwertkessel etwa benötigt bis zu 30 Prozent weniger Energie als ein in die Jahre gekommener Standardheizkessel. So fällt der Heizölkauf kleiner aus und das spart bares Geld.

Unter Umständen ist der Austausch des Kessels sogar Pflicht. Denn schon seit Jahresbeginn 2016 dürfen mit einigen Ausnahmen keine Standardheizkessel üblicher Größe mehr betrieben werden, wenn sie älter als 30 Jahre sind. So sieht es die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor.

Noch mehr Energiekosten können Sie mit einer umfassenden energetischen Modernisierung sparen. Denn die effizienteste Heiztechnik nützt nur wenig, wenn die Wärme gleich wieder entweicht – zum Beispiel durch schlecht gedämmte Fenster und Türen.

Eine Investition, die sich auszahlt

Auch wenn eine Modernisierung erst einmal mit Kosten verbunden ist: Sie macht sich bezahlt. Allein der Umstieg von einem alten Standardheizkessel auf ein Öl-Brennwertgerät verringert nach Berechnungen des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) den jährlichen Heizölverbrauch eines durchschnittlichen Einfamilienhauses von 3.500 auf 2.500 Liter. 

Tipp

Mit den Förderprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) übernimmt der Staat einen Teil der Kosten.