Bitcoins – digitale Zukunft der Währungen?

In unserem neuen, digitalen Zeitalter schafften Bitcoins im vergangenen Jahr mit massiven Kurssteigerungen den Sprung aus dem Nischendasein. Die zukunftsweisende Währung fasziniert Anleger, Experten und Kritiker gleichermaßen. Auch wenn es Bitcoins schon seit knapp zehn Jahren gibt, ist vielen bis heute nicht bekannt, was Bitcoins sind und wie das System dahinter funktioniert. Zudem gibt es inzwischen viele weitere Digitalwährungen. Zahlen wir selbst künftig mit Bitcoins?

Was sind Bitcoins?

Der Begriff „Bitcoins“ setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen. Ein „Bit“ ist einfach zusammengefasst die kleinste Speichereinheit auf einem Computer. „Coin“ wiederum ist der englische Begriff für Münze. Somit lässt sich „Bitcoin“ sinngemäß mit „digitaler Münze“ übersetzen.

Bei Bitcoins handelt es sich sozusagen um die Mutter aller heute auf dem Markt befindlichen Digitalwährungen. Bitcoins sind ausschließlich virtuell, d.h. ihr Gegenwert ist nicht wie bei üblichen Währungen wie dem Euro auf Münzen und Scheinen geprägt bzw. gedruckt.

Hinter der Erfindung des Bitcoins steht eine Person oder Personengruppe mit dem Namen „Satoshi Nakamato“, gleichzeitig auch Schöpfer der mit Bitcoins verbundenen Blockchain-Technologie.

Wie funktionieren Bitcoins?

Die Blockchain (auf deutsch „Blockkette“) ist eine neuartige Technologie, welche die elektronische Währung Bitcoins überhaupt erst möglich macht. In unserem Artikel zu Blockchain stellen wir Ihnen die Grundzüge dieser Technologie und Beispiele vor.

Bitcoins sind limitiert: Maximal 21 Millionen Bitcoins können aufgrund eines komplizierten Algorithmus produziert werden, dann ist definitiv Schluss. Die Reserven sind aktuell noch lange nicht aufgebraucht, Experten datieren das mögliche Ende auf die Jahre 2130 bis 2140. Diese Tatsache ist auch dem komplizierten und langwierigen Verfahren der digitalen Schöpfung von Kryptowährungen geschuldet.

Bitcoins stehen massiv im Fokus, weil sie derzeit (noch) unabhängig sind. Aktuell ist eine große internationale Debatte über staatliche Regulierungsmaßnahmen aufgekommen – auch angesichts der heftigen Kursexplosionen und Schwankungen. In Südkorea und China sind diese Maßnahmen bereits fortgeschritten. In der EU werden Digitalwährungen derzeit in neue Geldwäscherichtlinien einbezogen. Noch unterliegen Bitcoins jedoch per Definition keiner staatlichen Kontrolle und unterscheiden sich somit deutlich von herkömmlichen Währungen.

Bitcoins „schürfen“ wie im Goldrausch?

Dass Bitcoins limitiert sind, macht sie (inzwischen) wertvoll. Die Kursentwicklung der jüngsten Zeit könnte allerdings selbst Goldrausch-Pionieren aus längst vergangenen Zeiten die Sinne schwinden lassen: Kostete ein Bitcoin bis Ende 2012 meist nicht mehr als zehn Euro, so entwickelte sich der Kurs besonders im Jahr 2017 rasant nach oben und gipfelte im Dezember schließlich bei über 16.000 Euro pro Bitcoin. Im Zuge dessen verbreiten Medien haufenweise Erfolgsstorys über Bitcoin-Millionäre.

Allein innerhalb von zwei Monaten zwischen Dezember 2017 und Februar 2018 hat sich der Kurs bereits wieder mehr als halbiert, aktuell (Stand 14.2.2018) werden circa 7.000 Euro für einen Bitcoin fällig.

Vor einem Investment in Bitcoins steht die Hürde des insgesamt enorm gestiegenen Preises und der starken Kursschwankungen. Die Fachwelt ist sich einig, dass mit dem Kauf von Bitcoins ein sehr hohes Risiko verbunden ist.

Apropos Goldrausch: Anfangs ließen sich Bitcoins über das sogenannte „Mininig“ tatsächlich noch regelgerecht „schürfen“. Dafür braucht es allerdings spezielle und teure Rechner, dass sich die Investition hierfür heute kaum noch lohnt. Außerdem ist diese Methode ein richtiger Stromfresser.

Wie kaufe ich Bitcoins und wo zahle ich mit Bitcoins?

Kaufen ist stattdessen das Mittel der Wahl. In Ermangelung einer regulierten Börse landen die meisten Kaufinteressenten bei Handelsplattformen wie beispielsweise bitcoin.de. Hier ist eine sichere Abwicklung weitgehend garantiert. Gibt es im Freundes- oder Bekanntenkreis bereits jemanden, der Bitcoins besitzt und bereit ist, diese gegen Euros einzutauschen, geht auch der direkte Weg.

Wichtig ist das sogenannte „Wallet“. Die digitale Geldbörse lässt sich in Form einer App beziehen, es gibt die Software aber generell für alle Betriebssysteme. Mit dem virtuellen Portemonnaie kann man Bitcoins empfangen und versenden. Falls Sie den Kauf von Bitcoins planen, sollten Sie Ihr „Wallet“ immer über offizielle und sichere Kanäle beziehen. Prüfen Sie die Apps, welche Sie z. B. über die Stores von Apple und Google downloaden können, unbedingt auf ihre Echtheit. In vergangener Zeit gab es bereits Kryptogeld-Betrüger, die sich mit gefälschten Apps bereichern.

Die gute Nachricht: Mit der zuletzt steigenden Akzeptanz der Digitalwährung wächst auch die Zahl der Unternehmen, die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren. Microsoft, Greenpeace, Mozilla, Steam, Lieferando und auch Wikipedia sind ein bunter Strauß großer Namen von Unternehmen, Stiftungen und Organisationen, die teils schon seit einigen Jahren Bitcoins annehmen. Auch in Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche Betriebe, die auf den Zug mit aufspringen. Berlin gilt mittlerweile sogar als Bitcoin-Hauptstadt: Auf dem „Bitcoin-Kiez“ an der Graefestraße akzeptieren rund zwei Dutzend Geschäfte – darunter Bars, Burger-Restaurants und Plattenläden – die digitale Währung.

Die Zukunft des Bitcoins

Stellt sich die Frage nach der Zukunft des Bitcoins, so fällt der Blick zunächst unweigerlich auf die vielen anderen Digitalwährungen, welche dem Bitcoin nacheifern. Laut „coinmarketcap“ gibt es Stand 1.2.2018 etwas 1.500 Kryptowährungen, die gesamte Kapitalisierung des weltweiten Marktes beträgt demnach ca. 460 Milliarden Dollar. Das ist zwar nur ein Bruchteil des globalen Geldkreislaufs, zeigt aber die rasant wachsende Bedeutung auf.

Die Kursentwicklung des Bitcoins selbst ist eine spannende Streitfrage unter Fachleuten: Die einen prognostizieren das Ende dieser Digitalwährung, andere sehen den Kurs des Bitcoins langfristig bei einem Gegenwert von bis zu 100.000 Euro pro Coin.

In diesem Zusammenhang wird sich auch zeigen, inwieweit Digitalwährungen insgesamt und insbesondere der Bitcoin künftig staatlich bzw. international reguliert werden.

All diese Fragestellungen werden unter anderem Ausschlag dafür geben, inwieweit sich Bitcoins, aber auch andere Digitalwährungen behaupten können. Ether zum Beispiel, die digitale Währung der Plattform Ethereum, gilt unter Fachleuten bereits als legitimer Nachfolger der Bitcoins.

Die Entwicklung der Kryptowährungen bleibt also aus politischer und technischer Sicht ebenso spannend, wie aus Sicht der Verbraucher!

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