Energieeffizienz für Ihr Eigenheim

Schlecht gedämmte Gebäude sorgen nicht nur für hohe Energiekosten, sondern belasten auch die Umwelt. Deshalb setzt die Bundesregierung per sogenannter Energieeinsparverordnung (EnEV) Standards zum Energiesparen. Dazu gehören der Einsatz energieeffizienter und klimaschonender Technik zum Heizen und zur Warmwasserbereitung sowie eine verbesserte Wärmedämmung. Anfang 2016 wurden die Bestimmungen erneut aktualisiert. Wer sein Eigenheim energetisch sanieren möchte, sollte folgende neuen Anforderungen für eine EnEV-Sanierung kennen:

EnEV 2016: Die Pflichten im Überblick

Neubauten: Geringerer Energieverbrauch

Seit Jahresbeginn 2016 gelten verschärfte Bedingungen für den Verbrauch von Primärenergie – das sind zum Beispiel Brennstoffe wie Gas oder Öl. Ein Haus aus dem Jahr 2016 muss 25 Prozent weniger Primärenergie verbrauchen als ein Haus, das nach den 2015 geltenden Mindestwerten gebaut wurde. Dabei wird auch berücksichtigt, ob umweltfreundliche erneuerbare Energien eingesetzt werden, etwa Solarthermie für die Warmwasserbereitung. Auch die Anforderungen an die Dämmung sind gestiegen: Der Bedarf an Wärme soll auf diesem Wege noch einmal um 20 Prozent gesenkt werden. 

Bestandsbauten: Moderne Heiztechnik und effiziente Wärmedämmung

Bereits seit 2015 dürfen Öl- und Standardheizkessel üblicher Größe, die älter als 30 Jahre sind, nicht mehr betrieben werden. Von dieser Regelung sind allerdings Brennwertkessel und Niedertemperaturkessel mit hohem Wirkungsgrad ausgenommen. Genaues weiß der Schornsteinfeger.

In Sachen Dachdämmung schreibt die EnEV mindestens eine Isolierung der obersten Geschossdecke vor. Alternativ kann das darüber liegende Dach mit einer Dämmung versehen werden. In unbeheizten Räumen, zum Beispiel im Keller, müssen auch Heizungs- und Warmwasserrohre gedämmt sein. Werden an einer Bestandsimmobilie umfassende Modernisierungen durchgeführt oder einzelne Bauteile ausgetauscht, müssen diese ebenfalls Mindeststandards erfüllen.

Von den Regelungen ausgenommen sind Ein- und Zweifamilienhäuser, die der Eigentümer seit Anfang 2002 selbst bewohnt. Wurde das Gebäude in der Zwischenzeit verkauft, ist der neue Eigentümer verpflichtet, die Anforderungen der EnEV 2016 innerhalb von zwei Jahren umzusetzen. Das gilt auch für noch unsanierte Häuser, die jetzt oder in Zukunft den Eigentümer wechseln. 

Machen Sie Ihr Eigenheim langfristig fit für die Zukunft

Wenn Sie heute Ihr Eigenheim bauen, sollten Sie sich nicht mit den Mindeststandards der EnEV begnügen. Denn dann könnte Ihr Haus schon kurz nach Fertigstellung bautechnisch überholt sein. Vielmehr ist es sinnvoll, jetzt schon nach den zukünftigen Effizienzregeln zu bauen. Die aktuellen Anforderungen der EnEV sind nur ein Schritt auf dem Weg zum sogenannten Niedrigstenergie-Gebäudestandard, der ab 2021 europaweit als Neubaustandard gelten soll. Bereits bis Ende 2016 soll es dafür eine neue Ausgabe der EnEV geben.

Energetisch zu sanieren lohnt sich in jedem Fall gleich dreifach:

  • Sie sparen eine Menge Energiekosten
  • Sie genießen einen höheren Wohnkomfort
  • Sie halten Ihr Zuhause wertstabil
Tipp

Die Postbank unterstützt Modernisierer mit zinsgünstigen Darlehen. 

Wenn Sie mit Maßnahmen dafür sorgen, dass ein Gebäude die Mindestvorgaben übertrifft, werden Sie zudem vom Staat mit attraktiven Zulagen gefördert. Das Förderprogramm für Energiesparmaßnahmen finden Sie hier

EnEV-Sanierung – bei Verstoß drohen Bußgelder

Halten Sie die neuen Regelungen bei Neubau oder Sanierung nicht ein, kann es teuer werden: Die zuständigen Behörden der Bundesländer können Verstöße als Ordnungswidrigkeit ahnden und Bußgelder verhängen – im schlimmsten Fall bis zu 50.000 Euro. Stichprobenkontrolle in erster Linie bei den Energieausweisen sollen zeigen, ob die Normen auch eingehalten werden. Diese Unterlagen müssen – vollständig ausgefüllt – bei Vermietung, Verkauf oder Verpachtung zwingend vorliegen.

Von den Kontrollen können aber auch konkrete Baumaßnahmen betroffen sein. Deshalb sollten sich Modernisierer die Einhaltung der EnEV-Anforderungen von einem Sachverständigen für Wärmeschutz bestätigen lassen. Bei Neubauten sorgt das jeweilige Fachunternehmen für die Einhaltung der Vorschriften. 

Tipp

Bewahren Sie alle Bescheinigungen mindestens fünf Jahre lang auf. 

Zudem erfolgt im Rahmen der Feuerstättenschau durch den Schornsteinfeger eine regelmäßige Überprüfung, ob die Heizung den EnEV-Standards entspricht. Er kontrolliert auch, ob alle Rohrleitungen gedämmt wurden. Bei Mängeln muss der Eigentümer nachbessern, sonst wird die zuständige Behörde informiert.