Finanzen im Alter: Tipps für die Planung der Rente

Sie benötigen kein Spitzeneinkommen, um sich ein finanzielles Polster für später aufzubauen. Sie brauchen lediglich etwas Planung und vor allem ein wenig Zeit. Wenn Sie später den Ruhestand ohne Sorgen genießen möchten, sollten Sie rechtzeitig damit anfangen, sich finanziell abzusichern. Daher ist die frühzeitige Finanzplanung der Rente ein wichtiges Thema.

Überlegen Sie am besten gemeinsam mit der Familie oder dem Ehepartner, wie sich Ihre Finanzen im Alter und Ihr Finanzbedarf später entwickeln werden. Einige Ausgabeposten werden erfahrungsgemäß im Laufe der Jahre eher schrumpfen oder sogar komplett entfallen, andere dafür eher steigen. Dies sollten Sie bei Ihrer Finanzplanung berücksichtigen.

Diese Ausgaben fallen im Alter geringer aus

  • Immobilienkredit (Haus/Wohnung abbezahlt)
  • Altersvorsorge (zum Beispiel keine Beiträge mehr zu Lebens-/privater Rentenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung)
  • Haushalt (sinkende Ausgaben als Single/Paar ohne Kinder)
  • Ausbildung der Kinder (zum Beispiel Studiengebühren, Mietzuschuss, Nachhilfe, private Kurse)
  • Unterhaltsverpflichtungen (zum Beispiel für geschiedene Partner, erwachsene Kinder)
  • Mobilität (Fahrt zur Arbeit entfällt, gegebenenfalls Verzicht auf eigenen PKW)

Diese Ausgaben steigen im Alter

  • Gesundheit und Vorsorge (zum Beispiel für Medikamente, Kuren, Sehhilfen, Hörgeräte, medizinische Fußpflege, Gehhilfen, Hausnotruf)
  • private Krankenversicherungen, private Pflegezusatzversicherung
  • persönliche Dienstleistungen (zum Beispiel Haushaltshilfe, Gärtner, Lieferservice, Menüservice, Taxifahrten)
  • Pflegebedarf (falls Sie oder Ihr Partner zum Pflegefall werden)
  • Hobbys und Reisen (Freizeit aktiv gestalten)
Tipp

Wenn Sie in den eigenen vier Wänden alt werden möchten, sollten Sie neben den laufenden Ausgaben auch die Kosten für einen barrierefreien, altersgerechten Umbau einplanen.

Haben Sie sich einen Überblick über die künftigen Ausgaben verschafft, empfiehlt sich im zweiten Schritt ein gründlicher Kassensturz, um Finanzierungslücken rechtzeitig zu erkennen und zu schließen.

Kassensturz: Damit können Sie rechnen

Wenn Sie während Ihres Berufslebens in die gesetzliche Rentenkasse, eine private Rentenversicherung oder ein berufsständisches Versorgungswerk eingezahlt haben, erhalten Sie später eine monatliche Rente. Eine grobe Prognose über künftige Rentenansprüche liefert die offizielle Renteninformation. Die Rentenversicherung verschickt dieses Schreiben jährlich an alle Versicherten, die mindestens 27 Jahre alt sind und mindestens für fünf Jahre Beitragszeiten zurückgelegt haben.

Ab dem 55. Geburtstag erhalten Sie von der gesetzlichen Rentenversicherung dann statt der Renteninformation alle drei Jahre eine detaillierte Rentenauskunft. Diese Auskunft zum persönlichen Rentenkonto können Sie auch online bei der Deutschen Rentenversicherung Bund anfordern.

Neben der gesetzlichen Rente oder der Beamtenpension haben viele Ruheständler weitere Einnahmequellen, mit der sie ihre Finanzen im Alter aufbessern können: Dazu zählen beispielsweise:

  • private Rente/Betriebsrente
  • Neben-/Minijob
  • freiberufliche oder selbstständige Tätigkeit auf Honorarbasis
  • Miet- und/oder Zinseinkünfte

Wann droht eine Rentenkürzung?

Mit dem Erreichen des offiziellen Rentenalters (Regelaltersgrenze) dürfen Sie unbegrenzt dazuverdienen, ohne dass Ihre Rentenansprüche deshalb gekürzt werden. Die Regelaltersgrenze wird derzeit schrittweise vom 65. auf den 67. Geburtstag verschoben.

Altersrentner des Geburtsjahrgangs 1964 werden die ersten sein, die erst mit vollendetem 67. Lebensjahr abschlagsfrei in Rente gehen können. Eine Ausnahme davon sind langjährig Versicherte. Alle Versicherten, die bis einschließlich 1952 geboren wurden und 45 Jahre lang in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben, dürfen bereits mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Für später geborene langjährig Versicherte verschiebt sich der frühere Renteneintrittstermin ebenfalls schrittweise – bis zum 65. Geburtstag.

Frührentner oder Bezieher einer Hinterbliebenenrente („Witwenrente“) müssen dagegen gesetzliche Hinzuverdienstgrenzen beachten. Ihnen kann bei einem Hinzuverdienst von mehr als 450 Euro pro Monat die Rente gekürzt werden. Die Bundesregierung plant, diese Grenze künftig zu flexibilisieren.

Wie die Rente berechnet wird, erfahren Sie hier

Tipp

Lassen Sie für eine vollständige Finanzplanung neben Ihrem Bankguthaben auch selbst genutztes Wohneigentum und Ablaufleistungen aus Kapitallebensversicherungen und Banksparpläne einfließen.