Was Europas Superwahljahr für Ihre Geldanlage bedeutet

2017 ist ein europäisches „Superwahljahr“: In drei der bedeutendsten Länder der Europäischen Union werden die Wähler an die Urnen gerufen. Den Anfang machten am 15. März die Niederlande, wo ein neues Parlament gewählt wurde. Danach votieren die Franzosen für einen neuen Staatspräsidenten.
Den Abschluss bildet schließlich die Wahl zum Deutschen Bundestag am 24. September. 

Warum Europas Wahlen die Anleger verunsichern

Aktuell bewegen sich die europäischen Aktienmärkte in vergleichsweise ruhigem Fahrwasser. „Kurzfristig könnten die politischen Herausforderungen in Europa jedoch vorübergehend für Verunsicherung und Zurückhaltung unter den Anlegern sorgen“, sagt Heinz-Gerd Sonnenschein, Senior Analyst Aktien bei Postbank Research. Denn insbesondere vom Ausgang der Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich könnte ein Zeichen für die weitere Entwicklung der gesamten Europäischen Union ausgehen.

Das Problem: Investoren mögen keine Unsicherheiten. Zu diesen zählen 2017 neben den richtungsweisenden Wahlen auch noch die Verhandlungen um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, den sogenannten Brexit. Für weitere Verunsicherungen an den Finanzmärkten könnten mögliche Neuwahlen in Italien sowie die weiterhin schwelenden Probleme Griechenlands sorgen.

Wie DAX & Co. beeinflusst werden könnten

Entsprechend diesen zahlreichen politischen Herausforderungen könnte es an den europäischen Aktienmärkten 2017 zu vergleichsweise hohen Schwankungen kommen. Postbank Experte Heinz-Gerd Sonnenschein hält es für nicht ausgeschlossen, dass die Kursstände wichtiger europäischer Aktienindizes zwischenzeitlich unter ihre aktuellen Niveaus fallen. Kursrückschläge sollten sich aber in Grenzen halten, da die fundamentalen Rahmenbedingungen für Aktien gut sind. Risikobereite Anleger können politisch bedingte Kurseinbrüche auch als günstigen Einstieg in den Aktienmarkt nutzen. Erfahrungsgemäß haben politische Börsen kurze Beine und die Kurserholung lässt meist nicht lange auf sich warten. 

Warum europäische Aktien trotzdem interessant sein könnten

Aus Sicht von Heinz-Gerd Sonnenschein gibt es daher für eine Zurückhaltung bei europäischen Aktien keinen Anlass. „Ich gehe vielmehr davon aus, dass die Unsicherheiten im zweiten Halbjahr überstanden sein könnten – und Investoren dann wieder die Unternehmensdaten in den Fokus nehmen werden.“ Und diese präsentieren sich aktuell nicht schlecht. Das belegt beispielsweise die aktuelle Berichtssaison, in der die Unternehmen über ihre Umsatz- und Gewinnentwicklung im vierten Quartal 2016 Auskunft geben: Insgesamt konnten die börsennotierten Konzerne in Europa sowohl ihren Gewinn als auch den Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern.

Dafür, dass die Unternehmen mehrheitlich optimistisch in die Zukunft blicken, sprechen auch die aktuellen Einkaufsmanagerindizes. Diese werden auf der Basis von Unternehmensbefragungen zu Themen wie Auftragseingängen, Lagerbeständen und Preisen gebildet und geben Anhaltspunkte für die künftige Geschäftsentwicklung. Mit 55,2 Punkten für das Verarbeitende Gewerbe und 53,7 Punkten für den Dienstleistungssektor lagen diese im Januar 2017 in der Eurozone deutlich über der Schwelle von 50 Punkten – was auf eine anziehende wirtschaftliche Aktivität hindeutet. 

Chancen für langfristig denkende Anleger

In diesem Umfeld sieht die Postbank auf längere Sicht Kurspotenzial in Europa. Zwar bestehen auch Risiken – etwa mit Blick auf die Politik in der Eurozone oder auch den USA, wo abzuwarten bleibt, welche Politik Präsident Donald Trump konkret verfolgen wird. „Dennoch halte ich beispielsweise beim DAX zum Jahresende 2017 Notierungen von deutlich über 12.000 Punkten für wahrscheinlich“, sagt Aktienexperte Heinz-Gerd Sonnenschein.

Für langfristig denkende Anleger mit entsprechender Risikobereitschaft könnten europäische Aktien also ein interessantes Investment darstellen – beispielsweise über einen breit gestreuten Aktienfonds, bei dem der Fondsmanager die konkreten Investmententscheidungen trifft und flexibel auf neue Marktbedingungen reagieren kann. Informationen und natürlich immer aktuelle Angebote zu den Fondsanlagemöglichkeiten bei der Postbank erhalten Sie hier