10 Tipps für den Grundstückskauf

Bei der Hausplanung ist nicht nur das Haus an sich wichtig, sondern auch der Grund, auf dem es steht. Wir haben Ihnen zehn Tipps für den Grundstückskauf zusammengestellt. Erfahren Sie hier, worauf Sie bei der Planung Ihrer eigenen vier Wände achten sollten, wenn Sie ein Grundstück kaufen.

1. Tipp: Ohne Krach bei Tag und Nacht

Der Lärm von Autos, Flugzeugen oder Gewerbebetrieben kann belastend sein – vor allem, wenn er Sie in den eigenen vier Wänden stört. Lauschen Sie, ob es rund um das Grundstück unangenehme Lärmquellen gibt. Besuchen Sie dafür Ihre Wunschparzelle an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten.

2. Tipp: Lassen Sie sich den Bebauungsplan zeigen

Der schönste Bauplatz nützt nichts, wenn Sie Ihr Traumhaus dort gar nicht erst bauen dürfen. Sehen Sie daher beim nächsten zuständigen Bauordnungs- oder Stadtplanungsamt bzw. der Gemeinde den für das anvisierte Grundstück geltenden Bebauungsplan ein. Aus diesem geht hervor, welche Haustypen und -größen zugelassen sind. 

3. Tipp: Sie sollten wissen, was der Nachbar darf

Beantragen Sie beim zuständigen Grundbuchamt einen Auszug aus dem Grundbuch. Darin können Sie nachlesen, ob das Grundstück mit einer Hypothek belastet ist oder ob sogenannte Dienstbarkeiten bestehen. Diese können dem Nachbarn beispielsweise ein Wegerecht oder ein Einspruchsrecht bei bestimmten Bauvorhaben einräumen. 

4. Tipp: Informieren Sie sich, was die Gemeinde in Zukunft plant

Empfehlenswert ist vor dem Grundstückskauf auch ein Blick in den örtlichen Flächennutzungsplan, der von den Gemeinden veröffentlicht wird. Dieser Plan informiert, welche Bauvorhaben in der Umgebung künftig zu erwarten sind, etwa ob in der Nachbarschaft Straßenbaumaßnahmen oder die Ansiedlung von Gewerbebetrieben geplant sind. So können Sie zum Beispiel sicherstellen, dass der Blick ins Grüne von Dauer ist. 

5. Tipp: Fragen Sie im Zweifel immer einen Experten

Am besten lassen Sie sich vor dem Grundstückskauf Kopien des Grundbuches sowie des Bebauungs- und Flächennutzungsplanes anfertigen. Diese können Sie anschließend mit Ihrem Architekten oder Haushersteller gemeinsam durchgehen. So bleibt nichts unentdeckt. 

6. Tipp: Boden gut, alles gut

Nur mit einem Baugrund- bzw. Bodengutachten können Sie 100-prozentig sichergehen, dass

  • der Untergrund tragfähig genug ist,
  • der Keller nicht zusätzlich gegen drückendes Grundwasser abgedichtet werden muss,
  • keine Altlasten und Schadstoffe im Boden vorhanden sind.

Bevor Sie ein Grundstück kaufen, lässt sich damit auch klären, ob lehmhaltige oder steinige Böden den Preis für den Bodenaushub in die Höhe treiben könnten. Somit lohnen sich die Kosten für ein Gutachten von 500 bis 1.000 Euro auf jeden Fall.

Tipp

Trotz seiner großen Bedeutung ist ein Baugrundgutachten bei schlüsselfertigen Häusern nicht immer im Preis enthalten. Der Verband Privater Bauherren rät daher, seine Erstellung im Bauvertrag festzuschreiben oder fordern Sie vor dem Grundstückskauf, dass das Gutachten vor Unterzeichnung des Bauvertrages vorliegt. 

7. Tipp: Überprüfen Sie beim Grundstückskauf den Anschluss

Wichtig ist auch die Frage, ob das Grundstück bereits voll erschlossen ist, das heißt, ob alle wichtigen Versorgungs-, Abwasser- und Kabelleitungen bereits vorhanden sind. Ansonsten fallen zusätzliche Erschließungskosten an.

8. Tipp: Beachten Sie die natürliche Umgebung

Flüsse in der direkten Umgebung erhöhen bei starken Regenfällen oder einer Schneeschmelze das Hochwasserrisiko. Auch Hanglagen haben ihre Tücken: Sie können es erforderlich machen, Stützmauern oder andere Schutzeinrichtungen aufzustellen – und das kann teuer werden. Wenn Sie ein Grundstück kaufen, sollten Sie also auch die umgebende Natur mit einem kritischen Blick prüfen. 

9. Tipp: Prüfen Sie Waldgrundstück auf Herz und Nieren

Große Bäume auf dem Grundstück können ansehnlich sein und für mehr Privatsphäre sorgen. Doch was ist zu tun, wenn sie dort stehen, wo später das Haus errichtet werden soll? Klären Sie daher bereits im Vorfeld, ob eventuell eine Fällgenehmigung beantragt werden muss. Planen Sie entsprechende Kosten ebenso ein wie mögliche Terminverzögerungen. Schließlich dürfen Sie Bäume nicht zu jeder Jahreszeit fällen. Wichtig ist dabei: Kalkulieren Sie bei einem Grundstückskauf auch mit den Folgekosten, die zum Beispiel für die Laubabfuhr anfallen. 

10. Tipp: Beauftragen Sie einen Profi

Die Suche nach dem idealen Baugrundstück fällt nicht immer leicht. Kommen Sie beim Grundstückskauf nicht weiter, können Sie sich auch an einen speziellen Grundstücksmakler wenden. Eine Suchmaschine für Makler in Ihrer Region bietet der Immobilienverband Deutschland. 

Tipp

Nutzen Sie unsere Checklisten:
Wie Sie Ihre Immobilie langfristig sicher finanzieren und welcher Standort gut zu ihnen passt, können Sie mit unseren Checklisten überprüfen.