Die Hinterbliebenenrente – fängt finanzielle Einbußen nach dem Tod des Partners ab

Ehepaare sterben nur selten gemeinsam. In der Regel ereilt der Tod den einen Partner früher als den anderen. Der Witwer oder die Witwe muss sich nicht nur mit dem emotionalen Verlust auseinandersetzen, häufig bedeutet der Verlust auch finanzielle Einbußen. Hier hilft die gesetzliche Hinterbliebenenrente.

Hinterbliebenenrente – wer hat Anspruch?

Bei vielen Paaren ist ein Ehepartner der Hauptverdiener und hat auch später entsprechend höhere Rentenansprüche. Nach seinem Tod hat der überlebende Ehegatte unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente. Um bei der gesetzlichen Hinterbliebenenrente Anspruch auf Zahlungen zu haben, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Ehe darf nicht geschieden worden sein.
  • Der Verstorbene hat bereits Rente bezogen oder zumindest die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt.
  • Es darf kein Rentensplitting vorgenommen worden sein.

Weiterhin ist zu unterscheiden, ob bei der Hinterbliebenenrente Anspruch auf die „große“ oder die „kleine“ Witwen-/Witwerrente besteht.

  • „Große“ Rente: Anspruch auf die „große Witwen-/Witwerrente“ haben Rentnerinnen und Rentner, die zum Zeitpunkt des Todes des Partners das 45. Lebensjahr beendet haben oder ein gemeinsames minderjähriges Kind erziehen. Die Altersgrenzen für die Hinterbliebenenrente steigen ebenso wie für die Altersrente schrittweise an. Im Jahr 2015 besteht ein Rentenanspruch ab einem Alter von 45 Jahren und 5 Monaten. Im Jahr 2029 müssen Hinterbliebene für einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente mindestens 47 Jahre alt sein.
  • „Kleine“ Rente: Besteht kein Anspruch auf die „große“ Rente, kann die „kleine“ Hinterbliebenenrente beantragt werden. Diese zahlt die gesetzliche Rentenversicherung lediglich 24 Monate lang aus, der Betrag fällt deutlich niedriger aus.

Seit einigen Jahren können Sie Ihren Ehepartner auch über das Rentensplitting absichern. Lesen Sie hier mehr zum Thema. 

Hinterbliebenrente: Die Berechnung – so viel Geld gibt es vom Staat

Wichtig für den überlebenden Ehepartner ist selbstverständlich die Höhe der Hinterbliebenenrente. Die Berechnung erfolgt anhand der Rentenansprüche des Verstorbenen.

  • Die „große“ Hinterbliebenenrente beträgt 55 % der Rentenbezüge des Verstorbenen. Bei Paaren, die die Ehe vor dem 01.01.2002 geschlossen haben, liegt der Anspruch mit 60 % etwas höher.
  • Die „kleine“ Hinterbliebenenrente beträgt 25 % der Rentenansprüche des Verstorbenen. Sie hinterlässt eine größere finanzielle Lücke.
  • Eigenes Einkommen und eigene Renten mindern die Hinterbliebenenrente. Die Berechnung bezieht dabei auch Rentenerhöhungen durch die Mütterrente ein. Seit Juni 2014 werden Kindererziehungszeiten für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, anerkannt und können die monatliche Rente um rund 30 Euro pro Kind und Monat erhöhen.

Lesen Sie hier, wie die Berechnung der Rentenansprüche funktioniert. 

Tipp

Ihren Ehepartner können Sie nicht nur bei der gesetzlichen Rente absichern. Eine Hinterbliebenenrente ist auch im Rahmen der privaten und der staatlich geförderten Altersvorsorge möglich. 

Informieren Sie sich hier über die private Rentenversicherung. Auch zur staatlich geförderten Altersvorsorge stehen Ihnen weitergehende Informationen zur Verfügung. Lesen Sie hier mehr.

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