In Gold investieren: Begehrte Geldanlage in Krisenzeiten

Gold fasziniert die Menschen seit jeher. Schon vor Jahrtausenden wurden großartige Kunstwerke aus dem glänzenden Edelmetall geschaffen, darunter die weltberühmte zwölf Kilo schwere Totenmaske des ägyptischen Pharaos Tutanchamun. Gold glänzt heute jedoch nicht nur in Form von edlem Kunsthandwerk und teurem Schmuck. Das Edelmetall gilt vielen auch als handfeste Geldanlage in unruhigen Zeiten. 

Preisschwankungen einkalkulieren

Ihren Ruf als „sicherer Hafen“ verdankt die Anlage in Gold der Tatsache, dass es sich – anders als Geld – nicht beliebig vermehren lässt. So entspricht der gesamte Goldbestand der Menschheit gerade mal einem Würfel mit rund 20 Meter Kantenlänge. Auch wenn Gold als Krisenwährung gilt: Wenn Sie in Gold investieren, sollten Sie sich der starken Schwankungen des Preises für das Edelmetall bewusst sein. Ein Blick auf die vergangenen 10 Jahre zeigt dies anschaulich: Im Zuge der Finanzkrise kletterte der Goldpreis von rund 680 US-Dollar pro Feinunze im April 2007 bis September 2011 auf ein Allzeithoch von fast 1.900 US-Dollar; Ende 2015 lag er bei nur noch knapp über 1.000 US-Dollar und zuletzt bei rund 1.270 US-Dollar (Stand Ende Juli 2017).

Wechselkurse im Blick behalten

Da der Goldpreis in der US-Währung notiert, müssen Sie, wenn Sie in Gold investieren, auch das Risiko schwankender Wechselkurse in Kauf nehmen – natürlich inklusive der Chance auf Währungsgewinne. In Euro gerechnet schwankt der Goldpreis allerdings meist weniger als in US-Dollar. Denn Veränderungen im Außenwert der US-Währung beeinflussen meist auch den in US-Dollar notierten Goldpreis. So ist regelmäßig zu beobachten, dass eine Abwertung des US-Dollars zu einem höheren Goldpreis führt und umgekehrt.

Obwohl der Goldpreis schwankt, kann das Edelmetall dazu beitragen, Verluste bei der Geldanlage zu begrenzen. Wer beispielsweise Aktien im Portfolio hat, kann dank der Geldanlage in Gold auch in schwachen Börsenphasen Geld verdienen. Denn der Goldpreis entwickelt sich oft in die entgegengesetzte Richtung wie die Aktienkurse, weil Anleger bei starken Abwärtsbewegungen an den Kapitalmärkten in den „sicheren Hafen“ Edelmetallinvestment umschichten und in Gold investieren.

Geldanlage Gold: Nicht nur zum Anfassen

Grundsätzlich können Sie auf zwei Arten in Gold (und andere Edelmetalle wie Silber) investieren:

  • Erwerb des physischen Edelmetalls, zum Beispiel in Form von Goldmünzen oder -barren (dies ist bei der Postbank nicht möglich).
  • Kauf von Wertpapieren mit Goldbezug. Hier haben Sie für die Anlage in Gold die Wahl zwischen Aktien und Aktienfonds von Goldminenbetreibern sowie Goldfonds, sogenannten Exchange Traded Commodities, kurz ETCs, und Zertifikaten. 

1. Physisches Gold: Münzen und Barren

Mit Goldmünzen und -barren tätigen Sie eine Geldanlage in Gold zum Anfassen. Sie ist beim Kauf in der Regel mehrwertsteuerfrei. Als Maßeinheit dient die Feinunze (= 31,1 Gramm). Bekannte Goldmünzen sind der Krügerrand, der American Eagle und die Wiener Philharmoniker, die ebenso wie Goldbarren in verschiedenen Größen bzw. Gewichten zu haben sind. Bei Goldbarren reicht die Stückelung von 1 Gramm bis zu 12,44 Kilogramm, dem sogenannten Good-Delivery-Barren. Beachten Sie, dass der Goldpreis bei kleiner Stückelung höher ist – dafür ist ein stückweiser Verkauf später einfacher. 

Tipp

Gold und andere Edelmetalle lagern Sie am besten in einem Bankschließfach. Die dafür möglicherweise entstehenden Zusatzkosten müssen Sie einkalkulieren, wenn Sie in physisches Gold investieren. Um keinen Fälschungen aufzusitzen, sollten Sie Gold nur bei seriösen Anbietern kaufen. 

2. Gold auf dem Papier: Aktien, Zertifikate & Co.

Sie können aber auch ohne Safe und Bankschließfach in Gold investieren – nämlich über börsengehandelte Wertpapiere. Zur Wahl stehen dabei folgende Varianten:

  • Goldaktien bzw. Goldaktienfonds
    Eine Wertpapiervariante der Anlage in Gold stellt die Investition in Aktien von Goldminengesellschaften oder in Goldaktienfonds dar. Bei letzteren handelt es sich genau genommen um Investmentfonds, die Aktien von Goldminenunternehmen bündeln. Die Wertentwicklung von Goldaktienfonds ist nicht direkt an den Goldpreis gekoppelt, sondern an die Kursentwicklung der entsprechenden Aktien – die allerdings können wiederum abhängig von der mittel- bis langfristigen Entwicklung des Goldpreises sein. Doch auch bei steigenden Goldpreisen können die Aktienkurse fallen. Erfahrene Anleger können zudem auch in Einzeltitel investieren und so ihrem Depot Goldaktien beimischen. Hinweis: Für das Handeln mit Wertpapieren wird ein Depot benötigt. Hierfür fallen Depotgebühren an. Zusätzlich wird beim Aktienkauf eine Ordergebühr und beim Fondskauf ein
    Ausgabeaufschlag berechnet. Bei Fonds können daneben weitere Kosten wie Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten entstehen.
  • Goldfonds
    Goldfonds kaufen teils physisches Gold, teils investieren sie in Wertpapiere (zum Beispiel Zertifikate oder Anleihen) mit Edelmetallbezug. Ein Vorteil: Das Kapital der Fondsanleger gilt als Sondervermögen. Wird der Anbieter insolvent, ist Ihre Investition geschützt. Aber: Sie müssen die für Fondskäufe üblichen Gebühren, wie z.B. Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren, zahlen. Achtung: Bei der Bezeichnung kommt es vielfach zu Verwechslungen mit Goldaktienfonds (die in Aktien von Goldminen investieren), daher sollten Sie genau auf die Produktbeschreibung achten, wenn Sie planen, in Gold zu investieren.
  • Gold-ETFs
    Goldfonds gibt es auch als börsengehandelte Indexfonds bzw. Exchange Traded Funds (ETFs). Das Fondsvermögen bildet hier den Goldpreis ab. Gold-ETFs sind eine Art Mischform zwischen der Anlage in Goldbarren oder -münzen und der Anlage in Wertpapieren. Denn für die Gold-ETFs sammeln die Anbieter das Geld vieler Anleger ein und investieren es komplett in physisches Gold. Sie bekommen dafür aufgrund des großen Volumens einen günstigen Preis nahe dem sogenannten Spotpreis. Das ist der Preis zur sofortigen Lieferung (von englisch „on the spot“ = „auf den Punkt“). Gold-ETFs werden im Fall einer Anbieterinsolvenz genau wie Goldfonds als Sondervermögen behandelt. Es ist zu beachten, dass Anleger Gewinne aus einem Gold-ETF versteuern müssen. Anders als die direkte Investition in physische Goldbarren, bei der man nach 12 Monaten steuerfrei in Bezug auf seine Gewinne ist, unterliegt die Anlage in Gold-ETFs der Abgeltungsteuer.
  • Gold-ETCs
    Bei den Exchange Traded Commodities, zu Deutsch: börsengehandelte Rohstoffe, handelt es sich um Schuldverschreibungen, mit denen Sie nur ein Anrecht auf die Lieferung von Gold erwerben. Sie erwerben kein physisches Gold. Auch hier gilt, dass der Preis des Goldes dichter am Spotpreis ist. Es gibt auch ETCs, die auf Warentermingeschäfte setzen – sogenannte Gold-Futures. Bei diesen ETCs weicht der Kurs stärker von der Entwicklung des Goldpreises ab. Vorsicht: Für Laien sind ETCs nicht leicht zu durchschauen. Und bei einer möglichen Insolvenz des Emittenten geht Ihre Investition in die Insolvenzmasse. Das heißt, dass Ihre Investition anders als bei ETFs nicht als Sondervermögen behandelt wird. Hinweis: Bei ETCs fallen laufende Verwaltungskosten sowie bei An- und Verkauf Börsengebühren an.
  • Goldzertifikate
    Goldzertifikate sind an die Goldpreisentwicklung gekoppelt. Rechtlich sind Zertifikate Schuldverschreibungen. Das heißt, dass Sie bei Insolvenz des Herausgebers Ihr eingesetztes Geld verlieren können. Es gibt viele verschiedene Zertifikate auf Gold: klassische Indexzertifikate, aber auch komplexere Produkte wie Discount- oder Bonuszertifikate. Sie sind nicht mit physischem Gold besichert und wie ETCs eher für erfahrene Anleger geeignet, um in Gold zu investieren.

Disclaimer: Bitte beachten Sie,

jede Geldanlage ist mit einem gewissen Risiko verbunden. In der Regel steigen mit den Renditechancen einer Anlage auch ihre Risiken. Je nach Wahl der Wertpapier-Anlageform ist insbesondere mit Risiken der Bonität, der Liquidität, der Zinsänderung, der Währung und der Länder sowie steuerlichen Risiken und Kurs- bzw. Volatilitätsrisiken zu rechnen. Über die speziellen Risiken der jeweiligen Anlageform informieren Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen oder Ihr Berater.