Wie viel Prozent machen die Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf aus?

Wenn Sie eine Immobilie erwerben, müssen Sie neben dem Kaufpreis auch die Kaufnebenkosten berücksichtigen. Diese können bis zu 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Wir haben für Sie zusammengefasst, welche Nebenkosten beim Hauskauf auf Sie zukommen. 

Kaufnebenkosten Nummer 1: Maklergebühren (3 bis 7 Prozent)

Wird Ihr neues Zuhause von einem Makler vermittelt, wird dafür eine Vermittlungsprovision oder Courtage fällig. Die Höhe beträgt je nach Region zwischen drei und sieben Prozent des Kaufpreises, manchmal auch mehr. Wichtig: Das im Juni 2015 eingeführte Bestellerprinzip, nach dem derjenige den Makler bezahlen muss, der ihn beauftragt, gilt nur für die Vermittlung von Mietwohnungen.

Beim Immobilienkauf entscheiden nicht zuletzt die Marktlage und das eigene Verhandlungsgeschick darüber, ob der Verkäufer oder der Käufer die Maklerprovision übernimmt. Eine Aufteilung der Courtage zwischen den Verhandlungspartnern ist ebenfalls möglich. Diese zusätzlichen Kosten können Sie umgehen, indem Sie im Internet oder in Zeitungen nach provisionsfreien Angeboten Ausschau halten. 

Kaufnebenkosten Nummer 2: Notar- und Grundbuchkosten (ca. 2 Prozent)

Es fallen allerdings auch Kaufnebenkosten an, die sich nicht vermeiden lassen. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) schreibt die notarielle Beurkundung eines Immobilienkaufvertrages zwingend vor. Der Eintrag in das Grundbuch ist ebenso Pflicht. Die entsprechenden Gebühren belaufen sich auf etwa zwei Prozent des Kaufpreises und sind in der Regel vom Käufer zu zahlen. 

Kaufnebenkosten Nummer 3: Grunderwerbsteuer (3,5 bis 6,5 Prozent)

Wenn Sie ein Grundstück oder eine Immobilie kaufen, wird die Grunderwerbsteuer (GrESt) fällig. Seit 2006 wird ihre Höhe von den einzelnen Bundesländern festgelegt. Bis 1982 betrug die GrESt sieben Prozent, von 1983 bis 1996 bundesweit zwei Prozent, ab 1997 3,5 Prozent, ehe 2006 die Grunderwerbsteuer zur Ländersache wurde. So liegt der Steuersatz aktuell zum Beispiel in Bayern bei 3,5 Prozent und in Nordrhein-Westfalen bei 6,5 Prozent. Alle aktuellen Steuersätze finden Sie in der nachfolgenden Tabelle (Stand 2016).

Bundesland Steuersatz in Prozent
Bayern 3,5
Sachsen 3,5
Hamburg 4,5
Baden-Württemberg 5,0
Bremen 5,0
Sachsen-Anhalt 5,0
Mecklenburg-Vorpommern 5,0
Niedersachsen 5,0
Rheinland-Pfalz 5,0
Thüringen 5,0*
Hessen 6,0
Berlin 6,0
Saarland 6,5
Schleswig-Holstein 6,5
Nordrhein-Westfalen 6,5
Brandenburg 6,5

*(geplante Erhöhung zum 01.01.2017 auf 6,5 %)

Tipp

Wenn Sie eine Immobilie zur Vermietung erwerben, können Sie die Grunderwerbsteuer als Teil der Anschaffungskosten steuerlich absetzen. Fragen Sie dazu einen Steuerberater. 

So reduzieren Sie die Nebenkosten beim Hauskauf

Übrigens: Erwerben Sie mit einer Bestandsimmobilie auch „mobile“ Ausstattungselemente, etwa eine Markise oder die Kücheneinrichtung (keine fest eingebauten Wandschränke), können Sie diese im notariellen Kaufvertrag gesondert aufführen oder dafür einen separaten Kaufvertrag aufsetzen lassen. Beim Kauf einer Eigentumswohnung kann gegebenenfalls der vom Käufer übernommene Anteil der Instandhaltungsrücklage separat ausgewiesen werden.

Dadurch verringern sich die auf den Immobilienkaufpreis anfallenden Gebühren und Steuern prozentual – Sie zahlen also weniger Kaufnebenkosten. Der angesetzte Abzug sollte allerdings unbedingt realistisch sein, denn alle Immobilienkaufverträge werden zur Prüfung an das Finanzamt weitergeleitet. Bei Unregelmäßigkeiten drohen Strafen. Fragen Sie im Zweifel einen Steuerberater um seinen professionellen Rat.