Kirchensteuer auf Kapitalerträge – was Sparer wissen sollten

Sind Sie Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft? Oder mit anderen Worten: Sind Sie in der Kirche? Dann sollten Sie folgende Informationen über den automatischen Kirchensteuerabzug wissen:

Seit dem 1. Januar 2015 sind Banken dazu verpflichtet, die auf Kapitalerträge anfallende Kirchensteuer direkt an die Finanzverwaltungen abzuführen. Für die Abfrage des Kirchensteuer-Merkmals benötigen wir Ihre Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID).

Konnte das Bundeszentralamt für Steuern Ihre Steuer-ID nicht ermitteln, so werden wir Sie mit der Bitte kontaktieren, uns diese per Briefpost oder über ein Online-Formular auf unserer Webseite mitzuteilen.

Kirchensteuer auf Kapitalerträge – so lief es bis 2015

Ein Einbehalt und die Abführung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge an das Finanzamt erfolgte bis zum 31. Dezember 2014 nur dann, wenn Ihrer Bank, Versicherung oder Ihrem Finanzdienstleister hierfür ein schriftlicher Auftrag vorlag. Für den Fall, dass Sie keinen Auftrag erteilt hatten, waren Sie dazu verpflichtet, die Kapitalerträge mit Ihrer Steuererklärung anzuzeigen. So konnte das Finanzamt die Kirchensteuer berechnen und einbehalten. 

Die gesetzliche Neuregelung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge seit 2015

Wenn Sie Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft sind, dann müssen Sie Kirchensteuer auf Kapitalerträge zahlen. Mit der gesetzlichen Neuregelung hat das Widerspruchsrecht (Sperrvermerk) das vorherige Wahlrecht abgelöst.

Seit dem 1. Januar 2015 behält das Finanzamt Ihre Kirchensteuer auf Kapitalerträge automatisch ein und führt diese automatisch an Ihre steuererhebende Religionsgemeinschaft ab. Automatisch bedeutet für Sie, dass Sie als Mitglied Ihrer Religionsgemeinschaft nichts weiter veranlassen müssen.

Wir kümmern uns um Ihre Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Wir als Ihre Bank erfragen bei kapitalertragsteuerpflichtigen Erträgen die für den automatisierten Kirchensteuerabzug notwendigen Daten beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Danach nehmen wir den Kirchensteuerabzug direkt vor.

Wenn Sie nicht möchten, dass wir für Sie die Kirchensteuer einbehalten und abführen, müssen Sie sich an das BZSt wenden. Hier können Sie sich einen entsprechenden Sperrvermerk eintragen lassen. Das erforderliche Formular erhalten Sie unter www.formulare-bfinv.de. Alternativ ist es möglich, den Sperrvermerk elektronisch über das BZSt-Online-Portal zu beantragen. Der Sperrvermerksantrag muss spätestens am 30.06. eines Jahres beim BZSt eingehen.

Für den Fall, dass Sie von Ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch gemacht haben, liefert uns das BZSt einen sogenannten „Nullwert“ zurück. Mit der Folge, dass wir keinen automatischen Einbehalt der Kirchensteuer vornehmen. In diesem Fall sind Sie verpflichtet, die Kapitalerträge mit Ihrer Einkommensteuererklärung anzuzeigen.

Sie haben Fragen zum Thema? Die wichtigsten Informationen zur Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge, zum Widerspruchsrecht oder Ihrer Steuer-ID haben wir für Sie hier zusammengefasst. Gerne können Sie sich unsere Info-Broschüre mit Informationen zur Kirchensteuer auch hier als PDF herunterladen und ausdrucken.