Online-Bezahlarten im Überblick

Onlineshopping ist bequem, schnell und äußerst praktisch. Genau deshalb haben im Jahr 2016 rund 47 Millionen Deutsche Online-Einkäufe getätigt. Dabei wurden insgesamt gut 44 Milliarden Euro umgesetzt – Tendenz steigend. Doch so einfach und entspannt der Onlinekauf auch sein mag – beim Bezahlen gibt es mitunter einige Fallstricke. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen sichere Zahlungsmethoden im Internet vor und erläutern, worauf Sie bei der Begleichung von Forderungen unbedingt achten sollten. 

Sicher online shoppen – das sind die Kriterien!

Viele Verbraucher scheuen davor zurück, ihre Bankdaten oder Kreditkartennummer bei mehreren Onlineshops zu hinterlegen. Schließlich kann es unter Umständen ein böses Erwachen geben, wenn Shops gehackt werden und Cyberkriminelle so an sensible Bankdaten gelangen. Zum Glück gibt es einige Indikatoren für die Sicherheit von Einkaufswebseiten. So können Sie ganz einfach selbst überprüfen, ob ein Onlinehändler seriös ist, oder auch nicht.

Vor dem Bestellvorgang sollten Sie in jeden Fall das Impressum der Webseite kontrollieren. Hier werden Sie bei vertrauenswürdigen Anbietern klare Informationen über den Seitenbetreiber finden – inklusive Ansprechpartner, Adressdaten und Kontaktinformationen. Fehlen diese Angaben oder ist die Anbieterkennzeichnung unzureichend heißt es: Nehmen Sie besser Abstand und kaufen Sie das Produkt bei einem anderen Händler.

Entdecken Sie auf der Webseite neben einem lupenreinen Impressum nach §5 Telemediengesetz auch noch ein Internet-Gütesiegel, sind Sie höchstwahrscheinlich auf der sicheren Seite. Verschiedene Zertifikate wie „Trusted Shops“, „EHI Geprüfter Online-Shop“, „TÜV Süd S@fer Shopping“ oder auch „internet privacy standards“ zeugen davon, dass ein bestimmter Online-Versandhandel die Vorgaben für verbraucherfreundliches und sicheres Onlineshopping einhält. Um trotzdem nicht auf „schwarze Schafe“ und Gütesiegel-Betrüger hereinzufallen, sollten Sie unbekannte Shops vor dem Einkauf googeln und die Erfahrungsberichte anderer Einkäufer checken. Mit diesem Vorgehen schließen Sie so gut wie jedes Risiko aus! 

Sicher online bezahlen: PayPal und Amazon Pay

Internethändler gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und täglich kommen größere oder kleinere Onlineshops hinzu. Bei den Bezahlmethoden unterscheiden sich die Shops allerdings erheblich. Der Handelsriese Amazon verzichtet z. B. darauf, eine Bezahlung per PayPal anzubieten. Dabei gilt die elektronische Geldbörse PayPal eigentlich als äußerst sicheres Zahlungsmittel, denn sie punktet mit

  • Käuferschutz
  • sofortiger Geldbuchung (verkürzt die Lieferzeit) und
  • SSL-Verschlüsselung

Mit diesen Merkmalen ist PayPal eine sehr brauchbare Plattform für sicheres Bezahlen im Internet. Aber warum bietet Amazon dann keine Zahlung per PayPal an? Ganz einfach: Der Online-Versandhandel hat eine ganz eigene Bezahlmethode im Angebot, welche weltweit von 33 Millionen Kunden genutzt wird: Amazon Pay!

Kunden können mit diesem System bei teilnehmenden Onlineshops ihre Rechnungen begleichen oder auch Geld empfangen – was z. B. bei Gutschriften für Retouren sehr praktisch ist. Dafür nutzt Amazon Pay die im Amazon-Konto hinterlegten Zahlungsarten. Kosten entstehen dem Käufer nicht, der Dienst finanziert sich über eine Händlergebühr. Um das Angebot nutzen zu können, genügt ein einfaches Amazon-Konto, eine Prime-Mitgliedschaft ist nicht notwendig.

Sicheres Bezahlen im Internet: giropay und paydirekt

Als weitere sichere Online-Bezahlverfahren haben sich giropay und paydirekt etabliert. Ersteres wird mittlerweile von über 1.500 Banken und Sparkassen unterstützt. Der größte Vorteil von giropay, welches u. a. von der Postbank gegründet wurde, liegt darin, dass Kunden keine gesonderte Registrierung benötigen. Voraussetzung ist einzig und allein die Teilnahme an üblichen Online-Banking-Verfahren mit PIN/TAN-Legitimation. Da giropay ausschließlich in der sicheren Online-Umgebung Ihrer Bank abgewickelt wird, sind Ihre persönlichen Daten bei dieser Überweisungsmethode sehr gut geschützt. Zusätzlich bietet giropay die Möglichkeit einer Altersverifizierung an.

Ganz ähnlich funktioniert paydirekt – ein weiteres Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen. Hierbei handelt es sich quasi um ein Upgrade Ihres Girokontos, für welches Sie sich nur einmal registrieren müssen. Anschließend können Sie finanzielle Transaktionen in Onlineshops ganz einfach und sicher per Benutzername und Passwort bestätigen. Händler werden sofort über den Bezahlprozess informiert, was die Lieferung von Waren insgesamt beschleunigt. paydirekt arbeitet ausschließlich mit geprüften Händlern, ist SSL-verschlüsselt und nutzt zur Abwicklung der Transaktionen ausschließlich deutsche Server. Somit gilt paydirekt ebenfalls als Garant für sicheres Zahlen im Internet. 

Klassiker in neuem Gewand: Rechnungskauf über Klarna, Billpay, Payolution & Co.

Der Kauf auf Rechnung ist immer noch die beliebteste Zahlungsmethode beim Onlineshopping. Gut jede dritte Online-Rechnung wird in Deutschland über diese flexible und sichere Variante abgerechnet. Mittlerweile beauftragen viele Händler allerdings Inkasso-Unternehmen mit der Rechnungsabwicklung – ein Grund, warum Klarna, Billpay und Co. beim modernen Onlinehandel sehr präsent sind und gut daran mitverdienen.

Beim Rechnungskauf handelt es sich zwar um eine sehr sichere Zahlungsmethode im Internet, doch die Tücke steckt im Detail. Zum einen unterscheiden sich die Zahlungsfristen der verschiedenen Inkasso-Dienstleister erheblich und variieren von „sofort“ bis hin zu 30 Tagen ab Versand bzw. Erhalt der Ware. Zum anderen drohen bei Zahlungsverzug empfindliche Mehrkosten, da die Mahngebühren der genannten Unternehmen teilweise recht hoch ausfallen. Es empfiehlt sich deshalb, Rechnungen in jedem Fall pünktlich zu begleichen. 

Sicher online bezahlen: Datenschutz beachten

Sicheres Bezahlen im Internet funktioniert besonders gut, wenn Ihre sensiblen Kontodaten nicht bei einem Drittanbieter landen. Aus diesem Grund sind Zahlungsmethoden wie paydirekt oder giropay besonders empfehlenswert. Es gibt jedoch auch weitere Möglichkeiten der Bezahlung, bei denen Sie allerdings sensible Kontodaten an einen Dienstleister weitergeben (müssen) – teils, ohne dies zu realisieren. Eine sehr verbreitete Variante der Vorkassenzahlung ist z. B. Sofortüberweisung. Hierbei handelt es sich um einen Dienstleister aus Bayern, der im Jahr 2014 von Klarna übernommen wurde.

Bei Nutzung dieses Services legitimieren Sie mittels PIN einen Zugriff auf Ihr Konto und bestätigen den Kauf abschließend mit einer TAN. Das Problem: Diese Transaktion verläuft außerhalb der geschützten Bankumgebung. Der Anbieter tätigt dabei nicht nur den sofortigen Lastschrifteinzug, sondern hat bei der Ausführung auch Einsicht auf Ihren Kontostand, Ihre erteilten Daueraufträge und Depotbestände. Sofortüberweisung ist zwar ein relativ verbreiteter Dienst, Verbraucherschützer sehen seine Anwendung allerdings kritisch.

Datenschutzrechtlich zählen also eher die „Klassiker“ zu den sicheren Zahlungsmethoden im Internet. Dazu gehören neben der Nutzung einer Kreditkarte auch die Überweisung, die Lastschrift oder die Nachnahme. Letztere ist zwar mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden, Sie haben dabei aber einen entscheidenden Vorteil: Ihr Geld geben Sie erst aus der Hand, wenn Sie die Ware erhalten haben. Zudem müssen Sie hierbei keine Bankdaten preisgeben. Auch die Kreditkarte ist ein beliebtes und sicheres Zahlungsmittel. Alle Kreditkarten der Postbank sind mit dem Sicherheitsstandard 3D-Secure versehen, welcher die Karten wirkungsvoll gegen missbräuchlichen Einsatz schützt. Das Verfahren wurde von VISA entwickelt, MasterCard hat mit dem SecureCode ein ähnliches Authentifizierungsverfahren im Portfolio.

Egal für welche Online-Bezahlmethode Sie sich bei Ihrem nächsten Internet-Einkauf entscheiden – Sie wissen nun, wo die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Varianten liegen und können diejenige Methode auswählen, welche die größtmögliche Sicherheit verspricht. Übrigens: Wenigstens ein gängiges Bezahlverfahren bieten seriöse Shops gebührenfrei an!

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