Mithilfe der Patientenverfügung selbstbestimmt leben

Alter und Krankheit sind Themen, die jeder gern verdrängt. Doch auch in diesem Lebensbereich ist Vorsorge wichtig. Denn nur so stellen Sie sicher, dass Sie die von Ihnen gewünschte medizinische Behandlung auch dann erhalten, wenn Sie sich selbst nicht äußern können. Die Patientenverfügung ist ein Baustein dieser Absicherung.

Was ist eine Patientenverfügung?

Per Patientenverfügung – auch als Patiententestament bezeichnet – können Sie in guten Zeiten festlegen, ob und wie Sie medizinisch behandelt werden möchten, wenn Sie Ihren Willen nicht mehr selbst erklären können. Relevant ist dies beispielsweise für Komapatienten oder Menschen mit fortgeschrittener Demenz.

Die Behandlungswünsche müssen so konkret wie möglich und widerspruchsfrei bestimmt werden, damit die Ärzte sich im Ernstfall auch danach richten können. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Hausarzt beraten, wenn Sie eine Patientenverfügung abfassen wollen. Folgende Regeln müssen bei der Erstellung einer Patientenverfügung auf jeden Fall beachtet warden:

  • Nach aktueller Rechtlage muss die Patientenverfügung schriftlich erstellt, datiert und eigenhändig unterschrieben warden.
  • Kann keine Unterschrift geleistet werden, muss ein Notar das Handzeichen des Patienten beglaubigen.
  • Eine Patientenverfügung dürfen Sie ab Erreichen der Volljährigkeit verfassen.
  • Der Verfasser muss zum Zeitpunkt der Abfassung der Patientenverfügung einsichtsfähig sein. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn bereits eine beginnende Demenz besteht.
Tipp

Wer seinen Willen per Patientenverfügung festgelegt hat, sollte behandelnde Ärzte, Pflegepersonal, Angehörige oder andere Vertrauenspersonen darüber informieren und einen Hinweis stets bei sich tragen (z. B. in der Brieftasche).

Weitere Informationen und Vordrucke erhalten Sie bei den Landesärztekammern.

Alternative Patientenvollmacht – einen engen Vertrauten beauftragen

Viele Menschen möchten nicht auf ein Blatt Papier vertrauen, wenn es darum geht, ob lebenserhaltende Maßnahmen durchgeführt werden sollen oder nicht. Sie wünschen sich, dass sich ein vertrauter Mensch, der ihre Wünsche kennt und respektiert, für ihre Belange einsetzt. In diesem Fall ist eine Patientenvollmacht das Mittel der Wahl.

  • Mit einer Patientenvollmacht übertragen Sie die Entscheidungen über medizinische Behandlungen an eine Person Ihres Vertrauens. Sie darf dann die Entscheidungen treffen, wenn Sie selbst nicht dazu in der Lage sind.
  • Legen Sie in der Patientenvollmacht genau fest, welche Entscheidungen getroffen werden dürfen und welche Aufgaben Sie abgeben möchten.
  • Formulieren Sie Ihre Wünsche eindeutig und genau.
  • Zusätzlich definieren Sie genau, wann und in welchen Fällen die Patientenvollmacht gilt.

Sie können die Patientenvollmacht auch mit einer Patientenverfügung kombinieren. So weiß Ihre Vertrauensperson genau, welche Behandlungen Sie wünschen und welche nicht. Außerdem kann sie die Forderungen gegenüber den behandelnden Ärzten sicherer vertreten. Eine Patientenvollmacht ist eine Art begrenzte Vorsorgevollmacht.

Weitere Informationen zur Vorsorgevollmacht finden Sie hier.

Tipp

Lassen Sie die Patientenvollmacht von allen Beteiligten unterschreiben. Zusätzlich ist eine Beglaubigung durch einen Notar sehr empfehlenswert, auch wenn sie nicht vorgeschrieben ist.

Darüber hinaus können Sie Ihre Wünsche für die Zukunft über eine Betreuungsverfügung regeln. Lesen Sie hier, was die Betreuungsverfügung leistet. Selbst über den Tod hinaus können Sie entscheiden, was mit Ihrem Vermögen geschehen soll. Hier erfahren Sie alles zum Thema Testament. Und auch über Ihre Bestattung lassen sich bereits zu Lebzeiten Verfügungen treffen. Lesen Sie hier, wie Sie eine Bestattungsverfügung erstellen.